{"id":21323,"date":"2024-11-14T13:31:45","date_gmt":"2024-11-14T12:31:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=21323"},"modified":"2024-12-02T19:02:46","modified_gmt":"2024-12-02T18:02:46","slug":"brettspiele-im-mittelalter-und-heute-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2024\/brettspiele-im-mittelalter-und-heute-gastbeitrag?lang=de","title":{"rendered":"Brettspiele im Mittelalter und heute \u2013 Gastbeitrag"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Vom 21. bis zum 23. November 2024 findet an der Universit\u00e4t Freiburg eine internationale Tagung statt, die sich mit Brettspielen in der mittelalterlichen Literatur befasst \u2013 und zugleich mit Mittelalterbildern, die \u00fcber das moderne Brettspiel vermittelt werden. Die hochrangig besetzte Tagung verspricht, zu einem akademischen \u00abFest des Brettspiels\u00bb zu werden. Neben den Fachvortr\u00e4gen werden den Besucher_innen neben Workshops auch eine Podiumsdiskussion und eine Lesung geboten. \u2013 Ein Gastbeitrag von Inci Bozkaya, Robert Sch\u00f6ller und Cyrill Senn.<br \/>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<\/strong><\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/BIld_1.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-21304 \" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/BIld_1.png\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/BIld_1.png 560w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/BIld_1-212x300.png 212w\" sizes=\"(max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Im Jahr 1938 postulierte der niederl\u00e4ndische Kulturhistoriker Johan Huizinga, dass der Mensch nicht nur ein verst\u00e4ndiges (<em>homo sapiens<\/em>) und schaffendes (<em>homo faber<\/em>) Wesen sei, sondern auch ein spielendes \u2013 ein <em>homo ludens<\/em>. Der Spielakt, so Huizinga, gehe allen menschlichen Kulturleistungen voraus. Er erkannte die fundamentale Bedeutung des Spielens f\u00fcr die Entwicklung menschlicher und nicht-menschlicher Gemeinschaften (auch Tiere spielen). Huizingas grundlegender Studie, die zun\u00e4chst in holl\u00e4ndischer Sprache erschien und bis heute in zahlreichen Sprachen neu aufgelegt wird (deutscher Titel: Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel), geb\u00fchrt das Verdienst, das Spiel aus der Kinderstube geholt und als Gegenstand der Kultur- und Geisteswissenschaften etabliert zu haben.<\/p>\n<p><strong>Brettspiele als Forschungsfeld<\/strong><br \/>\nDie Etablierung der Game Studies als interdisziplin\u00e4rer Forschungsgegenstand zeigt die akademische Erfolgsgeschichte, die das Spiel besonders in j\u00fcngster Zeit durchlaufen hat. Die Popularit\u00e4t und gesellschaftliche Relevanz insbesondere von digitalen Spielen wird auch an dem Umstand deutlich, dass die Gaming-Industrie in Zeiten der Corona-Pandemie in den Umsatzzahlen selbst die Film- und Musikindustrie \u00fcbertraf. L\u00e4ngst hat die Gesellschaft die M\u00f6glichkeit, jederzeit mit ihren Smartphones auf tausende, oftmals kostenlose Spiele zuzugreifen. Zugleich w\u00e4chst auch der Markt f\u00fcr analoge Spiele stetig. W\u00e4hrend jedoch sowohl die Game Studies wie auch die verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen ihre Aufmerksamkeit \u00fcberwiegend auf das digitale Spiel richten, blieb das moderne Brettspiel ein wenig beachtetes Stiefkind. Diese L\u00fccke zu schliessen, ist die Zielsetzung der von Inci Bozkaya, Robert Sch\u00f6ller und Cyril Senn vom Departement f\u00fcr Germanistik ausgerichteten internationalen Fachtagung, die vom 21. bis zum 23. November 2024 an der Universit\u00e4t Freiburg stattfindet. Die Tagung versucht, einen Bogen zu schlagen vom vormodernen Brettspiel hin zum modernen Brettspiel der Gegenwart. Damit schliesst die Tagung zugleich an eine lokale Freiburger Tradition an, galt doch das 2022 abgeschlossene, von V\u00e9ronique Dasen geleitete Freiburger Forschungsprojekt <em>Locus ludi<\/em>\u00a0dem Spiel in der Antike.<\/p>\n<p><strong>Brettspiele im Mittelalter \u2013 geliebt und verteufelt<\/strong><br \/>\nDiesmal ist das Mittelalter an der Reihe. Denn auch die mittelalterliche Gesellschaft war, so hat es den Anschein, vom Spiel geradezu besessen. Davon zeugen die vielen Reglementierungsversuche, die dem Spiel, allen voran dem W\u00fcrfelspiel, Einhalt zu gebieten trachteten. Dies ging so weit, dass im sp\u00e4ten Mittelalter sogar \u00f6ffentliche Brettspielverbrennungen abgehalten wurden, bei denen Adelige und Stadtb\u00fcrger reum\u00fctig ihre W\u00fcrfel, Spielkarten und Spielbretter ins Feuer warfen. Die Ambivalenz des mittelalterlichen Umgangs mit dem Spiel zeigt sich auch daran, dass manche Geistliche das Spiel in der Predigt verdammten und andere (wenn nicht gar dieselben) sich am Spiel vergn\u00fcgten. In den mittelalterlichen Handschriften finden sich nicht wenige Abbildungen von halbnackten Spielern, die lediglich einen Lendenschurz tragen, da sie nicht nur ihr Geld, sondern selbst ihre Kleidung verspielt haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_2.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-21309 size-full\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_2.png\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"442\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_2.png 606w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_2-300x219.png 300w\" sizes=\"(max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Zugleich diente das Spiel der sozialen Distinktion. Das Schach- oder Trictracspiel zu beherrschen, z\u00e4hlt zu den F\u00e4higkeiten, die nach Ausweis der literarischen Texte einen angehenden Ritter auszeichnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-21310\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_3.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_3.jpg 480w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_3-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Zu gut im Schachspiel: Entf\u00fchrt!<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend der Stauferkaiser Friedrich II. einen grundlegenden Text \u00fcber die Falkenjagd verfasste, gab Alfons X. \u00abel sabio\u00bb (der Weise), K\u00f6nig von Kastilien und L\u00e9on, eine Schrift in Auftrag, in denen die Spiele seiner Zeit ebenso anschaulich wie prunkvoll dargestellt werden. Jagd und Spiel bilden zwei zentrale Bereiche des h\u00f6fischen Lebens des Mittelalters. Im <em>Tristan<\/em> Gottfrieds von Strassburg beherrscht der jugendliche Protagonist das Schachspiel so gut, dass seine hohe Abkunft ersichtlich wird und er, in Aussicht auf ein \u00fcppiges L\u00f6segeld, von norwegischen Kaufleuten entf\u00fchrt wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-21311\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_4.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_4.jpg 900w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_4-300x252.jpg 300w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_4-768x645.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Schach als Flirt-Chance und f\u00fcr christliche Aufkl\u00e4rung<br \/>\n<\/strong>Der <em>Tristan<\/em> ist eines von vielen literarischen Beispielen, die von der Allgegenwart des Spiels in der mittelalterlichen Gesellschaft Zeugnis ablegen. Im Minnesang kann der S\u00e4nger von seiner Dame \u00abmattgesetzt\u00bb werden, im Roman wiederum setzt die Dame die anst\u00fcrmenden M\u00e4nner schlicht dadurch matt, dass sie ihnen die schweren Schachfiguren an den Kopf wirft (Wolfram von Eschenbach, <em>Parzival<\/em>). In der <em>Tristan<\/em>-Fortsetzung Heinrichs von Freiberg gibt Marke auf dem Spielbrett Isolde ein Abzugsschach; diese sorgt jedoch durch einen vorget\u00e4uschten Wutausbruch, in dessen Verlauf sie das Spielbrett umwirft, f\u00fcr den \u00abAbzug\u00bb des Gemahls und macht dadurch den Weg frei f\u00fcr ein weiteres Stelldichein mit Tristan. In der <em>Arabel<\/em> Ulrichs von dem T\u00fcrlin werden \u00fcber das Schachspiel erotische Bande zwischen der verheirateten heidnischen K\u00f6nigin und dem christlichen Ritter gekn\u00fcpft. Man lernt sich \u00fcber dem Spiel kennen und lieben \u2013 und zugleich nutzt Willehalm die Schachfiguren, um Arabel \u00fcber den Zusammenhalt der christlichen Gemeinschaft aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_5.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-21312 size-full\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_5.png\" alt=\"\" width=\"294\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_5.png 294w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_5-279x300.png 279w\" sizes=\"(max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Es handelt sich um die erste Schachallegorie in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters. Rund hundert Jahre sp\u00e4ter wird Konrad von Ammenhausen nach der Vorlage des Dominikaners Jacobus de Cessolis eine grossfl\u00e4chig angelegte Schachallegorie vorlegen, in dem das Funktionieren und der Zusammenhalt der ganzen (sp\u00e4t-)mittelalterlichen Gesellschaft anhand des Schachspiels erkl\u00e4rt wird. Auch f\u00fcr den didaktischen Einsatz von Spielen gibt es (fr\u00fchneuzeitliche) Zeugnisse, sei es, um Kindern durch das als Flugblatt verkaufte G\u00e4nsespiel zum Lernen von Zahlen und Tiernamen zu animieren, oder sei es, dass Thomas Murner, Autor zahlreicher Lehrwerke, juristischen Schulstoff zum Pauken in ein vergn\u00fcgliches Kartenspiel umwandelt.<\/p>\n<p><strong>Mittelalter geh\u00f6rt zu den Lieblingsthemen<br \/>\n<\/strong>Es wird viel gespielt in den literarischen Texten des Mittelalters. Das Spiel geht in die Texte ein \u2013 und stellt zugleich selbst ein textuelles Medium im kultursemiotischen Sinn dar. Die Tagung wird sich auch dieses Aspekts der Brettspiele annehmen. Im modernen Brettspiel wird gerne vom Mittelalter erz\u00e4hlt. Nach Ausweis der massgeblichen internationalen Brettspielplattform BoardGameGeek z\u00e4hlt das Mittelalter zu den bevorzugten Themen zeitgen\u00f6ssischer Brettspiele. Aufgrund ihrer grossen Popularit\u00e4t in breiten Bev\u00f6lkerungsschichten leisten Brettspiele einen kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzenden Beitrag zur Vermittlung von Mittelalter-Bildern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_6.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21313\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_6-300x300.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_6-300x300.png 300w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_6-150x150.png 150w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_6.png 591w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_7.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21314\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_7-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_7-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_7-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_7-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_7.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_8.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-21315\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_8-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_8-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_8-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_8-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Bild_8.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>M\u00e4rchenhaft bis d\u00fcster \u2013 f\u00fcr alle etwas dabei<br \/>\n<\/strong>Unsere Vorstellung vom Mittelalter wird auch von Brettspielen gelenkt. Anders als bei literarischen oder akademischen Texten transportiert der ludische Text des Brettspiels \u00abMittelalterlichkeit\u00bb in spielerischer Art und Weise: das Mittelalter wird gewissermassen \u00abeingespielt\u00bb. Nicht nur visuelle Aspekte wie das bedruckte Spielmaterial, sondern auch das Spielszenario und die Spielmechaniken k\u00f6nnen Mittelalterlichkeit stiften. Das Brettspiel ist ein Medium, das sich aus Zeichen unterschiedlicher \u2013 schriftlicher, visueller, haptischer \u2013 Natur zusammensetzt. Es ist ein \u00abdynamisches System\u00bb (Eric Zimmerman), ein System, das in Form von bedeutungsgenerierender Zeichenrotation aktiviert wird. Die Bilder vom Mittelalter, die solcherart eingespielt werden, folgen dem traditionellen bipolaren Muster: Manche Spiele vermitteln ein helles, leuchtendes und m\u00e4rchenhaft anmutendes Mittelalter in der Tradition der Romantik, andere wiederum ein finsteres, archaisches Mittelalter in der Tradition von Renaissance und Aufkl\u00e4rung. Brettspiele sorgen daf\u00fcr, dass das Mittelalter in unserem Bewusstsein verankert bleibt: verspielt, farbenfroh und h\u00f6chst lebendig!<\/p>\n<p><strong>Inci Bozkaya<\/strong> ist Doktorassistentin in der Germanistischen Medi\u00e4vistik. Ihre Forschungsinteressen umfassen die mittelalterliche und fr\u00fchneuzeitliche Fabel, das illustrierte Flugblatt in der Fr\u00fchen Neuzeit wie auch Fragen zu Figur und Raum im mittelalterlichen Erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>Robert Sch\u00f6ller<\/strong> ist Privatdozent f\u00fcr Germanistische Medi\u00e4vistik. Seine Forschungsinteressen gelten der Text- und \u00dcberlieferungsgeschichte der hochmittelalterlichen Literatur und der Mittelalterrezeption in popul\u00e4ren Medien.<\/p>\n<p><strong>Cyril Senn<\/strong> ist Diplomassistent in der Germanistischen Medi\u00e4vistik. Er befasst sich mit \u00d6konomie, Wolframs von Eschenbach Parzival und Spielen.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/mediaevum\/de\/veranstaltungen\/brettspiele-tagung.html\">Tagungsprogramm und Anmeldung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/locusludi.ch\/\">Locus ludi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/boardgamegeek.com\/\">BoardGameGeek<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 21. bis zum 23. 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