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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Kirchengeschichte (Historia Ecclesiastica)
Siebtes Buch

15. Kap. Das Martyrium des Marinus in Cäsarea.

15. Während damals die Kirchen überall Frieden hatten, wurde zu Cäsarea in Palästina Marinus, ein mit militärischen Würden bekleideter, durch seine Geburt und seinen Reichtum bekannter Mann, wegen seines christlichen Bekenntnisses enthauptet. Der Anlaß dazu war folgender: Es gibt bei den Römern eine gewisse Auszeichnung, die Weinrebe. Wer sie besitzt, sagt man, werde Hauptmann. Da eine Stelle frei war, sollte Marinus infolge des Ranges, den er einnahm, auf sie befördert werden. Als er schon daran war, die Würde zu erlangen, trat ein anderer Bewerber vor den Richterstuhl mit der Beschuldigung, Marinus dürfe nach den alten Gesetzen das römische Amt nicht übernehmen, da er Christ sei und den Kaisern nicht opfere. Vielmehr gebühre ihm die Stelle. Auf diese Vorstellung hin fragte der Richter Achäus den Marinus zunächst nach seiner Religion. Als er sah, daß derselbe auf seinem christlichen Bekenntnisse verharrte, gab er ihm drei Stunden Be- [S. 338] denkzeit. Beim Verlassen des Gerichtshofes nahm ihn nun Theoteknus, der dortige Bischof, beiseite, besprach sich mit ihm und führte ihn an der Hand in die Kirche. Dort ließ er ihn unmittelbar vor den Altar treten, schlug seinen Mantel etwas zurück, wies auf das Schwert, mit dem er umgürtet war, und zugleich auf das Buch der heiligen Evangelien, das er gegenüberlegte, und befahl ihm, zwischen beiden frei zu wählen. Ohne Besinnen streckte Marinus seine Rechte aus und griff nach der Heiligen Schrift. Theoteknus aber sprach zu ihm: „Halte nun fest an Gott, halte fest! Und von ihm gestärkt, mögest du erlangen, was du erwählt! Gehe in Frieden!“ Kaum hatte Marinus die Kirche verlassen, rief ihn ein Herold laut vor Gericht; denn die Frist war abgelaufen. Vor dem Richter bekannte er mit noch größerem Mute seinen Glauben, worauf er sofort so, wie er war, auf den Richtplatz abgeführt und hingerichtet wurde.

 

 

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Einleitung: Kirchengeschichte des Eusebius

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger