Proseminar LDS I: Neue Linke, Neue Bürgerliche. Die Schweizer Politik im Zeitalter der Globalisierung
UE-L15.01758

Dozenten-innen: Cottier Maurice
Kursus: Bachelor für den Unterricht auf der Sekundarstufe I
Art der Unterrichtseinheit: Proseminar
ECTS: 3
Sprache-n: Deutsch
Semester: SP-2022

Die Zeit seit den 1970er-Jahren zeichnet sich durch eine beschleunigte wirtschaftliche, kulturelle und politische Integration auf internationaler Ebene aus. In diesem Proseminar reflektieren wir, wie sich diese Transformation auf vielfältige und widersprüchliche Weise auf die Schweizer Politiklandschaft auswirkte. Während für die Sozialdemokraten bis dahin vor allem der Arbeitsfrieden und die soziale und wirtschaftliche Sicherheit im Vordergrund des politischen Engagements gestanden hatte, setzte sich die Neue Linke – angetrieben von den neuen sozialen Bewegungen – stärker für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt, internationale Solidarität und kulturelle Freiheit ein und gab sich damit bewusst international. Gleichzeitig, wenn auch auf den ersten Blick weniger gut sichtbar, veränderte sich auch das bürgerliche Lager. Im Kontext der als krisenhaft empfundenen 1970er-Jahren wandten sich eine neue Generation bürgerlicher Politiker zumindest symbolisch zunehmend vom Staat ab und beschwor die Idee eines Wirtschaftsstandorts Schweiz, der Unternehmen optimale Bedingungen für das Bestehen im globalen Wettbewerb bieten sollte. Gleichzeitig zeigt der Aufstieg der SVP, dass diese neoliberale Neuausrichtung mit einer intensiven Kultivierung und Inszenierung des Nationalen einhergehen konnte.