{"id":3911,"date":"2017-04-03T10:13:51","date_gmt":"2017-04-03T09:13:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www3.unifr.ch\/alma-georges\/?p=3911&#038;lang=de"},"modified":"2017-04-03T10:16:28","modified_gmt":"2017-04-03T09:16:28","slug":"uni-informel-wenn-die-freundlichkeit-zu-hause-bleibt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2017\/uni-informel-wenn-die-freundlichkeit-zu-hause-bleibt?lang=de","title":{"rendered":"Uni-Informel \u2013 Wenn die Freundlichkeit zu Hause bleibt"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Wir von Uni-Info Misericorde &amp; Perolles helfen gerne, manchmal auch jenseits der offiziellen \u00d6ffnungszeiten. Dass diese Hilfe nicht immer gesch\u00e4tzt wird, kommt vor und geh\u00f6rt zum Metier. Ein Fallbeispiel aus der Zweigstelle im PER20.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Es ist kurz vor 14 Uhr, als eine erbost wirkende Dame das PER20-Geb\u00e4ude betritt. Ich unterbreche meinen Ladenschluss-Automatismus und frage freundlich, wie ich helfen kann. \u00abIch will die Einschreibegeb\u00fchren f\u00fcr die n\u00e4chsten drei Semester bezahlen.\u00bb Als ich h\u00f6flich nach dem Grund dieses doch recht seltsamen Wunsches frage, erfahre ich, dass sie f\u00fcr 18 Monate auf die andere Seite des grossen Teichs z\u00fcgeln will; es stehe ihr dort ein Forschungsaufenthalt an einer renommierten Universit\u00e4t bevor. Ich schlussfolgere, dass sie in dieser Zeit an der Unifr eingeschrieben bleiben m\u00f6chte und hake entsprechend nach. Ihre Antwort: \u00abWas f\u00fcr eine dumme Frage, ich habe ja keine andere Wahl!\u00bb Die Studentin ist sichtlich genervt. \u00abEntschuldigen Sie bitte die Nachfrage.\u00bb, m\u00f6chte ich antworten, teile ihr aber stattdessen h\u00f6flich mit, dass es wahrscheinlich etwas schwierig werden wird, die drei Semester im Voraus zu bezahlen. Ihre Stirn, die bereits bei ihrer Ankunft in Falten lag, wird jetzt noch runzeliger. Dass man keine Vorauszahlungen t\u00e4tigen kann, sei ja wohl unter aller Sau, erwidert sie grimmig. Zudem wolle sie wissen, ob sie in diesen 18 Monaten in beiden L\u00e4ndern Krankenversicherungsbeitr\u00e4ge bezahlen muss. Ich erfahre, dass die andere Universit\u00e4t den Nachweis einer Krankenversicherung fordert; die Schweizer KVG werde dort allerdings nicht akzeptiert. \u00abJe nachdem, ob Sie Ihren Wohnsitz in der Schweiz beibehalten oder nicht.\u00bb, erwidere ich, und da auch ich \u2013 ganz genau wie diese ausl\u00e4ndische Studentin \u2013 im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung bin, teile ich ihr zus\u00e4tzlich und so wohlwollend wie m\u00f6glich mit, dass dieses Dokument nach einem Auslandsaufenthalt, welcher l\u00e4nger als sechs Monate dauert, automatisch seine G\u00fcltigkeit verliert. Die Studentin ist nun bis aufs \u00c4usserste ver\u00e4rgert und hebt ihre Stimme. Dass ihr die Unifr bei der Organisation ihres Forschungsaufenthalts weder helfe noch Unterst\u00fctzung zukommen lasse, wettert sie, sei vollkommen inakzeptabel. Daraufhin werde ich gefragt, ob ich denn w\u00fcsste, was f\u00fcr bahnbrechende Forschung sie an unserer Universit\u00e4t betreibt\u2026.<\/p>\n<p>Es ist inzwischen weit nach 14 Uhr, Uni-Info P\u00e9rolles ist offiziell geschlossen. Mein h\u00f6flicher Verweis auf die \u00d6ffnungszeiten wird ignoriert; stattdessen erhalte ich eine Standpauke \u00fcber den grundlegenden Beitrag der Forschung dieser Doktorandin zum guten Ruf der Unifr. Da mein Geduldsfaden dem Reissen nahe ist und ich den Worten in meinem Kopf keine Zunge verleihen will bzw. darf, komme ich schnell auf ihre Ausgangsfrage zur\u00fcck. Sie soll sich zwecks Vorausbezahlung der Semestergeb\u00fchren doch bitte an die Dienststelle f\u00fcr Zulassung und Einschreibung wenden, ich muss den Laden jetzt schliessen, auf Wiedersehen!<\/p>\n<p>Unangenehme F\u00e4lle wie dieser sind \u2013 Gott sei Dank \u2013 in der Minderheit und werden durch jene Studenten, welche sich f\u00fcr die geleistete Hilfe mit einem freundlichen L\u00e4cheln, einer lieben E-Mail oder gar mit Schokolade bedanken, vollends kompensiert.<\/p>\n<p>Anm. der Autorin: Die Semestergeb\u00fchren k\u00f6nnen maximal f\u00fcr ein Semester im Voraus bezahlt werden.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir von Uni-Info Misericorde &amp; Perolles helfen gerne, manchmal auch jenseits der offiziellen \u00d6ffnungszeiten. Dass diese Hilfe nicht immer gesch\u00e4tzt wird, kommt vor und geh\u00f6rt zum Metier. 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