Das Wesentliche
Daten

14. Januar 2022

09.15–17.00 Uhr

Dauer

1 Tag

Kosten

CHF 250.–

Format Seminar
Sprache Deutsch
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Broschüre
Ort/e

Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg

Zielgruppe

Lehrpersonen der Sekundarstufe I und II

Inhalt

Die Idee, dass Literatur etwas mit dem Guten und Bösen in der Welt zu tun hat, dass sie nicht nur vorbildliches und verwerfliches Verhalten darstellt, sondern zu guter Lebensführung und einer Verbesserung der Sitten anleitet oder aber moralische Üblichkeiten hinterfragt und so die soziale Ordnung gefährdet – diese Idee ist von der Antike bis zur Gegenwart in vielen Varianten ebenso nachdrücklich vertreten wie entschieden zurückgewiesen worden. So zieht sich einerseits von Plato und Aristoteles über die Bildungsideale der Weimarer Klassik bis hin zur Ideologiekritik des 20. Jahrhunderts eine lange und anhaltende Reflexion über das Verhältnis von Literatur und Ethik. Die Lektüre und Kenntnis vieler Texte, die diese Reflexion entwickeln, gehört zum Kernbestand des Literatur- und Deutschunterrichts. Andererseits weist die Frage, ob und welche Literatur eine bessernde, bedenkliche oder möglicherweise gar keine Wirkung hat, eine grosse praktische Gegenwartsrelevanz auf, die in jüngeren Debatten über Identität, Inklusion, Redefreiheit bzw. Cancel-Culture erkennbar ist.


Wir wollen im Rahmen dieser Weiterbildung nicht die weltanschaulichen Fragen ins Zentrum stellen, die den Diskurs immer wieder belasten. Vielmehr möchten wir den Blick darauf richten, wie das Verhältnis von Literatur und Ethik in der Vergangenheit verstanden worden ist, wie es heute zum Thema gemacht wird und welche besonderen Herausforderungen und Möglichkeiten sich für den Unterricht daraus ergeben. Wie lässt sich also über ein allfälliges ethisches Potenzial der Literatur reden? Wie stehen die vielbeschworene Autonomie und die ebenso oft bemühte Orientierungsaufgabe der Literatur zueinander? Wie könnte gegebenenfalls eine ethische Dimension von Literatur erfasst werden? Dabei werden wir neben der Diskussion von (zum Teil im Wortsinne ,klassischen‘) Stellen des Diskurses über die ethische Wirkung von Literatur insbesondere auch literarische Beispiele aus Geschichte und Gegenwart diskutieren.

Ziele

Das Weiterbildungsseminar:
 

  • diskutiert historische Positionen zu Literatur bzw. Theater als moralische Anstalt;
  • betrachtet neuere Vorschläge zur Klärung des Verhältnisses von Literatur und Ethik;
  • beleuchtet theoretisch und praktisch die ethischen Herausforderungen von bzw. durch Literatur in der alltäglichen Lektüre und im schulischen Unterricht;
  • reflektiert den Umgang mit literarischen Kleinformen der Gegenwart;
  • fördert den Austausch von Unterrichtserfahrungen im Kontakt mit Literaturtheorie.


Ein Reader mit den theoretischen und literarischen Texten, die im Rahmen des Seminars analysiert und diskutiert werden sollen, wird den Teilnehmenden rund zwei Wochen vor der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

Kursverantwortliche und Referierende

Kursverantwortung

Kindt Tom Oliver, Prof. Dr., Professor für Germanistische Literaturwissenschaft, Universität Freiburg

Müller Ralph, Prof. Dr., Professor für Germanistische Literaturwissenschaft, Universität Freiburg

Daten und Orte
Zeit Ort
14.01.2022 von 09:15 bis 17:00 Weiterbildungszentrum, Rue de Rome 6, Freiburg
Medien und Dokumente

Dokument-e

Bemerkungen zur Anmeldung

Die Lehrpersonen der Gymnasien Kanton FR können auf dem üblichen Weg bei der Erziehungsdirektion für einen eintägigen Kurs maximal CHF 250.– Rückerstattung beantragen.

Kontakt

Weiterbildungsstelle der Universität Freiburg
Rue de Rome 6
1700 Fribourg

Anmeldung