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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Kirchengeschichte (Historia Ecclesiastica)
Siebtes Buch

9. Kap. Die gottlose Taufe der Häretiker.

9. Der fünfte Brief des Dionysius (über die Taufe)1 ist an den römischen Bischof Xystus geschrieben. Nachdem er in demselben vieles gegen die Häretiker gesagt, erzählt er folgende Geschichte, die sich zu seiner Zeit zugetragen hat: „Denn in der Tat, Bruder, bedarf ich des Rates, und ich bitte dich um deine Meinung in der folgenden Sache, die mir begegnet, damit ich nicht etwa falsch vorgehe. Unter den Brüdern nämlich, die gottesdienstlich zusammenkommen, lebt ein Mann, der von jeher als Gläubiger gilt und der schon vor meiner Weihe und, wie ich glaube, schon vor der Einsetzung des seligen Heraklas am Gottesdienste teilgenommen. Da er jüngst der Taufhandlung anwohnte und die Fragen und Antworten mitangehört, kam er weinend und über sich selbst klagend zu mir, fiel mir zu Füßen und erklärte unter Beteuerungen, die Taufe, welche er bei den Häretikern empfangen habe, sei nicht diese und habe durchaus nichts mit dieser gemein, sie sei nämlich voll Sünde und Lästerung. Und er sagte, seine Seele sei nun völlig niedergeschlagen und er getraue sich die Augen nicht mehr zu Gott zu erheben, da er mit jenen unheiligen Worten und Handlungen (als Christ) begonnen. Deshalb erbat er diese ganz lautere Reinigung und Aufnahme und Gnade. Doch wagte ich es nicht, ihm die Bitte zu gewähren, und erklärte, seine vieljährige Gemeinschaft (mit uns) genüge. Denn da er seit so langer Zeit die [S. 328] Danksagung mit angehört und das Amen mit den Gläubigen gesprochen habe, an den Tisch getreten sei, die Hände zum Empfang der heiligen Speise ausgestreckt, diese entgegengenommen und den Leib und das Blut unseres Herrn genossen habe, könnte ich es nicht wagen, ihn von neuem zu taufen. Ich mahnte ihn, guten Mutes zu sein und mit festem Glauben und guter Hoffnung zum Genusse des Heiligen zu gehen. Doch er hört nicht auf, traurig zu sein, und erschaudert davor, an den Tisch (des Herrn) zu treten, und kann nur mit Mühe bewogen werden, an den Gebeten teilzunehmen.“ Außer den erwähnten ist noch ein anderer Brief des Dionysius über die Taufe erhalten. Derselbe ist in seinem und seiner Gemeinde Namen an Xystus und die römische Kirche geschrieben. In demselben stellt er eine weitläufige Untersuchung über die vorliegende Streitfrage an. Ferner wird noch ein Brief von ihm an Dionysius in Rom überliefert; derselbe handelt über Lucian. Hierüber soviel.

1: Der erste Brief des Dionysius über die Taufe war also an Stephanus gerichtet, der zweite an Xystus, der dritte an den römischen Presbyter Philemon, der vierte an den Presbyter und späteren römischen Bischof Dionysius, der fünfte wiederum an Xystus. Ein kürzerer und längerer Briet an Dionysius und Philemon (c. 5), ebenso der am Schlusse von Kap. 9 erwähnte „andere Brief über die Taufe“ sind bei dieser Zählung nicht mitgerechnet.

 

 

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Einleitung: Kirchengeschichte des Eusebius

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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