{"id":22968,"date":"2026-02-03T14:46:31","date_gmt":"2026-02-03T13:46:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=22968"},"modified":"2026-02-03T14:46:31","modified_gmt":"2026-02-03T13:46:31","slug":"die-problematik-geht-weit-ueber-das-thema-sexarbeit-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2026\/die-problematik-geht-weit-ueber-das-thema-sexarbeit-hinaus?lang=de","title":{"rendered":"\u00abDie Problematik geht weit \u00fcber das Thema Sexarbeit hinaus"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Historikerin Sarah Baumann ist f\u00fcr ihre Dissertation zur Sexarbeit von Frauen in der Schweiz mit dem Vigener-Preis ausgezeichnet worden. Im Interview erkl\u00e4rt sie, warum die Themen Frauenarbeit und Migration f\u00fcr die Analyse wichtiger sind als das Thema Sex \u2013 und was die Studie zur polarisierten Gegenwartsdebatte beitragen kann.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Wie kamen Sie auf die Idee, Ihre Dissertation der Sexarbeit von Frauen in der Schweiz zu widmen?<br \/>\n<\/strong>Ich habe mich w\u00e4hrend meines Studiums stets f\u00fcr soziale Gruppen interessiert, die in der Geschichtswissenschaft wenig beachtet wurden. Als ich auf Themensuche war, kam in der Schweiz die Debatte um das Nordische Modell auf, das durch ein Sexkaufverbot die Freier kriminalisiert. Mich hat interessiert, wie Sexarbeit in der Schweiz reguliert war und ist. Schnell habe ich gemerkt, dass es ein Thema der Arbeitsgeschichte ist. Mehr als um Sex geht es um Arbeit, ganz stark vor allem um Frauenarbeit. Das passte zu meinen Schwerpunkten im Studium. Geschlechterverh\u00e4ltnisse sind ein Thema, mit dem ich mich schon immer gerne befasst habe.<\/p>\n<p><strong>Ihre Arbeit tr\u00e4gt den Titel \u00abPrek\u00e4re Liberalisierung<\/strong> <strong>\u2013 Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz (1950 \u2013 1990)<\/strong><strong>\u00bb. Um welche Liberalisierung geht es \u2013 und f\u00fcr wen war sie prek\u00e4r?<br \/>\n<\/strong>Das Narrativ der sexuellen Liberalisierung ist pr\u00e4gend in den historischen Erz\u00e4hlungen \u00fcber diese Zeit. Aussereheliche Sexualit\u00e4t nahm zu. Es gab grosse Umbr\u00fcche in Sachen Geschlechterordnungen und Sexualmoral. Sexuelle Normen und Praktiken ver\u00e4nderten sich, die Menschen wurden freier. Auf gesellschaftlicher Ebene fand eine Liberalisierung statt. Es ist interessant zu schauen, wie das mit Sexarbeit einhergeht. Es ist ein Feld, das anders von dieser Liberalisierung betroffen ist als die \u00fcbrigen Bereiche von Sexualit\u00e4ten und Geschlechterverh\u00e4ltnissen. Tats\u00e4chlich festigte sie das Narrativ der Sexarbeiterin als selbstverantwortliches Marktsubjekt.<\/p>\n<p><strong>Das m\u00fcssen Sie erkl\u00e4ren.<br \/>\n<\/strong>1992 wurde im Zuge der gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen das Sexualstrafrecht von 1942 revidiert. Nicht mehr die Sittlichkeit und Moral waren fortan Schutzobjekt, sondern die sexuelle Integrit\u00e4t des Individuums. Der Staat hat sich als Sittenw\u00e4chter zur\u00fcckgezogen. Gleichzeitig hat der Bund die Kompetenzen, Sexarbeit zu regulieren, auf Kantone und Gemeinden \u00fcbertragen. Alte Verdr\u00e4ngungspraktiken liefen so einfach auf anderer Ebene weiter \u2013 durch Sperrzonenverordnungen, neue Gewerbeverordnungen und neue Prostitutionsgesetzgebungen auf lokaler Ebene. Gleichzeitig wurden keine staatlichen oder rechtlichen Schutzmechanismen f\u00fcr Sexarbeiterinnen eingef\u00fchrt. Die Arbeit wurde weiterhin als selbstst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit gefasst, die im besten Fall im Unsichtbaren stattfindet \u2013 damit die breite Gesellschaft nicht davon tangiert ist. Nie wurde richtig anerkannt, dass diese Arbeit stattfindet \u2013 und entsprechend arbeitsrechtlich geregelt werden m\u00fcsste, dass sie unter gesch\u00fctzten Bedingungen stattfindet. Stattdessen ist Strassensexarbeit weiter nur an bestimmten Orten m\u00f6glich, meistens an den R\u00e4ndern der Stadt, wo die Gefahr f\u00fcr Frauen gr\u00f6sser ist. Und in den Salons ist bis heute Mietwucher ein Thema, viele Frauen zahlen \u00fcberrissene Mietpreise.<\/p>\n<p><strong>Sie haben Ihren Fokus unter anderem auf die \u00f6konomischen und sozialen Hintergr\u00fcnde der Sexarbeit gelegt. Wer hat Sexarbeit ausgef\u00fchrt \u2013 und was waren die Beweggr\u00fcnde?<br \/>\n<\/strong>In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erw\u00e4hnen, mit welchen Quellen ich gearbeitet habe. Aufgrund der Tabuisierung haben sich Sexarbeiterinnen lange nicht \u00f6ffentlich ge\u00e4ussert. Bis in die siebziger Jahre finden sich Stimmen und Biografien deshalb vor allem in Strafprozessakten von Sexarbeiterinnen. Das waren h\u00e4ufig Frauen, die auf der Strasse oder sp\u00e4ter in Studios angeworben haben. Es ist also nur ein bestimmtes Segment, das wir historisch erfassen k\u00f6nnen. Dort zeigt sich deutlich, dass es oft Frauen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren waren, meist ohne berufliche Ausbildung und mit geringer Schulbildung. In der Regel stammten sie aus prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen. Da stellt sich die Frage: Was hatten Frauen ohne Berufsausbildung in den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren f\u00fcr Chancen auf dem Arbeitsmarkt?<\/p>\n<p><strong>Vermutlich nicht viele.<br \/>\n<\/strong>Die meisten dieser Frauen arbeiteten vor oder w\u00e4hrend der Sexarbeit als Kellnerinnen, Hilfsarbeiterinnen, Coiffeurinnen oder Schneiderinnen. Meist in unsicheren, tempor\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnissen. Die Arbeitstage waren sehr lang, 12-Stunden-Schichten keine Ausnahme. Gleichzeitig war der Lohn in diesen Jobs sehr tief. Er reichte gerade so aus, um zu sich selbst zu schauen. Viele Sexarbeiterinnen waren aber M\u00fctter, hatten Familie. Wenn eine Frau in den sechziger Jahren alleinerziehend war oder mit einem Partner ein Kind hatte, der arbeitslos oder in einem prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnis war, wurde es schwierig. Dann reichten diese L\u00f6hne nicht mehr aus, um Existenzen \u00fcber Wasser zu halten. Sexarbeit hingegen hat in kurzer Zeit ein grosses Einkommen erm\u00f6glicht. Das war f\u00fcr viele Frauen der Grund, warum Sexarbeit zu einer Option wurde. Gleichzeitig spielte auch die sich etablierende Konsumgesellschaft eine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Inwiefern?<br \/>\n<\/strong>Gerade in den sechziger und siebziger Jahren waren ein Fernseher, ein Auto, sch\u00f6ne Kleider und Reisen Ausdruck davon, an der Gesellschaft teilzunehmen. Immer mehr Leute konnten sich das leisten, sodass es zu einer gesellschaftlichen Zielvorgabe wurde. Sexarbeit war eine M\u00f6glichkeit, ein Einkommen zu generieren, um am Konsum teilzuhaben und einen gewissen Status zu erlangen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/9783593521404.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-22969 alignnone\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/9783593521404.jpg\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"485\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/9783593521404.jpg 945w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/9783593521404-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/9783593521404-673x1024.jpg 673w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/9783593521404-768x1168.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>In den siebziger Jahren wurde die Sexualit\u00e4t zunehmend politisiert. Es gab Frauenbewegungen, das Narrativ der sexuellen Selbstbestimmung entstand. Was hatte das f\u00fcr Auswirkungen?<br \/>\n<\/strong>Es gab vereinzelt Frauen, die mit der Motivation der Neugier in die Sexarbeit gingen oder Sexarbeit als revolution\u00e4ren Akt im Rahmen der sexuellen Selbstbestimmung beschrieben.\u00a0 Das Stigma war in einer freieren Gesellschaft dadurch kurzfristig kleiner. Diese Frauen waren aber eine Minderheit. Grossmehrheitlich ist die Motivation bis heute die gleiche geblieben: Nach wie vor leben viele Sexarbeiterinnen in Familienstrukturen, die sie mit ihrem Einkommen mitfinanzieren. Extrem relevant ist neben dem Geld auch der Faktor Zeit. Sexarbeit erm\u00f6glicht Frauen in der Regel, sich ihre Zeit selbst einzuteilen.<\/p>\n<p><strong>Ver\u00e4ndert haben sich hingegen die Nationalit\u00e4ten. Sie schreiben, dass bis in die achtziger Jahre die Sexarbeiterinnen grossmehrheitlich Schweizerinnen waren, dann aber die Nachfrage nach billigen migrantischen Sexarbeiterinnen stieg und seither grossmehrheitlich migrantische Frauen Sexarbeit in der Schweiz leisten. Was waren die Hintergr\u00fcnde dieser Verschiebung?<br \/>\n<\/strong>Zum einen begannen sich der Bildungsstand und die berufliche Situation f\u00fcr Schweizerinnen zu verbessern. Zum anderen hatte es mit globalen Entwicklungen zu tun. Der Sextourismus aus der westlichen Hemisph\u00e4re in den globalen S\u00fcden kam auf. Zu den Sextouristen geh\u00f6rten zum Teil Betreiber von Cabarets und Stripteaseshows, die Frauen aus Thailand, den Philippinen, der Dominikanischen Republik, Brasilien oder anderen L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens direkt anwarben. Gleichzeitig gab es \u00f6konomisch grosse Verschiebungen. Industriel\u00e4nder verlegten ihre Produktionsst\u00e4tten in den globalen S\u00fcden. Das f\u00fchrte dort zu neuen Arbeitsm\u00f6glichkeiten, viele Frauen wechselten von der Subsistenzwirtschaft in die Industrie. Dort arbeiteten sie unter prek\u00e4ren Bedingungen, verdienten fast nichts und wurden teils schnell wieder arbeitslos. So mussten sie neue Wege suchen, zum Familieneinkommen beizutragen.<\/p>\n<p>Zum Teil kamen Frauen auch \u00fcber Ehevermittlungsagenturen in die Schweiz. M\u00e4nner konnten Kataloge durchbl\u00e4ttern und ihre Ehefrau aussuchen. Wenn die Ehe in der Schweiz anschliessend scheiterte, waren die Frauen auf sich allein gestellt.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen die M\u00e4nner insgesamt in der Geschichte der Sexarbeiterinnen?<br \/>\n<\/strong>Es ist wichtig festzuhalten, dass sich auch der m\u00e4nnliche Freier in einer Struktur von gesellschaftlichen Vorstellungen von M\u00e4nnlichkeit bewegt. Die tr\u00e4gt dazu bei, dass gewisse Bilder von m\u00e4nnlicher Sexualit\u00e4t in den Individuen weiterwirken; etwa, dass m\u00e4nnliche Sexualit\u00e4t triebhaft ist und ausgelebt werden muss. Schon in den f\u00fcnfziger Jahren wurde dadurch das Handeln der M\u00e4nner legitimiert. Es war legitim, zu einer Sexarbeiterin zu gehen, w\u00e4hrend es f\u00fcr eine Frau nicht legitim war, ausserehelichen Sex zu haben. Die Idee vom Freier als verschrobenem Typen ist jedenfalls falsch. Es ist ein Ph\u00e4nomen, das inmitten der Gesellschaft stattfindet, quer durch alle Schichten.<\/p>\n<p>Es ist spannend zu sehen, wie wenig im Untersuchungszeitraum, den ich angeschaut habe, der Freier thematisiert wird. Er ist die unsichtbare Figur, die ein Schattendasein fristet. Das hat damit zu tun, dass mehrheitlich M\u00e4nner an den Schalthebeln der Macht waren. Politiker, Journalisten und b\u00fcrgerlich-konservative Zeitgenossen, die sich zu Sexarbeit \u00e4usserten, waren oft selbst Freier. Sie haben \u00fcber die Gesetzgebung, die beh\u00f6rdliche Regulierung und das mediale Nicht-Besprechen der Situation der M\u00e4nner an der Unsichtbarkeit mitgearbeitet.<\/p>\n<p><strong>Ein Ausdruck des Patriarchats.<br \/>\n<\/strong>Ja, ein Ausdruck eines Systems, in dem M\u00e4nner in machtvollen Positionen dominieren, wo M\u00e4nner das M\u00e4nnliche als allgemeing\u00fcltig erkl\u00e4ren und dadurch als nicht erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. In dem stattdessen das Handeln von Frauen als viel erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftiger erscheint.<\/p>\n<p><strong>Sie haben die zweite H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts erforscht, setzen sich aber auch heute noch mit der Thematik auseinander. Wie hat sich die Sexarbeit in der Schweiz seither entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe gerade k\u00fcrzlich \u00fcber diese Frage mit der Leiterin einer Fachstelle gesprochen. Es hat sich wenig ver\u00e4ndert, die Kontinuit\u00e4ten \u00fcberwiegen: die Prekarit\u00e4t, aus der heraus Frauen Sexarbeit betreiben, der fehlende rechtliche Schutz, die anhaltenden beh\u00f6rdlichen Kontrollen, die Frauen nicht sch\u00fctzt, sondern bedr\u00e4ngt oder zu T\u00e4terinnen macht. Heute ist es oft das Migrationsregime, das greift. Es wird gegen Frauen vorgegangen, die gegen migrations-, ausl\u00e4nder- oder arbeitsrechtliche Bestimmungen verstossen. Es gibt eine Hierarchisierung. Frauen, die im Rahmen der Personenfreiz\u00fcgigkeit in die Schweiz kommen \u2013 das sind vor allem Rum\u00e4ninnen und Bulgarinnen \u2013 k\u00f6nnen in der Schweiz tempor\u00e4r als Sexarbeiterinnen arbeiten. Frauen aus dem globalen S\u00fcden hingegen haben keinen legalen Zugang, um in der Sexarbeit t\u00e4tig zu sein. Es ist wie in anderen Arbeitsbereichen. Menschen aus dem globalen S\u00fcden sind nicht als Arbeitskr\u00e4fte erw\u00fcnscht, wenn sie unqualifiziert sind.<\/p>\n<p>Auch die Unsichtbarmachung h\u00e4lt an: Sexarbeit ist allgegenw\u00e4rtig, aber wie oft sehen wir in unserem Alltag schon Sexarbeiterinnen?<\/p>\n<p><strong>Was kann Ihre Dissertation zu einer sinnvollen Auseinandersetzung mit dem Thema Sexarbeit beitragen?<br \/>\n<\/strong>Ich sehe meinen Beitrag in erster Linie auf der Ebene der Debatte zur Sexarbeit. Die ist im Moment festgefahren. Die einen sagen, Sexarbeit sei immer Ausbeutung, die einzige L\u00f6sung deshalb ein Verbot. Diese Lobby, die f\u00fcr ein Nordisches Modell wirbt, ist derzeit stark. Auf der anderen Seite halten die Fachstellen, die mit Sexarbeiterinnen in engem Kontakt stehen, unisono dagegen. Sie vertreten die Meinung, dass sich nichts an den Verh\u00e4ltnissen \u00e4ndert, wenn wir Sexarbeit verbieten, dass wir uns vielmehr auf den Handlungsspielraum der Frauen fokussieren sollten. Schnell sind die Fachstellen dann mit dem Vorwurf konfrontiert, die Situation zu besch\u00f6nigen. Wir m\u00fcssen eine \u00d6ffnung in diese Debatte bringen.<\/p>\n<p><strong>Wie?<br \/>\n<\/strong>Indem wir anerkennen, dass es bei der Sexarbeit weniger um den Sex geht als um die Arbeit. Es geht um die Arbeitsverh\u00e4ltnisse und die Frage, aus welchen Verh\u00e4ltnissen die Frauen grossmehrheitlich kommen. Was haben sie f\u00fcr M\u00f6glichkeiten in ihren Herkunftsl\u00e4ndern? Was haben sie f\u00fcr M\u00f6glichkeiten in der Schweiz? Wo k\u00f6nnen sie arbeiten? Dann sieht man schnell, was wir diesen Menschen in der Schweiz f\u00fcr Arbeitsverh\u00e4ltnisse anbieten; etwa prek\u00e4re Verh\u00e4ltnisse in der Reinigung oder in der Pflege. Die Migrantisierungen der Care- und Sexarbeit gehen Hand in Hand \u2013 dort m\u00fcssen wir hinschauen. Die Thematik aus arbeitshistorischer Sicht anzuschauen, in einem breiteren Kontext von Frauenarbeit und der Wertsch\u00e4tzung von Frauenarbeit; in diesem Bereich kann meine Studie etwas zur Gegenwartsdebatte beitragen. Denn die Problematik geht weit \u00fcber das Thema Sexarbeit hinaus.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><em>Dr. Sarah Baumann war von 2012 bis 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Departement f\u00fcr Zeitgeschichte der Universit\u00e4t Freiburg. Ihre Dissertation mit dem Titel \u00abPrek\u00e4re Liberalisierung \u2013 Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz (1950 \u2013 1990)\u00bb schloss sie 2024 ab. Sie wurde daf\u00fcr mit dem Vigener-Preis der Universit\u00e4t Freiburg ausgezeichnet, der j\u00e4hrlich f\u00fcr herausragende Doktorarbeiten vergeben wird. Die Arbeit wurde im Campus-Verlag als 373-seitiges Buch herausgegeben. Heute arbeitet Sarah Baumann als Redakteurin bei den Parlamentsdiensten des Bundes und vereinzelt als Dozentin an der Uni Freiburg. Zudem macht sie derzeit die Ausbildung zur Gymnasiallehrerin.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Portrait: \u00a9 Fabio Blaser<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li>Website von <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/directory\/de\/people\/6525\/682e2\">Sarah Baumann<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Historikerin Sarah Baumann ist f\u00fcr ihre Dissertation zur Sexarbeit von Frauen in der Schweiz mit dem Vigener-Preis ausgezeichnet worden. 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