Verborgene Geschichten bergen – Narrative Praxis als Methode der sozialen Ko-Konstruktion in Beratungsgesprächen

Das Wesentliche

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Daten

1. und 2. März 2024

09.15–17.00 Uhr

Dauer

2 Tage

Kosten

CHF 590.–

CHF 550.– für Absolventinnen und Absolventen des CAS Lebenserzählungen

Format Seminar / Kurs
Sprache Deutsch
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Broschüre
Ort/e

Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg

Zielgruppe

In der Beratung Tätige wie Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen, Psychologinnen und Psychiater, Supervisorinnen und Coaches und weitere Interessierte.

Inhalt

Wir leben in Bedeutungen! Manche Bedeutungen finden wir in der Welt vor: «Aha, so also geht es, ein Mann/eine Frau zu sein». Manche erfinden wir selbst auf Basis unserer Erfahrungen: «Ich bin ein erfolgreicher Glückspilz»/«Ich bin eine Niete». Diese Ideen über uns selbst prägen anschliessend unser Erleben, und wir sortieren unsere zukünftigen Erlebnisse entlang dieser «Geschichten» ein.


Aber was tut man, wenn diese Geschichten einen unglücklich machen? Hier kommt die narrative Praxis ins Spiel, ein Ansatz nach den Australiern Michael White und David Epston. Mithilfe der narrativen Arbeit helfen Sie Ihren Klientinnen und Klienten, die eigene Geschichte neu und detaillierter zu erzählen. Dadurch können Aspekte der Person sichtbar werden, für die in den bisherigen Geschichten kein Platz war: Vielleicht bin ich auf andere Art und Weise ein Mann/eine Frau? Vielleicht kann ich neben meiner Identität als Glückspilz oder Niete noch mehr finden, das mich definiert? Mit externalisierender Sprache helfen Sie, das Problem als eine Sache ausserhalb des eigenen Selbst zu verorten und sich so dem Problem stellen zu können und untergegangene Erzählungen über die Person zu bergen.


Am ersten Tag geht es um eine Einführung in die Metapher des Narrativs, also die namensgebende Idee, dass Menschen ihre Erfahrung in Geschichten organisieren. Die tatsächlichen Erfahrungen sind so umfassend und vielgestaltig, dass wir natürlich vereinfachen und bündeln: anschliessend prägen diese Geschichten wiederum unser Erleben, weil wir jenes wiedererkennen, was uns aus Geschichten bekannt ist. Weiterhin wird die Externalisierung als grundlegende Technik der narrativen Praxis eingeführt.


Am zweiten Tag widmen wir uns den «Unique Outcomes», also Elementen in der Erzählung, die so gar nicht zur (oft sehr mächtigen) Problemgeschichte passen. Ausserdem wird in die Idee der Positionierung eingeführt. Dabei werden Menschen darin unterstützt, ihre Haltung und Perspektive zum Problem zu finden und genau zu beschreiben. Hierzu werden Methoden vorgestellt, die Personen dabei helfen, ihre Position zu finden und reichhaltig zu beschreiben.

Ziele

Die Teilnehmenden werden nach dem Kurs das Menschenbild und die Gesprächsführung der narrativen Praxis erlebt und verstanden haben. Sie werden inspiriert sein, über Beratung anders nachzudenken, als klassische Beratungsansätze es tun. Anstatt Probleme zu lösen, werden Sie Menschen stärken, einfach indem Sie Zeugin oder Zeuge sind für das, was bislang wenig erzählt wurde. Sie werden konkrete Techniken anhand von sogenannten «Landkarten» erfahren haben, die auf einfache Art und Weise ein Gespräch gestalten, sodass neue Erzähllinien sichtbar werden.

Kursverantwortliche und Referierende

Kursverantwortung

Gurtner Jean-Luc, Prof. em., Departement für Erziehungswissenschaften, Universität Freiburg

Kursleitung

Müller Jan, Psychologe und Leiter des ifR Hamburg, Deutschland

Daten und Orte
Zeit Ort
01.03.2024 von 09:15 bis 17:00 Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg
02.03.2024 von 09:15 bis 17:00 Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg
Medien und Dokumente

Dokument-e

Kontakt

Weiterbildungsstelle der Universität Freiburg
Rue de Rome 6
1700 Fribourg