{"id":22958,"date":"2026-02-02T15:14:10","date_gmt":"2026-02-02T14:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=22958"},"modified":"2026-02-02T17:11:21","modified_gmt":"2026-02-02T16:11:21","slug":"ein-seminarraum-wird-oeffentlich-adela-sophia-sabban-ueber-den-blog-litseminar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2026\/ein-seminarraum-wird-oeffentlich-adela-sophia-sabban-ueber-den-blog-litseminar","title":{"rendered":"Ein Seminarraum wird \u00f6ffentlich \u2013 Adela Sophia Sabban \u00fcber den Blog Lit:Seminar"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Seit 2021 arbeitet Adela Sophia Sabban als Diplomassistentin am Departement f\u00fcr Germanistik. Neben Forschung und Lehre betreibt sie ein Herzensprojekt: den Blog <em>Lit:Seminar<\/em>, auf dem Lehrende und Studierende der Germanistik ihre Erfahrungen in den Seminaren teilen.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>\u00abEs gibt so viele spannende Einblicke in die Lehre, die auch ausserhalb der Universit\u00e4t relevant sind. Das m\u00f6chte ich sichtbar machen\u00bb, betont Sabban. <em>Lit:Seminar<\/em> richtet sich an alle, die sich f\u00fcr Literatur, Lehre und die Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens interessieren.<\/p>\n<p>\u00abEs sind in letzter Zeit viele sch\u00f6ne und spannende Beitr\u00e4ge erschienen, die zeigen, was im Germanistikstudium alles passieren kann\u00bb, sagt Sabban. \u00abViele davon sind germanistisch-literaturwissenschaftliche Seminare, aber nicht nur \u2013 es gibt auch romanistische und allgemein kulturwissenschaftliche Seminare. Ich finde, das zeigt sehr gut, was an den Unis alles gemacht wird \u2013 und zwar nicht nur auf Studierenden-, sondern auch auf Dozierenden-Seite.\u00bb Oft bleibe das, was in Seminaren tats\u00e4chlich entstehe, unsichtbar, obwohl es f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit interessant w\u00e4re \u2013 genau das m\u00f6chte Sabban mit ihrem Blog \u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Vom Diplomprojekt zum Blog<br \/>\n<\/strong>Entstanden ist die Idee f\u00fcr <em>Lit:Seminar<\/em> im Rahmen ihrer hochschuldidaktischen Weiterbildung: \u00abIch habe mich in meiner Diplomarbeit mit der Frage besch\u00e4ftigt, welche Formen von Projektseminaren es in der germanistischen Literaturwissenschaft geben kann \u2013 also was man ausserhalb des klassischen Seminars machen kann.\u00bb<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ihrer Ausbildung interviewte Sabban Dozierende zu innovativen Seminarformaten. \u00abDiese Interviews waren zun\u00e4chst f\u00fcr die Diplomarbeit gedacht, wurden dann aber der Startpunkt f\u00fcr den Blog. Ich fand es spannend, hochschuldidaktische \u00dcberlegungen \u00f6ffentlich zu machen \u2013 und so entstand <em>Lit:Seminar<\/em>.\u00bb &#8211; Nun auch von der Deutschen Nationalbibliothek mit einer ISSN-Nummer versehen.<\/p>\n<p><strong>Vielfalt und Praxisbezug<br \/>\n<\/strong>Mittlerweile ist der Blog zu einer Plattform geworden, die Projekte aus ganz unterschiedlichen Universit\u00e4ten versammelt, z. B. aus <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.58079\/14bvp\">Paderborn<\/a>: \u00abDort haben Studierende im Sommersemester in einem Seminar von Anna Maria Spener einen wissenschaftlichen Sammelband erstellt. Ein Jahr zuvor hatten sie bereits eine Tagung organisiert, und das Folgeseminar diente der Erarbeitung des Sammelbands. Ich finde das besonders sch\u00f6n, weil man daran sieht, wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt \u2013 und das wird im Blog sichtbar gemacht.\u00bb<\/p>\n<p>Besonders beeindruckt habe sie auch ein <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.58079\/12j6o\">Seminar<\/a>\u00a0von Prof. Dr. Martina Wernli aus Frankfurt zu Kanonfragen: \u00abGender und Kanon \u2013 wer geh\u00f6rt dazu, wer nicht? Dort haben die Studierenden im Seminar gebloggt. Das fand ich grossartig.\u00bb<\/p>\n<p>Die Vielfalt der Projekte, die sie auf dem Blog dokumentiert, zeigt, dass das Studium weit \u00fcber den Seminarraum hinausgehen kann.<\/p>\n<p><strong>Vernetzung \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinweg<br \/>\n<\/strong>Lit:Seminar l\u00e4uft auf Hypoth\u00e8ses, der Plattform f\u00fcr Geistes. Und Sozialwissenschaftler_innen. \u00abInteressanterweise gibt es immer wieder Leser_innen aus den USA\u00bb, sagt Sabben, die den Blog allein betreibt. \u00abIch sehe in den Insight, wie stark die Zugriffe steigen, wenn einer der Artikel auf der deutschen Startseite von Hypoth\u00e8ses vorgestellt wird\u00bb, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr die internationale Vernetzung ist der Germanist Dr. Ritwik Gajendragadkar aus Indien, der bisher zwei <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.58079\/12j6z\">Beitr\u00e4ge<\/a> beigesteuert hat. \u00abBesonders sein erster Text, in dem er das Germanistikstudium in Indien und Deutschland verglichen hat, hat grosses Interesse geweckt \u2013 vor allem in seiner indischen Community. Das hat mich sehr gefreut.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Schreiben und Lernen<br \/>\n<\/strong>Sabban lektoriert alle Texte selbst. \u00abDas ist viel Arbeit, gerade wenn Studierende schreiben, die noch nicht so ge\u00fcbt sind. Ich bearbeite Sprache, Stil, Struktur \u2013 und k\u00fcmmere mich auch um Dinge wie Bildbeschreibungen f\u00fcr Barrierefreiheit. Das sind kleine, aber wichtige Details.\u00bb Trotzdem \u00fcberwiege f\u00fcr sie die Freude: \u00abGerade Studierende freuen sich, dass sie etwas ver\u00f6ffentlichen k\u00f6nnen \u2013 das passiert im Studium sonst selten. Viele sagen, dass sie es toll finden, dass ihre Texte wirklich erscheinen und gelesen werden.\u00bb Und nat\u00fcrlich sehe das im Lebenslauf der Studierenden auch gut aus.<\/p>\n<p>Einige Dozierende integrieren das Bloggen inzwischen direkt in ihre Lehre. \u00abIn Paderborn hat die Dozentin das gleich zu einem Teil der Pr\u00fcfungsleistung gemacht. Ich finde das toll \u2013 es ist eine andere, aber wertvolle Form des wissenschaftlichen Schreibens.\u00bb<\/p>\n<p>Dass sie ihre Texte sorgf\u00e4ltig \u00fcberarbeitet, versteht Sabban als Teil ihrer Verantwortung. \u00abIch lektoriere immer konstruktiv. Ich finde, man lernt am meisten durch kluges Feedback.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Mitmachen erw\u00fcnscht<br \/>\n<\/strong>Wer selbst \u00fcber ein Seminar berichten, einen eigenen Beitrag verfassen oder ein spannendes Lehrprojekt sichtbar machen m\u00f6chte, ist herzlich eingeladen, sich bei Adela Sophia Sabban zu melden. Der Blog <em>Lit:Seminar<\/em> lebt von neuen Perspektiven und der Vielfalt der Stimmen aus der germanistischen und kulturwissenschaftlichen Lehre.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li>Blog: <a href=\"https:\/\/litseminar.hypotheses.org\/\">Lit:Seminar<\/a> auf Hypoth\u00e8ses<\/li>\n<li>Website von <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/directory\/de\/people\/343179\/54443\">Adela Sophia Sabban<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2021 arbeitet Adela Sophia Sabban als Diplomassistentin am Departement f\u00fcr Germanistik. 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