Breakout-Sessions

Die Breakout-Sessions dienen dazu, das Tagungsthema mittels Seminaren und weiterführenden Vorträgen in kleineren Gruppen zu diskutieren und zu vertiefen. Eine Vielzahl von Referentinnen und Referenten hat sich dazu bereit erklärt mit den Tagungsteilnehmenden ins Gespräch zu kommen sowie einzelne Aspekte zu thematisieren. Diese Breakout-Sessions am Mittwoch, Donnerstag und Freitag finden alle gleichzeitig statt und müssen bei der Anmeldung zur Tagung ausgewählt werden. 

Mittwoch, 16. Juni 2021

  • #1: "Im Bannkreis der Freiheit: Das Christentum und die Geschichte politischer Freiheit" (d)

    Ist das Christentum eine der Ermöglichungsbedingungen politischer Freiheit, zumindest in historischer Hinsicht? Oder stellt es wie alle Religionen letztlich eine Gefährdung politischer Freiheit dar? In diesem Vortrag, der sich auf mein Ende 2020 erschienenes Buch stützt, wird argumentiert, dass wir nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts mit der Instabilität freiheitlicher Ordnungen und angesichts der Notwendigkeit, die Weltgeschichte nicht länger in eurozentrischer Weise zu behandeln, weder der einen noch der anderen Auffassung einfach folgen können, dass es aber auch bereits wichtige Ansätze zu einer angemessenen Sichtweise gibt.

    Referenten

    Hans Joas ist ein deutscher Soziologe und Sozialphilosoph. Er ist derzeit Ernst-Troeltsch-Honorarprofessor an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Professor für Soziologie an der Universität Chicago. Er hat eine Reihe bedeutender akademischer Auszeichnungen erhalten. Seine letzten Buchpublikationen sind «Die Macht des Heiligen» (2017) und «Im Bannkreis der Freiheit» (2020).

    Daniel Bogner, Departementspräsident und Professor am Departement für Moraltheologie und Ethik an der Universität Fribourg

  • #2: "Geheiligt werde dein Name" (d)

    Das Unservater umspannt die Welt. Kein Gebet wird so häufig gesprochen wie das Unservater, durch alle christlichen Konfessionen hindurch, in allen Sprachen, in allen Regionen der Welt. Weil das Unservater im Christentum allgegenwärtig ist, wird es nicht selten zu einer Routineformel, die gedankenlos dahergesagt wird. Das trifft gerade auch auf die allererste Bitte des Unservaters zu: „Dein Name werde geheiligt“. Worum bitten wir hier eigentlich? Warum ist vom „Namen“ die Rede? Und was heisst „heiligen“?

    Referenten

    Benjamin Schliesser, Professor für Neues Testament an der Universität Bern

    Jörg Frey, Lehrstuhl für Neutestamentliche Wissenschaft mit Schwerpunkt Antikes Judentum und Hermeneutik an der Universität Zürich

  • #4: "Einen Tempel sah ich nicht" (Offb 21,22) Kultische Säkularität im Himmlischen Jerusalem – Prophetische Utopie für Opfer und Täter? (d)

    Die Heilige Schrift endet mit der Vision einer neuen Polis, mit der prophetischen Schau einer urban geprägten Gesellschaft. Nicht Raum für Menschen, sondern Menschen als Raum will diese Poesie einer Stadt zeigen, in der es keine Trennung zwischen profan und heilig mehr gibt, denn: „Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt.“ (Offb 21,22). Diese provozierende Sicht versteht sich nicht als Kritik des Kultes, sondern als dessen Radikalisierung. Die neue Stadt des Friedens hat den Tempel nicht mehr nötig, weil die Opferungen abgeschafft sind; stattdessen bietet sie eine “kultische Säkularität“, einen von Gottesverehrung erhellten und in paradoxer Weise gleichzeitig säkularen Raum für alle Völker.

    Referentin

    Sr. Margareta Gruber OSF, ist Professorin für Neues Testament und Biblische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar/Koblenz. Von 2009 bis 2013 war sie Dekanin des Theologischen Studienjahres Jerusalem. Sie ist Franziskanerin von Kloster Siessen.
    Copyright des Fotots: Concilium

  • #5: Communautés nouvelles et néo-monachisme: des "sanctuaires" au coeur d'un monde sécularisé ? (f)

    Depuis les années 1960, les pays occidentaux ont vu, en particulier dans le protestantisme, l'émergence de communautés nouvelles et la mutation vers une vie plus contemplative des communautés de diaconesses. Ces communautés ont dû répondre des sollicitations croissantes d'hommes et de femmes en quête de spiritualité. Par leur cadre mais aussi au travers de leur vie de prière, ces lieux sont percus comme des sanctuaires, des havres de paix, des lieux d'ouverture au sacré. Quelles leçons tirer de ces expériences ? Faut-il se résoudre à une sainteté de "niche" ou au contraire, dans la ligne de la vision biblique, laisser la sainteté déborder et gagner le monde en son entier?

    Intervenant

    David Bouillon (1969- ) est né en Belgique. Diplômé en philosophie de l'Université Catholique de Louvain, il a obtenu son Doctorat en théologie de la Faculté de Théologie Protestante de Strasbourg. Il a été pasteur de l'Église Protestante Unie de Belgique et s'est impliqué à Bruxelles dans divers projets oecuméniques. En 2004 il a été appelé dans le sud de la France comme coordinateur de l'Union de prière, un mouvement d'intercession fondé en 1947 par le pasteur Louis Dallière. Il a également servi comme pasteur dans l'Église Protestante Unie de France. Depuis 2017 il enseigne la théologie pratique et la spiritualité à la Haute École de Théologie (VD).
    Par le biais de l'Union de prière, il participe aux travaux du Département des Communautés (Fédération Protestante de France), un lieu de réflexion et de partage d'expérience pour les communautés protestantes monastiques (diaconesses, Grandchamp) mais aussi pour les nouvelles formes de communautés.

  • #6: Dietrich Bonhoeffer – ein evangelischer Heiliger?! (d)

    Dietrich Bonhoeffer wollte nie ein Heiliger werden. Zugleich war Heiligkeit ein Thema seiner Theologie, nicht zuletzt wenn er die Kirche als die „Sanctorum Communio“, die Gemeinschaft der Heiligen, verstand. Doch nicht etwa eine Gemeinschaft der Säulenheiligen, die erhaben über der Welt steht. Für Bonhoeffer gehören Heiligkeit und die Diesseitigkeit des Glaubens, Verantwortung und Stellvertretung zusammen. Sogar die Schuldübernahme gehört zur Heiligkeit. In dieser Breakout-Session lassen wir uns von diesem ganz und gar ungewöhnlichen Heiligen herausfordern, dessen Denken und Wirken bis heute weltweit Menschen inspirieren.

    Referentin

    Christine Schliesser, Privatdozentin für Systematische Theologie an der Universität Zürich und Research Fellow in Studies in Historical Trauma and Transformation an der Universität Stellenbosch, Südafrika.

Donnerstag, 17. Juni 2021

  • #2: Über das Heilige im Herrenmahl (d)

    Wenn die Messe heilig ist, ist dann das Abendmahl etwa unheilig?!?

    Zwei rituelle Innovationen stehen am Anfang der Christentumsgeschichte: Taufe und Herrenmahl. Lassen sie sich mit der Kategorie des Heiligen beschreiben? Martin Brüske wird einen Blick auf diese Anfänge werfen und eine überraschenden Dialektik von Heiligkeit und Profanierung freilegen, in der übliche Deutungen aufgebrochen werden.
    Im 16. Jhdt. kehren diese Fragen wieder: Gibt es etwas, das profaner wäre als eine Abendmahlsfeier in der Tradition der Zürcher Reformation? Und doch ist der Befund wiederum viel komplexer als er im ersten Augenblick scheint - wie Luca Baschera aus den Quellen zeigt.
    Im Blick auf die Anfänge und auf einen kirchengeschichtlichen Schlüsselmoment werden so wichtige Momente des Verhältnisses von Sakralität und Sakrament sichtbar.

    Referenten

    Luca Baschera, * 1980; Dr. phil., VDM, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte der Universität Zürich, Privatdozent für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich und Beauftragter für Theologie bei der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Er ist Mitglied im Schweizer Konvent der Evangelischen Michaelsbruderschaft.

    Martin Brüske, (geb. 1964), hat Philosophie und Theologie in Bonn, Jerusalem und München studiert. Seine Dissertation im Grenzgebiet von Liturgiewissenschaft und dogmatischer Sakramententheologie bestimmt die grundlegende Handlungsform der Liturgie als Spiel vor Gott. Derzeit interessieren ihn einerseits theologisch-ekklesiologische Grundlagen einer Erneuerung der Kirche, andererseits das Verhältnis von westlicher Partizipationsmetaphysik in thomasischer Tradition zur östlichen Sophiologie. Er hat in Fribourg Dogmatik und theologische Propädeutik (immer noch Lehraufträge) unterrichtet, ab August 2020 Ethik am TDS Aarau. 

  • #3: "Heilig sein bedeutet nicht, in einer vermeintlichen Ekstase die Augen zu verdrehen" (Papst Franziskus). Heilig sein konkret – ein ökumenisches Gespräch (d)

    Heilig, Heilige – typisch katholisch! Bei diesem Stereotyp wollten wir nicht stehen bleiben.

    Der reformierte Theologe Walter Nigg (1903-1988) hat in den Heiligen das entscheidende Potential für die ökumenische Bewegung gesehen. Und er sagte einmal:  «Heilige sind eine der zartesten Dichtungen Gottes, der Allmächtige hat sich dieses süsse Lied selbst vorgesungen.» Wir haben es in der Dialog-Kommission der Schweizerischen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Schweiz ausprobiert. Davon können wir ein Lied singen. Und wir stellen unsere Publikation «Heilig» vor. Sie enthält sechs sehr unterschiedliche Lebensbilder. Diese zeigen, wie wichtig authentische Vorbilder für den Glauben und die Kirche sind.

    Referentin

    Annemarie Schobinger, geboren in Zürich. Studium an den Universitäten Fribourg und Wien: Geschichte, Latein, Pädagogik, Theologie. Lehrtätigkeit am Gymnasium Heilig-Kreuz in Fribourg, ab 1991 Mitglied des Leitungsteams und von 1997–2006 Rektorin dieses Gymnasiums. Seit 2010 Sekretärin des Generalabtes der Zisterzienser, Pater Mauro Giuseppe Lepori, in Rom. 

    Martin Hirzel studierte evangelische Theologie in Zürich, Tübingen und Basel; anschliessend Assistent für Kirchgenschichte an der Universität Zürich und wiss. Mitarbeiter bei der Lavater-Edition; Spitalpfarrer in Dietlikon, Pfarrer in Kilchberg ZH; Professor für Kirchengeschichte an der Waldenserfakultät in Rom; 2006-2019 Beauftragter für Ökumene des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds in Bern; seit 2019 Beauftragter für Personalentwicklung Pfarrschaft in den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn.

  • #4: Der heilige Gott und unsere harmlosen Götter (d)

    Gott ist heilig, das bedeutet: Er ist souverän in seiner Gerechtigkeit, seinem Frieden und seiner Liebe. Weder menschliche Gedanken noch menschliches Wollen können diese Souveränität beeinträchtigen. Mit Gott Gemeinschaft zu haben, heisst deshalb, seine unantastbare Heiligkeit zu achten.

    Die Geschichte der Menschen ist voller Versuche, Gottes Heiligkeit einzugrenzen. Wer Gottes Existenz bestreitet, reduziert ihn oft auf einen Nothelfer von Zukurzgekommenen, auf eine «Spassbremse», auf eine Vertröstung auf ein besseres Jenseits. Wer an Gott glaubt, macht aus ihm gerne einen lieben Freund, eine moralische Instanz oder eine höhere Macht. In all diesen Fällen wird Gott auf ein handhabbares Mass «verkleinert» und damit seine Heiligkeit missachtet.

    Christenmenschen beten im Unser Vater: «Dein Name werde geheiligt». Und damit dafür, dass Gott uns immer wieder befreien möge von unseren Domestizierungsversuchen Gottes.  Denn allein beim heiligen Gott ist wirkliche Hoffnung darauf, dass die Welt und die Menschen durch ihn erneuert werden.

    Referent

    Matthias Zeindler, Dr. theol., Jahrgang 1958, ist Titularprofessor für Systematische Theologie/Dogmatik an der Theologischen Fakultät Bern und Leiter Bereich Theologie der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn.

  • #5: Vivre la sainteté au quotidien (f)

    La constellation de fêtes en novembre (Toussaint et commémoration des défunts du côté catholique – Dimanche de la Réformation et culte du souvenir du côté réformé) sert à exprimer de différentes manières complémentaires le mystère de la communion des saints. Évoquer les saint·e·s, c’est nous préparer à vivre nous-mêmes la sainteté au quotidien. Car nous y sommes toutes et tous appelés (voir l’exhortation du pape Francois Gaudete et exsultate). Points de vues croisés de deux théologiens, l’un réformé (le pasteur Jean-Baptiste Lipp) et l’autre catholique (l’abbé Francois-Xavier Amherdt).

    Intervenants

    Francois-Xavier Amherdt (Université de Fribourg), Président du Département de théologie pratique, Professeur de théologie pastorale, pédagogie religieuse et homilétique 

    Jean-Baptiste Lipp, pasteur à Pully et membre du synode à l'EERV

  • #6: Wie die Heiligen zum Heiligen stehen? (d)
     Christinnen und Christen der Antike schrieben die Fülle der Heiligkeit allein Gott zu. Alle Heiligkeit kommt von ihm, er ist es, der Menschen rettet und heiligt. Wer also Heiligkeit erlangen will, muss Christus, Gottes Sohn, nachfolgen. „Deshalb“, so schreibt Vitricius von Rouen Ende des vierten Jahrhunderts, „ist ein Heiliger nichts anderes als ein Nachahmer, ein Imitator Christi“. Im Leben, im Handeln - aber besonders im Sterben von Heiligen manifestiert sich Christus selbst. Heilige wirken Wunder - es sind Christi Wunder - und schnell schrieb man ihnen die Funktion, wie Christus zu, zwischen Gott und der Welt zu vermitteln.
    In dieser Break-Out-Session werden wir dem facettenreichen Zusammenhang von den Heiligen und dem Heiligen anhand von ausgewählten frühchristlichen Quellen nachgehen.

    Referierende

    Katharina Heyden, Dr. theol., Jahrgang 1977, ist Professorin für Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen an der Theologischen Fakultät der Universität Bern.

    Gregor Emmenegger ist Titularprofessor und unterrichtet als Lehr- und Forschungsrat Patristik, Dogmengeschichte und alte Kirchengeschichte an der Universität Fribourg und Luzern. Neben seiner Lehrtätigkeit widmet er sich der Veröffentlichung von koptischen Papyri sowie der Online-Ausgabe der Bibliothek der Kirchenväter.

  • #7: Heiligkeit als Christusförmigkeit – oder Der Preis der Nachfolge (d)

    Im Vortrag wird erläutert, dass Jesus alle Menschen zur "Heiligkeit" bzw. zur Vollkommenheit ruft, d.h. zur Hinwendung zu ihm, weil er auch der Weg zum Vater ist (Mt 11,27-29). In diesem Sinne bedeutet "Heiligkeit" für Christen die Bemühung um "Christusförmigkeit". Der Weg dazu war für Teresa von Avila die Pflege des inneren Betens. Der Vortrag erläutert weiters, dass zur "Christusförmigkeit" auch die Bereitschaft gehört, den "Preis der Nachfolge" (Dieter Bonhoeffer) zu bezahlen (Joh 15,20), d.h. auch mit Anstoss und Verfolgung zu rechnen.

    Referent

    Mariano Delgado (geb. 1955) ist Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Fribourg, Direktor des Instituts für das Studium der Religionen und den interreligiöser Dialog sowie seit 2019 erneut Dekan der Theologischen Fakultät.

Freitag, 18. Juni 2021

  • #1: Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren (d)

    „Was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ Dieser Satz des Apostels Paulus aus dem zweiten Korintherbrief könnte einen Maler, der sich von den sinnlichen Erscheinungen dieser Welt faszinieren lässt, entmutigen, wenn er gleichzeitig durch seine Kunst vom Heiligen erzählen möchte. Meinen Versuch, wie sich im „dunklen Spiegel“ (Paulus) der Kunst möglicherweise die Schöpfung reflektiert, in dieser der Schöpfer, möchte ich anhand einiger Beispiele aus meinem Werk zeigen und darüber ins Gespräch kommen.

    Referent

    Michael Triegel ist ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker. Er lebt und arbeitet in Leipzig und gilt als Teil der "Neuen Leipziger Schule". Michael Triegel führte viele Kunstaufträge für Kirchen aus und hat in seiner Karriere mehrere Kunstpreise gewonnen.

  • #2: Warum die Gemeinschaft der Heiligen auch in einem unorganisierten Haufen zu finden ist ... (d)

    Die «Gemeinschaft der Heiligen» ist ein Ehrentitel der Gemeinde, der ihr peinlich ist. Sind wir wirklich heilig? Es ist kein Zufall, haben auch Individuen Hemmungen, sich selbst als Heilige oder nur schon als Menschen auf dem Weg zur Heiligung zu bezeichnen. Zu tief ist das Missverständnis der Kirche und das Missverständnis in der Kirche. Wir haben ein Verständnis von Heiligkeit, die organisiert werden kann. Das Heilige ist ein moralisches Ideal, das wenn es je erreicht würde, das Produkt von Zucht und Ordnung, Disziplin und Gehorsam wäre. Aber das ist so kreuzfalsch wie kreuzdumm. Wir müssten es nach 2000 Jahren Kirchengeschichte eigentlich besser wissen …

    Referent

    Ralph Kunz studierte evangelische Theologie in Basel, Los Angeles und Zürich, war danach Assistent am Lehrstuhl Praktische Theologie an der Universität Zürich, Pfarrer in Seuzach und Fachmitarbeiter der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Seit 2004 ist er Ordinarius für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Gottesdienst und Seelsorge an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich.

  • #3: "Heimliche Weisheit" – Walter Nigg und die protestantische Wiederentdeckung der Heiligen (mit einer Führung durch Walter Niggs Privatbibliothek) (d)

    Der reformierte Schweizer Pfarrer und Kirchenhistoriker (1903-1988) wurde durch das literarische Porträt seiner ersten Frau, die ihren Freitod als Opfer für die Sendung ihres Mannes verstand, zum Hagiographen. Er entdeckt in den Heiligen Zeuginnen und Zeugen, wie auch in gebrochenen Lebenswegen das Licht der Gnade aufscheint. So schreibt er auch über Ketzer und Künstler, Propheten und Pilger, Mönche und Narren. Sein liebstes Buch war ihm „Heimliche Weisheit“; hier legte er die verborgene mystische Tradition in der evangelischen Christenheit frei. Seine Privatbibliothek gelangte an die Universität Freiburg und kann hier besucht werden.

    Referentin

    Barbara Hallensleben ist Professorin für Dogmatik und Theologie der Ökumene an der Universität Fribourg und Direktorin des Zentrums für das Studium der Ostkirchen. Sie ist Herausgeberin der Werke von Sergij Bulgakov in deutscher, kommentierterÜbersetzung. Auf internationaler Ebene ist sie in mehreren Dialogkommissionen engagiert und wurde von Papst Franziskus in die Kommission zum Frauendiakonat berufen.

  • #4: Wiederverzauberung der Welt und entzauberte Kirche (d)

    Referierende

    Joachim Negel hat Philosophie und Theologie in Würzburg, Paderborn, Paris, Bonn und Münster studiert. Er war danach für lange Jahre Dekan des Theologischen Studienjahres Jerusalem an der Abtei Dormitio B.M.V. und ist nun seit 2015 Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Fribourg sowie Direktor des Instituts für Ökumenische Studien.   

    Sr. Margareta Gruber OSF, ist Professorin für Neues Testament und Biblische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar/Koblenz. Von 2009 bis 2013 war sie Dekanin des Theologischen Studienjahres Jerusalem. Sie ist Franziskanerin von Kloster Siessen.
    Copyright des Fotots: Concilium

    Karl Pinggéra, Professor für Kirchengeschichte an der Philipps-Universität Marburg

  • #5: Penser la sanctification aujourd'hui. Une approche réformée. (f)

    La tradition réformée a très tôt souligné l’importance non seulement de la justification mais aussi de la sanctification. Cet atelier proposera quelques pistes de réflexion et de discussion sur la manière dont certains penseurs réformés ont abordé ce thème et, plus encore, sur la pertinence de ces perspectives pour le protestantisme contemporain.

    Intervenant

    Christophe Chalamet enseigne la théologie systématique à la Faculté de théologie de l’Université de Genève. Parmi ses récentes publications: Une voie infiniment supérieure. Essai sur la foi, l’espérance et l’amour, Labor et Fides, 2016 (trad. anglais en 2020: A Most Excellent Way, Fortress Academic-Lexington Book).

  • #6: Ansteckende Heiligkeit. Der Hl. Sophrony von Essex als spirituelles Kind des Hl. Siluan des Athoniten (d)

    Am 27. November 2019 wurde der Athosmönch und Gründer des Johannesklosters im englischen Essex Archimandrit Sophrony Sacharow vom Ökumenischen Patriarchat heilig gesprochen. Sophrony hat mit seiner Theologie des ungeschaffenen Lichtes viele Orthodoxe Theologinnen und Theologen beeinflusst und einen Neupalamismus propagiert. Darüber hinaus hat er jedoch mit seinem Buch über das Leben und die Lehre seines spirituellen Vaters„ Der Heilige Silouan - Mönch vom Berg Athos“ vor allem viele junge Menschen das spirituelle Leben näher gebracht. Die Heiligkeit Silouan setzt sich bei Sophrony fort und steckt weiterhin Menschen an ein „heiliges Leben“ zu führen. In diesem Sinne stellt sich die Frage: Ist Heiligkeit ansteckend? Diese Frage soll anhand der Leben und Lehren der genannten Persönlichkeiten behandelt werden.

    Referent

    Stefanos Athanasiou ist Lehrbeauftragter für Orthodoxe Theologie an den Theologischen Fakultäten der Universitäten Fribourg, Bonn und der Theologischen Hochschule Chur. Er ist Dozent für Orthodoxe Theologie im Theologischen Studienjahr der Dormitio/Jerusalem und Dozent für Orthodoxe Dogmatik und Westkirchenkunde der Theologischen Fakultät der Logos Universität Tirana. Er ist Erzpriester der Metropolie der Schweiz und sei 2019 Doktorand an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich am Institut für Biomedizinische Ethik und Medizingeschichte.

  • #7 Maria (d)

    Referent

    Abt Urban Federer (*1968) trat 1988 ins Benediktinerkloster Einsiedeln ein. Nach dem Theologiestudium in Einsiedeln und St. Meinrad (Indiana, USA) wurde er 1994 zum Priester geweiht. Danach Studium der Germanistik und Geschichte in Fribourg (CH). Seit 2013 Abt des Klosters Einsiedeln und Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz.

  • #8 Der Sog des Heiligen im offenen Spiel von Zeitgeist und Heiligem Geist (d)

    Die Sehnsucht nach einem hochangebundenen, be-geisterten Leben ist eine der stärksten Kräfte unserer Zeit. Anscheinend erfüllt sich die moderne Prophetie von der restlosen Säkularisierung und Entzauberung unseres Lebens nicht. Stattdessen erleben wir unüberschaubares Wechselspiel von Heiligung und Entheiligung. Dabei enthüllt sich der Zeitgeist als kreative Energie, welche die alten, sich selbst sakralisierenden Mächte spielerisch überbietet. Höchste Zeit also zu fragen, ob Zeitgeist und Heiliger Geist nicht zwei Gefährten im heiligen Spiel zugunsten des Lebens sind. Begeistert leben hiesse dann, sich vom Spiel dieser Geister ergreifen zu lassen.

    Referierende

    Andreas Loos: Der gelernte Automechaniker studierte Theologie in St. Chrischona bei Basel, Vancouver und St. Andrews (Schottland). Zwischenzeitlich arbeitete er als Pastor in Saarbrücken und Vancouver. Im Jahr 2002 kehrte der gebürtige Westfale zurück in die Schweiz und ist seitdem Dozent für Systematische Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).

    Kirstine Fratz: Die Kulturwissenschaftlerin hat sich das Wandlungsmysterium zwischen Zeit, Geist und Welt zur Profession gemacht. Als Zeitgeist Forscherin gibt Sie dem Geist der Zeit ein neues Profil und berät Unternehmen und Institutionen wie Unilever, Facebook und die katholische Kirche. Sie ist internationale Speakerin für Zeitgeist Themen, lehrt an Hochschulen, ist Aufsichtsratsmitglied bei der German Real Estate, Ehrenmitglied im Club Europäischer Unternehmerinnen, TED Speakerin und Expertin in unterschiedlichen Think Tanks u.a. Akademie_3. Kirstine Fratz ist Autorin von „Das Buch vom Zeitgeist – und wie er uns vorantreibt“ (Fontis Verlag) und publiziert regelmäßig neue Zeitgeist Perspektiven in unterschiedlichsten, christlichen als auch säkularisierten, Medien, bis zum Magazin des internationalen Wirtschaftssenats Berlin.