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Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)
Sechzehnte Unterredung, welche die erste des Abtes Joseph ist, über die Freundschaft.

12. Warum in der Unterredung die Schwächern nicht verachtet werden dürfen?

Oft kommt es nun aber vor, sei es durch einen Trug des Teufels oder durch Zutritt eines menschlichen Irrthums, da ja Keiner in diesem Fleische ist, der sich nicht [S. 150] täuschen könnte, daß sowohl Jener, welcher den schärfern Geist und die größere Wissenschaft besitzt, etwas Falsches ausdenkt, als auch daß ein Anderer von langsamerer Denkkraft und geringerem Werthe Etwas richtiger und wahrer erfaßt. Deßhalb rede sich Keiner, wie sehr er auch mit Wissenschaft begabt sein mag, in eitler Aufgeblasenheit ein, daß er kein Bedürfniß haben könne nach einer Besprechung mit dem Andern. Denn wenn ihn auch nicht teuflische Bethörung in seinem Urtheil trügt, so wird er doch nicht den ärgeren Schlingen der Überhebung und des Hochmuths entgehen. Wer könnte sich auch ohne ungeheuern Schaden so Etwas herausnehmen, da doch das Gefäß der Auserwählung, in welchem, wie er selbst bekennt, 1 Christus sprach, betheuert, 2 er sei nur deßhalb nach Jerusalem hinabgestiegen, um das Evangelium, das er unter Offenbarung und Mitwirkung des Herrn den Heiden predigte, mit seinen Mitaposteln in vertrauter Prüfung zu vergleichen! Daraus ist ersichtlich, daß nicht nur die Einmütigkeit und Eintracht durch diese Vorschrift bewahrt werde, sondern daß man auch alle Nachstellungen und Trugnetze des uns feindlichen Teufels nicht zu fürchten braucht.

1: II. Kor. 13, 3.
2: Galat. 2, 2.

 

 

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Einleitung: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger