{"id":5130,"date":"2017-11-08T17:05:44","date_gmt":"2017-11-08T16:05:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www3.unifr.ch\/alma-georges?p=5130"},"modified":"2019-02-08T10:44:17","modified_gmt":"2019-02-08T09:44:17","slug":"die-gebuhrenerhohung-bedeutet-keine-wirtschaftliche-zutrittsbeschrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2017\/die-gebuhrenerhohung-bedeutet-keine-wirtschaftliche-zutrittsbeschrankung","title":{"rendered":"\u00abDie Geb\u00fchrenerh\u00f6hung bedeutet keine wirtschaftliche Zutrittsbeschr\u00e4nkung\u00bb"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Nach dem Entscheid des Staatsrats steht nun fest, dass sich die Einschreibegeb\u00fchren f\u00fcr Studierende und Doktoranden ab dem Herbstsemester 2018 um 180 Franken erh\u00f6hen. Rektorin Astrid Epiney stellt sich unseren Fragen.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Warum haben Sie gerade jetzt entschieden, die Erh\u00f6hung der Studiengeb\u00fchren zu beantragen?<\/strong><br \/>\nDas Rektorat unternimmt alles, damit die Universit\u00e4t Freiburg ihre Stellung als Volluniversit\u00e4t mit nationaler Bedeutung und internationaler Ausstrahlung konsolidieren und ausbauen kann. Die hierf\u00fcr jedenfalls notwendigen Massnahmen wurden in der vom Senat angenommenen Mehrjahresplanung im Einzelnen benannt. F\u00fcr die Verwirklichung dieser Ziele sind jedoch substantielle zus\u00e4tzliche finanzielle Mittel erforderlich. In diesem Sinn hat auch der Kanton beschlossen, seinen Beitrag in den n\u00e4chsten Jahren signifikant zu erh\u00f6hen. Allerdings erlauben auch diese zus\u00e4tzlichen Mittel nicht, alle priorit\u00e4ren Ziele der Mehrjahresplanung zu verwirklichen, was jedoch im Hinblick auf die Attraktivit\u00e4t und die Stellung der Universit\u00e4t im nationalen und internationalen Umfeld unabdinglich ist. Es war deshalb leider unvermeidbar, auch die Studierenden und Doktorierenden st\u00e4rker zu belasten.<\/p>\n<p><strong>Wie sind Sie in der Kommunikation vorgegangen?<\/strong><br \/>\nUns war es wichtig, vor dem definitiven Entscheid, dem Staatsrat den Antrag zu unterbreiten, die Universit\u00e4tsgemeinschaft \u00fcber den Senat, die K\u00f6rperschaften (insbesondere die AGEF und den CSWM) und die Fakult\u00e4tsleitungen zu konsultieren, damit das Rektorat bei der letztlichen Entscheidung \u00fcber die verschiedenen Argumente umfassend im Bild ist. Wir haben deshalb sofort nach dem Entscheid, einen Antrag \u00fcber eine Geb\u00fchrenerh\u00f6hung in Erw\u00e4gung zu ziehen, neben dem Senat auch die betroffenen K\u00f6rperschaften (AGEF und CSWM) kontaktiert und \u00fcber die Erw\u00e4gungen des Rektorats und die Gr\u00fcnde, die dazu f\u00fchrten, detailliert informiert. Die Mitarbeitenden und Professoren wurden \u00fcber ihre Hierarchie oder ihr Dekanat informiert. Somit konnten sich alle auch eine eigene Meinung bilden und die relevanten Argumente formulieren, bevor das Rektorat den Entscheid, dem Staatsrat eine Geb\u00fchrenerh\u00f6hung zu beantragen, traf. Im Rahmen der diesbez\u00fcglichen Gespr\u00e4che insbesondere mit der AGEF und dem CSWM wurden im \u00dcbrigen auch zahlreiche Themen angesprochen, die unabh\u00e4ngig von der Frage der Geb\u00fchrenerh\u00f6hung adressiert werden sollten; insofern sind wir sehr dankbar f\u00fcr diese diversen konstruktiven Gespr\u00e4che, auch wenn \u00fcber die Frage der Erh\u00f6hung selbst keine Einigkeit erzielt werden konnte. Es sei auch noch angemerkt, dass zahlreiche R\u00fcckmeldungen aus der Universit\u00e4tsgemeinschaft auch grosses Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Ansinnen des Rektorats erkennen liessen.<\/p>\n<p><strong>Nach so vielen Jahren ohne Erh\u00f6hung, wieso ist die Summe nun pl\u00f6tzlich derart hoch?<\/strong><br \/>\nDie Zusammenarbeit zwischen Staatsrat und Rektorat funktioniert neu mithilfe einer Zielvereinbarung. Diese wurde vom Staatsrat am 7. November auch verabschiedet, gleichzeitig mit der Erh\u00f6hung der Einschreibegeb\u00fchren. Die Ziele und deren Finanzierung sind logischerweise eng miteinander verkn\u00fcpft. Die Erh\u00f6hung erm\u00f6glicht nun, einige sehr dringende zus\u00e4tzliche Bed\u00fcrfnisse der Universit\u00e4t umsetzen zu k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass zahlreiche zus\u00e4tzlich erforderliche Mittel letztlich bereits gebunden sind, da schon beschlossene Projekte finanziert werden m\u00fcssen \u2013 so insbesondere der Master in Medizin \u2013 und einige weitere Anpassungen (z.B. Indexierungen) zwingend vorzunehmen sind. In den letzten Jahren konnten die Studierenden verschont bleiben und die Universit\u00e4t Freiburg war betreffend Semestergeb\u00fchren die mit Abstand g\u00fcnstigste in der Deutschschweiz, wenn Sie mir diesen Vergleich als zweisprachige Universit\u00e4t gestatten. Die Mitarbeitenden und der akademische Lehrk\u00f6rper leisteten durch erh\u00f6hte Belastung in Folge der Sparmassnahmen der letzten Jahre ebenfalls ihren Beitrag.<\/p>\n<p><strong>180 Franken pro Studierenden pro Semester, das entspricht in etwa j\u00e4hrlich 3,5 Millionen f\u00fcr die Universit\u00e4t. Wozu werden diese Mehreinnahmen konkret verwendet?<\/strong><br \/>\nDie Erh\u00f6hung der Studiengeb\u00fchren dient der Sicherung der Qualit\u00e4t und kommt insbesondere den Studierenden und dem wissenschaftlichen Nachwuchs zu Gute. Der Anstieg der Studierendenzahlen erfordert geeignete Massnahmen f\u00fcr die Sicherstellung der Betreuung insbesondere durch wissenschaftliche Mitarbeitende. Als Beispiel kann ich hier die Heilp\u00e4dagogik oder Sportwissenschaften nennen. Damit einhergehen sollte auch eine verst\u00e4rkte F\u00f6rderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, geht es doch auch und gerade um zus\u00e4tzliche Stellen f\u00fcr wissenschaftliche Mitarbeitende. Mittelfristig m\u00f6chten wir zudem ein Career Center einrichten, um den Studierenden f\u00fcr die \u00dcbergangsphase nach dem Studium Unterst\u00fctzung anbieten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Was sagen Sie jenen, die behaupten, dass dieser Entscheid einige finanziell schlechter Gestellte vom Studieren ausschliessen wird?<\/strong><br \/>\nIch verstehe diese Bedenken und kann Ihnen versichern, dass sich das Rektorat solche \u00dcberlegungen gemacht hat. Trotzdem: Die Erh\u00f6hung ist f\u00fcr den wohl \u00fcberwiegenden Teil der Studierenden zwar unangenehm, letztendlich aber verkraftbar. F\u00fcr finanziell schlecht gestellte Studierende bieten wir gezielte Unterst\u00fctzung an, wie insbesondere eine Reduktion oder einen Erlass der Studiengeb\u00fchren sowie auch eine dar\u00fcber hinausgehende Unterst\u00fctzung durch den Sozialdienst. Die Geb\u00fchrenerh\u00f6hung bedeutet deshalb keine wirtschaftliche Zutrittsbeschr\u00e4nkung. Zudem hat auch der Staatsrat klar kommuniziert, dass er in keiner Weise den Grundsatz der \u00f6ffentlichen Finanzierung der Hochschulstudien in Frage stellt.<\/p>\n<p><strong>Jetzt mal Hand aufs Herz: \u00c4ndert sich das System nun gerade hin zu einer Vermarktung der Studien?<\/strong><br \/>\nDas glaube ich nicht und sehe auch keine Tendenzen, dass sich die Politik aus der Bildung zur\u00fcckziehen m\u00f6chte, um Kosten generell auf die Studierenden w\u00e4lzen m\u00f6chte. Im Gegenteil: Die Sensibilit\u00e4t f\u00fcr Bildung ist in der Schweiz \u2013 und auch im Kanton \u2013 sehr hoch und die Investitionen in die Bildung sind in den vergangenen Jahren stets und bedeutend gewachsen. Nach wie vor machen die Studiengeb\u00fchren einen verschwindend kleinen Teil der Kosten eines Studiums aus. Legt man die Beitr\u00e4ge der Heimatkantone zugrunde, betragen diese je nach Studienrichtung zwischen 12\u2018000 und 50\u2018000 Franken pro Jahr. Sicher ist, dass gute Bildung und Spitzenforschung ihren Preis haben, die an der Universit\u00e4t Freiburg \u2013 wie auch an anderen staatlichen Universit\u00e4ten \u2013 auch in Zukunft zu einem ganz \u00fcberwiegenden Teil \u00f6ffentlich finanziert werden wird. Dass gerade der Kanton hier zu substantiellen Beitr\u00e4gen bereit ist, zeigen auch die derzeit aktuellen Pl\u00e4ne des Ausbaus der baulichen Infrastruktur. Mit der Renovation und dem Ausbau der Kantonsbibliothek sowie der Erweiterung der Mis\u00e9ricorde auf dem Gel\u00e4nde des Tour Henri werden sich in naher Zukunft f\u00fcr alle der Universit\u00e4tsgemeinschaft die Rahmenbedingungen deutlich verbessern.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.fr.ch\/ww\/de\/pub\/aktuelles.cfm?fuseaction_pre=Detail&amp;NewsID=62352\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medienmitteilung des Staatsrats<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www3.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2017\/leducation-coute-cher-essayez-lignorance\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eindr\u00fccke von der Demonstration<\/a> gegen die Geb\u00fchrenerh\u00f6hung<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung Einschreibegeb\u00fchr \u2013 Factsheet <a href=\"https:\/\/www3.unifr.ch\/uni\/de\/assets\/public\/files\/rectorat\/taxes_factsheet_de.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DE<\/a> | <a href=\"https:\/\/www3.unifr.ch\/uni\/fr\/assets\/public\/files\/rectorat\/taxes_factsheet_fr.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FR<\/a><\/li>\n<li>Titelbild: <a href=\"http:\/\/www.stemutz.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">stemutz.com<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Entscheid des Staatsrats steht nun fest, dass sich die Einschreibegeb\u00fchren f\u00fcr Studierende und Doktoranden ab dem Herbstsemester 2018 um 180 Franken erh\u00f6hen. 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