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Liturgien, Griechische - Die griechische Markusliturgie
C. Messe der Gläubigen

IV. Präfation und Fürbitten.

Ähnlich bekreuzt der Priester auch nach dem Glaubensbekenntnisse das Volk und spricht mit lauter Stimme:
Der Herr sei mit uns allen.

Das Volk:
Und mit Deinem Geiste.

Der Priester:
Empor die Herzen.

Das Volk:
Wir haben sie beim Herrn.

Der Priester:
Lasset uns dem Herrn Dank sagen.

Das Volk:
Es ist würdig und gerecht.

Der Diakon:
Breitet auseinander (sc. die Arme).1

[S. 173] Der Priester beginnt die Anaphora (Opferhandlung):
Wahrhaft, würdig und gerecht, heilig, geziemend und für Seelen heilsam ist es, Dich, Seiender, Gebieter, Herr, Gott, allmächtiger Vater, zu loben und zu preisen, Dir zu danken und Dich mit unermüdetem Munde, mit nie schweigenden Lippen und mit lautem Herzen Tag und Nacht zu bekennen. Denn Du hast den Himmel und was im Himmel ist, die Erde und was auf Erden ist, das Meer, die Quellen, die Flüsse, die Seen und alles, was in ihnen ist, gemacht und den Menschen nach Deinem Bilde und Gleichnisse erschaffen. Diesem hast Du die Wonne des Paradieses geschenkt und ihn auch nach dem Falle nicht verachtet oder verlassen, Gütiger, sondern wieder durch das Gesetz berufen, durch die Propheten unterrichtet und durch dieses furchtbare, lebendigmachende und himmlische Geheimnis wieder hergestellt und erneuert. Alles aber hast Du durch Deine Weisheit gemacht, durch das wahre Licht, durch Deinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, Gott und Heiland Jesus Christus. Durch ihn und mit ihm und dem Heiligen Geiste danken wir Dir und bringen Dir dieses geistige und unblutige Opfer dar, das Dir, o Herr, alle Völker vom Aufgange der Sonne bis zu ihrem Untergange, vom Norden und Süden darbringen. Denn groß ist Dein Name unter allen Völkern, und an jedem Orte werden Deinem heiligen Namen Rauchwerk, Opfer und Gaben dargebracht.

Wir flehen und rufen Dich an, Menschenfreundlicher, Gütiger! Gedenke, o Herr, Deiner heiligen, allein katholischen und apostolischen Kirche, die von einem Ende der Erde bis zum andern ausgebreitet ist, aller Völker und all Deiner Herden.

Gieße in die Herzen von uns allen den himmlischen Frieden und schenke uns auch den Frieden dieses Lebens.

Leite, König und Herr, die Obrigkeiten, Räte, Gemeinden und Bezirke und unsern Eingang und Ausgang in allem Frieden. König des Friedens, gib uns in Eintracht und Liebe Deinen Frieden. Nimm von uns Besitz, o Herr, denn außer Dir kennen wir keinen andern; [S. 174] Deinen Namen rufen wir an: Belebe die Seelen von uns allen; der Tod der Sünde habe keine Gewalt über uns, noch über Dein ganzes Volk.

Besuche, Herr, die Kranken Deines Volkes in Mitleid und Barmherzigkeit und heile sie. Entferne von ihnen und von uns jede Krankheit und Schwäche und treibe aus ihnen den Geist der Kraftlosigkeit. Jene, die an langwierigen Gebrechlichkeiten daniederliegen, richte auf und heile diejenigen, die von unreinen Geistern geplagt werden.

Erbarme Dich über alle, die in Gefängnissen oder in Bergwerken sich befinden, vor Gericht stehen oder verurteilt sind, in der Verbannung leben oder von bitterer Knechtschaft oder von Abgaben gedrückt sind, und befreie sie insgesamt. Denn Du bist unser Gott, der die Gebundenen löst, die Niedergebeugten aufrichtet, die Hoffnung der Hoffnungslosen, die Hilfe der Hilflosen, die Auferstehung der Gefallenen, der Hafen der Schiffbrüchigen und der Rächer der Bedrängten.

Erweise jeder bedrängten und irrenden christlichen Seele Barmherzigkeit, verleihe ihr Vergebung und gewähre ihr Erquickung. Heile aber auch unsere Seelenkrankheiten, Herr, und laß unsere leiblichen Schwächen genesen; Arzt der Seelen und der Leiber, Aufseher über alles Fleisch, durch Dein Heil besuche uns und heile uns.

Unsere Brüder, die in der Fremde reisen oder zu reisen beabsichtigen, führe in jeder Gegend auf guten Wegen, mögen sie zu Land oder auf Flüssen oder Seen oder Straßen oder auf beliebige Art ihre Reise machen; führe sie insgesamt überall in einen ruhigen und sicheren Hafen. Würdige Dich, ihr Steuermann und Wegweiser zu werden und gib sie erfreut ihren erfreuten und gesund ihren gesunden Angehörigen zurück. Aber auch unsere Pilgerfahrt in diesem Leben bewahre, Herr, bis ans Ende vor Sturm und Schaden.

Sende gedeihlichen Regen in reichem Maße auf jene Gegenden herab, die ihn brauchen und bedürfen. Erfreue und erneuere durch seine Niederkunft das Angesicht der Erde, damit sie grünend sich an seinen Tropfen erfreue.

[S. 175] Führe die Gewässer der Flüsse auf ihr entsprechendes Maß, erheitere und erneuere durch ihr Steigen das Angesicht der Erde; tränke ihre Furchen und vervielfältige ihre Erzeugnisse.

Segne, o Herr, die Früchte der Erde, erhalte sie uns gesund und unversehrt, und bereite sie uns zum Samen und zur Ernte.

Segne auch jetzt, o Herr, den Kranz des Jahres Deiner Güte wegen der Armen Deines Volkes, wegen der Witwen und Waisen, wegen der Fremden und unser aller, die auf Dich hoffen und Deinen heiligen Namen anrufen. Denn die Augen aller harren auf Dich und Du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. Da Du jedem Fleische Nahrung gibst, so erfülle unsere Herzen mit Freude und mit Heiterkeit, damit wir immer für uns selbst genug und für jedes gute Werk überflüssig haben in Christus Jesus, unserm Herrn.

König der Könige und Herrscher der Herrschenden, bewahre die Regierung Deines Dieners, unseres rechtgläubigen und christusliebenden Königs, den Du gewürdiget hast, auf Erden zu herrschen, in Frieden, Mannhaftigkeit und Gerechtigkeit. Unterwirf ihm, o Herr, jeden einheimischen und auswärtigen Feind und Gegner. Ergreife Speer und Schild und erhebe Dich zu seinem Schutze, vernichte und bedränge hingegen die Macht seiner Verfolger. Umschatte sein Haupt am Tage des Krieges und setze seine Nachkommen auf seinen Thron. Rede zu seinem Herzen Gutes für Deine heilige, katholische und apostolische Kirche und für Dein ganzes christusliebendes Volk, damit auch wir bei seinem Frieden ein ruhiges und stilles Leben führen in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.

Den Seelen der im Glauben an Christus entschlafenen Väter und Brüder gib Ruhe, o Herr unser Gott, eingedenk unserer Vorväter von Anfang an, unserer Väter, Patriarchen, Propheten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, Bischöfe, Gerechten und jeden Geistes, der im Glauben an Christus vollendet wurde, sowie auch jener, deren Andenken wir heute begehen, und unseres heiligen Vaters, des Apostels und Evangelisten Markus, der uns den Weg des Heiles gezeigt hat.

[S. 176] Gegrüßt seist Du, Gnadenvolle, der Herr ist mit Dir, Du bist gebenedeit unter den Weibern, weil Du den Heiland unserer Seelen geboren hast.

Lautes Gebet:
Vorzüglich unserer allheiligen, unbefleckten und gepriesenen Herrin, der Gottesgebärerin und immerwährenden Jungfrau Maria.

Der Diakon:
Herr, segne.

Der Priester:
Der Herr wird Dich durch seine Gnade segnen, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit.

Der Diakon (liest) die Diptychen der Verstorbenen.

Der Priester betet gebeugt:
Gebieter, Herr unser Gott! Gib den Seelen all dieser Ruhe in den Zelten der Heiligen und verleihe ihnen in Deinem Reiche die Güter Deiner Verheißungen, die kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und die in keines Menschen Herz gekommen sind, die Du denen bereitet hast, o Gott, die Dich lieben. Bringe ihre Seelen zur Ruhe und würdige sie des Himmelreiches, uns aber gewähre ein christliches, wohlgefälliges und sündeloses Lebensende und gib uns Anteil und Los mit allen Deinen Heiligen. Durch den Dienst der Erzengel nimm auf Deinen heiligen, himmlischen und geistigen Altar, in die Größe des Himmels die Opfer und Gaben der Darbringenden und ihre Dankesopfer auf; mögen sie viel oder weniger insgeheim oder öffentlich dargebracht oder die Absicht dazu gehabt haben, ohne die Mittel zu besitzen. Nimm auf die Gaben jener, die heute ihre Gaben dargebracht haben, wie Du die Gaben Deines gerechten Abels angenommen hast.

Der Priester legt Weihrauch ein und spricht:
Wie die Opfer unseres Vaters Abraham, den Weihrauch des Zacharias, das Almosen des Kornelius und die zwei Heller der Witwe, so nimm auch ihre Dankesopfer auf und gib ihnen für das Irdische und für das Zeitliche Ewiges.

[S. 177] Den heiligsten und seligsten Papa N., der nach Deinem Vorherwissen auch Deine heilige, katholische und apostolische Kirche regiert, und unsern ehrwürdigsten Bischof N. erhalte viele Jahre in friedlichen Zeiten, in Verwaltung des ihnen von Dir anvertrauten Hohenpriestertums und im rechten Dienste des Wortes der Wahrheit nach Deinem heiligen und seligen Willen.

Gedenke auch Deiner rechtgläubigen Bischöfe auf Erden, der Priester, Diakonen, Subdiakonen, Vorleser, Sänger, Mönche, Jungfrauen, Witwen und Laien.

Gedenke, o Herr, der heiligen Stadt Christi unseres Gottes, der Hauptstadt, dieser unserer Stadt, jeder Stadt und jeden Landes und ihrer rechtgläubigen Bewohner, ihres Friedens und ihrer Sicherheit.

Gedenke, o Herr, jeder bedrängten und bedrückten christlichen Seele, die der göttlichen Barmherzigkeit und Hilfe bedarf, und der Bekehrung der Verirrten.

Gedenke, o Herr, unserer Brüder in der Kriegsgefangenschaft, gib, daß sie vor allen, die sie gefangen genommen haben, Barmherzigkeit und Mitleid finden.

Gedenke, o Herr, in Mitleid und Barmherzigkeit auch unser, Deiner sündigen und unwürdigen Knechte, und tilge als guter und menschenfreundlicher Gott unsere Sünden aus.

Gedenke auch meiner, o Herr, Deines niedrigen, sündigen und unwürdigen Dieners, und tilge als menschenfreundlicher Gott meine Sünden aus und sei bei uns, die wir Deinem allheiligen Namen opfern.

Segne, o Herr, unsere Versammlungen, vertilge den Götzendienst gänzlich von der Welt, tritt den Satan und alle seine Wirksamkeit und Bosheit unter unsere Füße. Demütige, Herr, wie immer so auch jetzt die Feinde Deiner Kirche, entwaffne ihren Übermut, zeige ihnen schnell ihre Schwäche und mache die Nachstellungen und Tücken, die sie gegen uns bewerkstelligen, wirkungslos. Erhebe Dich, o Herr, und zerstreut werden Deine Feinde, und fliehen sollen alle, die Deinen heiligen Namen hassen. Dein treues und rechtgläubiges Volk aber wachse durch Deinen Segen zu tausendmal [S. 178] Tausenden und zu zehnstausend Myriaden, die Deinen heiligen Willen vollziehen.

Der Diakon:
Die ihr sitzet, erhebet euch.

Der Priester spricht das Gebet:
Erlöse die Gefangenen, befreie die Bedrängten, speise die Hungrigen, tröste die Kleinmütigen, bekehre die Verirrten, erleuchte die Erblindeten, richte die Gefallenen auf, stärke die Wankenden, heile die Kranken, versammle alle, Gütiger, auf dem Wege des Heiles und in Deiner heiligen Herde. Befreie uns von Missetaten, denn Du bist unser Schützer und Helfer in allem geworden.

Der Diakon:
Sehet gegen Osten.

Der Priester neigt sich und betet:
Denn Du bist erhaben über jede Obrigkeit und Gewalt, Kraft und Herrschaft und über jeden Namen, der nicht bloß in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird. Um Dich stehen tausendmal tausend und zehntausend Myriaden von heiligen Engeln und die Heeresscharen der Erzengel. Um Dich stehen die zwei ehrwürdigsten Wesen, die vieläugigen Cherubim und die sechsflügeligen Seraphim, die mit zwei Flügeln ihr Angesicht verhüllen und mit zweien die Füße und mit zweien fliegen. Mit unermüdetem Munde und mit nie schweigenden Lobpreisungen Gottes ruft einer dem andern den dreimal heiligen Siegesgesang zu, indem sie zu Deiner großen Herrlichkeit singen, rufen, verherrlichen, schreien und sprechen:
Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen, Himmel und Erde sind voll Deiner Herrlichkeit.

Lautes Gebet:
Heilige jederzeit uns alle und nimm mit allem, die Dich heiligen, Gebieter, Herr, auch unsere Heiligpreisung an, da wir mit ihnen singen und sprechen:

Das Volk:
Heilig, heilig, heilig, Herr der Heerscharen.
Voll ist der Himmel und die Erde Deiner heiligen Herrlichkeit.

1: Der Text bei Daniel hat die Worte des Diakons nicht. Brightman hat πετάσατε [petasate].

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Ägyptische Liturgien
Einleitung: Die griechische Markusliturgie
Vorwort zu den Liturgen
Einleitung zu den Liturgen
Allgemeine Bemerkungen zu den Griechischen Liturgien
Bilder Vorlage

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. VIII. Danksagung nach ...
. IX. Schlußgebete.

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger