{"id":8150,"date":"2019-04-03T13:40:15","date_gmt":"2019-04-03T12:40:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.unifr.ch\/alma-georges?p=8150"},"modified":"2019-04-03T14:05:25","modified_gmt":"2019-04-03T13:05:25","slug":"sind-medien-sexistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2019\/sind-medien-sexistisch","title":{"rendered":"Sind Medien sexistisch?"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Am 9. April findet eine \u00f6ffentliche Podiumsdiskussion zur Darstellung von Kandidierenden f\u00fcr National- und St\u00e4nderat in den Medien statt. Die Redaktion hat mit den Hauptorganisator_innen\u00a0vom\u00a0Departement f\u00fcr Kommunikationswissenschaft und Medienforschung\u00a0\u00fcber das wichtige Thema Sexismus gesprochen und dabei \u00dcberraschendes erfahren.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Frau Sch\u00f6nhagen, Herr Puppis, was veranlasst Sie dazu, ein Podium zu Sexismus und Medien zu veranstalten?<br \/>\n<\/strong><em>Sch\u00f6nhagen:<\/em> Hintergrund sind einerseits nat\u00fcrlich die eidgen\u00f6ssischen Wahlen diesen Herbst, zum anderen die Ergebnisse unserer Studie zur Darstellung von Politikerinnen und Politikern in Schweizer Medien in der Berichterstattung vor den Wahlen 2015.<\/p>\n<p><em>Puppis:<\/em> Angesichts des Wahljahrs wollten wir gemeinsam mit der Eidgen\u00f6ssischen Kommission f\u00fcr Frauenfragen die Chance nutzen, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Medien und Politik \u00fcber dieses wichtige Thema zu sprechen.<\/p>\n<p>I<strong>nwiefern werden Frauen in der Wahlberichterstattung anders dargestellt als M\u00e4nner?<br \/>\n<\/strong><em>Sch\u00f6nhagen:<\/em> Der Hauptbefund unserer Analyse lautet: Kandidatinnen in allen Sprachregionen sind in Textbeitr\u00e4gen (Print und Online), Audio- und Videobeitr\u00e4gen sowie auf Bildern im Vergleich zu den Wahllisten unterrepr\u00e4sentiert. Bei den Kandidierenden, die in den Medien vorkommen, finden sich jedoch fast keine geschlechtsspezifischen Darstellungsmuster. Dies gilt mit Blick auf die Themenkontexte, in denen Kandidierende vorkommen, f\u00fcr die Zuschreibung von Eigenschaften, sowie f\u00fcr die Thematisierung von \u00c4usserlichkeiten und (weitgehend) des Privatlebens. Von der Unterrepr\u00e4sentation abgesehen, werden Kandidatinnen und Kandidaten in der Vorwahlberichterstattung also \u00fcberwiegend gleichbehandelt. Die Vorwahlberichterstattung unterscheidet sich damit positiv von der generellen Darstellung von Frauen und M\u00e4nnern in Medien. Und die Resultate sind durchaus \u00fcberraschend: International konstatiert eine Reihe von Studien, wenn auch nicht alle, eher einen gegenl\u00e4ufigen Trend, also weniger Unterrepr\u00e4sentation, aber nach wie vor stereotype Darstellungsmuster.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Strategien, um sich gegen den Sexismus, den man \u00fcber Medien erf\u00e4hrt, zu wehren?<br \/>\n<\/strong><em>Puppis:<\/em> Erstmal ist festzuhalten, dass sich die Berichterstattung vor den Wahlen positiv von der allgemeinen Darstellung von M\u00e4nnern und Frauen in den Medien unterscheidet. Hauptproblem sind im Wahlkampf also nicht sexistische Darstellungen, sondern die Unterrepr\u00e4sentation von Kandidatinnen. Auf Seite der Medien ist es sicher n\u00f6tig, innerhalb von Redaktionen f\u00fcr diese Problematik zu sensibilisieren. Auch die fehlende Diversit\u00e4t im Journalismus, gerade in Leitungsfunktionen, k\u00f6nnte eine Rolle spielen. Das haben wir aber nicht untersucht. Auf Seite der Parteien hilft es nat\u00fcrlich, wenn Frauen Leitungsfunktionen wie Parteipr\u00e4sidien \u00fcbernehmen. Damit werden sie von den Medien automatisch mehr beachtet. Das zeigt in unserer Studie auch der Fall der Gr\u00fcnen Partei, die \u2013 mit zwei Frauen als Kopr\u00e4sidentinnen \u2013 als einzige eine angemessene Repr\u00e4sentation in den untersuchten Medien erzielen konnten. Um genau diese Fragen geht es auch an der Podiumsdiskussion. Wir wollen gemeinsam mit Expertinnen aus Medien und Politik diskutieren, wie sich die aktuelle Situation ver\u00e4ndern l\u00e4sst.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/agenda.unifr.ch\/e\/de\/4691\/\">Veranstaltungsdetails\u00a0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/432468390644619\/\">Facebook-Event<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www3.unifr.ch\/dcm\/de\/dept\/staff\/byalphabet\/people\/11622\/6a6ce\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Webseite<\/a> von Philomen Sch\u00f6nhagen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www3.unifr.ch\/dcm\/de\/dept\/staff\/byunit\/mediensysteme\/people\/11067\/84ea0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Webseite<\/a> von Manuel Puppis<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. 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