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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)
Buch I

31. Beschreibung des kreuzähnlichen Feldzeichens, das die Römer jetzt Labarum nennen.

Es war aber das Zeichen auf folgende Art verfertigt: ein langer goldüberzogener Lanzenschaft trug eine Querstange und hatte somit die Gestalt des Kreuzes; am oberen Rande des Ganzen war ein kunstvoll geflochtener Kranz aus Gold und Edelsteinen befestigt, in dem das Zeichen für den Namen des Erlösers angebracht war, zwei Buchstaben, die als Anfangsbuchstaben den Namen Christi bezeichneten, indem das P in der Mitte durch das X gekreuzt wurde1 . Eben diese Buchstaben trug der Kaiser für gewöhnlich in der Folgezeit auch auf seinem Helm. An der Querstange, die an den Lanzenschaft gesteckt war, hing ferner ein Stück Linnen herab, ein kostbares Gewebe, das mit bunt aneinander gesetzten, in den Sonnenstrahlen hell funkelnden Edelsteinen über und über besät und reich mit Geld durchwirkt war, ein unbeschreiblich schöner Anblick für jedes Auge. Dieses an der Querstange befestigte Linnen maß ebensoviel in die Länge wie in die Breite; der Längsschaft aber, der bis zum untern Ende eine beträchtliche Länge hatte, trug oben unmittelbar an dem Zeichen des Kreuzes, gerade am Ende des beschriebenen Gewebes, das goldene Brustbild des gottgeliebten Kaisers und in gleicher Weise das seiner Söhne. Dieses heilbringende Zeichen gebrauchte nun der Kaiser stets als Schutzmittel gegen jede Macht, die sich ihm feindlich entgegenstellte, und er befahl, daß das Abbild desselben allen seinen Heeren vorangetragen werde.

1: Eusebius weiß offenbar nichts davon, „daß das sogenannte konstantmische Monogramm ein bis dahin unbekanntes Zeichen gewesen wäre... Als christliches Zeichen war das PX für Konstantin nur dann verständlich, wenn es auch schon vorher unter den Gläubigen als solches in Übung war“ [ Fr. J. Dölger, ICHTHYS, das Fischsymbol in frühchristlicher Zeit. Supplement der Röm. Quartalschrift 1910. I 361. ]

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger