BA-Seminar: Sprache und Politik. Umgang mit sprachlicher Diversität in Europa und Nordamerika
UE-L15.01739

Dozenten-innen: Späti Christina
Kursus: Bachelor
Art der Unterrichtseinheit: Seminar
ECTS: 3
Sprache-n: Deutsch
Semester: SP-2022

Sprache wird immer wieder als eines der wichtigsten Merkmale kollektiver Identität hervorgehoben. Sie gilt als eine zentrale Voraussetzung dafür, dass sich Menschen einer grösseren Einheit zugehörig fühlen, indem sie die Kommunikation untereinander erleichtert und Identifikation stiftet. Es gibt aber nur wenige Staaten, deren Bevölkerung bezüglich ihrer Sprache homogen ist. Auch Migrationsbewegungen führten immer wieder zu veränderten Sprachenkonstellationen. So finden sich in vielen Staaten Sprachminderheiten, denen unterschiedliche Sprachrechte zugesprochen werden.

Im BA-Seminar beschäftigen wir uns mit verschiedenen sprachlichen Minderheiten und deren Positionen in mehrsprachigen Staaten in Europa und Nordamerika. Wie gingen Staaten mit ihrer Mehrsprachigkeit um? Wie behandelten diese Länder ihre sprachlichen Minderheiten: wurden sie speziell geschützt oder wurde ihr Verschwinden infolge des Assimilationsdrucks in Kauf genommen? Welche Identitätsvorstellungen wurden in mehrsprachigen Nationalstaaten entwickelt?

Einführende Literatur: Stephen May, Language and Minority Rights. Ethnicity, Nationalism and the Politics of Language, New York 2013; Heiko F. Marten, Sprach(en)politik: Eine Einführung, Tübingen 2016; Bernard Spolsky, The Cambridge Handbook of Language Policy, Cambridge 2018.