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Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)
Buch I

27. Konstantin beherzigt das traurige Ende der Götzendiener und entscheidet sich für das Christentum.

Er bedachte aber wohl, daß er einer mächtigeren Hilfe bedürfe, als sie Heere ihm zu bieten imstande wären, weil der Tyrann eifrig allen schlimmen Künsten und trughaften Zaubereien oblag; darum suchte er an Gott einen Helfer und baute erst in zweiter Linie auf seine gute Ausrüstung und die Größe seines Heeres, weil er überzeugt war, daß dieses alles nichts zu leisten vermöge, wofern Gottes Hilfe fehle; den göttlichen Beistand hielt er aber für unbezwinglich und unbesiegbar. Da er nun ernst bedachte, welchen Gott er annehmen solle, kam ihm der Gedanke, daß ehedem, als mehrere Männer die Herrschaft ergriffen hatten, die einen davon, die ihre Hoffnung auf mehrere Götter gesetzt und diese mit Weinspenden, Opfern und Weihegeschenken geehrt hatten, erst durch gefällige Weissagungen und glückverheißende Orakelsprüche getäuscht wurden, dann aber ein unglückliches Ende fanden, ohne daß einer von ihren Göttern ihnen hilfreich zur Seite gestanden wäre, um sie vor dem vom Himmel verhängten Untergang zu bewahren. Einzig sein Vater habe den entgegengesetzten Weg eingeschlagen, ihren Irrtum verworfen und Gott selber, den über der Welt thronenden Herrn, in seinem ganzen Leben geehrt und an ihm einen Retter und Schutzer des Reiches und einen Spender alles Guten gefunden. Dieses alles überlegte er bei sich und er bedachte es wohl, daß jene ihr Vertrauen auf die große Zahl der Götter gesetzt hatten und dafür auch in um so größeres Verderben gestürzt waren, so daß von ihrem Geschlechte und Stamm keine Wurzel, ja nicht einmal ihr Name oder ihr Gedächtnis unter den Menschen erhalten geblieben war, während der Gott seines Vaters diesem überaus viele und klare Zeichen seiner Macht gegeben hatte. Dazu erwog er auch, daß denen, welche schon früher gegen den Tyrannen zu Felde gezogen waren und im Vertrauen auf ihre vielen Götter das Treffen gewagt hatten, ein schmähliches Ende beschieden wurde; der eine von ihnen mußte sich nämlich schmählich nach dem Treffen zurückziehen, der andere aber wurde gar mitten unter seinen Soldaten niedergemetzelt und so auch eine Beute des Todes1 . Da nun Konstantin dieses alles in seinem Geiste überlegte, hätte er es für eine Torheit gehalten, die Götter, die es gar nicht gibt, in so alberner Weise zu verehren und auch noch nach einem solch augenscheinlichen Beweise vom Irrtum sich berücken zu lassen; er glaubte vielmehr nur den Gott seines Vaters verehren zu müssen.

1: Vgl. Kap. 26.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger