{"id":18189,"date":"2023-05-17T05:55:20","date_gmt":"2023-05-17T04:55:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=18189"},"modified":"2023-05-17T05:55:20","modified_gmt":"2023-05-17T04:55:20","slug":"die-stimmen-der-betroffenen-horen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2023\/die-stimmen-der-betroffenen-horen","title":{"rendered":"\u00abDie Stimmen der Betroffenen h\u00f6ren\u00bb"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Anl\u00e4sslich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie hat die Redaktion von Alma&amp;Georges mit den Podiumsteilnehmer_innen des in diesem Rahmen veranstalteten Anlasses gesprochen. Die Diskussion wird sich um die Bedeutung von Inklusion und Anti-Diskriminierung an Hochschulen drehen und wie dies erreicht werden kann.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie bzw. -feindlichkeit (IDAHOBIT) ist ein j\u00e4hrlicher Gedenktag, der am 17. Mai begangen wird. Der Tag soll die Aufmerksamkeit auf die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen\/romantischen Orientierung und Geschlechtsidentit\u00e4t lenken und ein Zeichen f\u00fcr die Gleichberechtigung und Akzeptanz setzen.<\/p>\n<p>Unter dem Titel \u00abDie Universit\u00e4t Freiburg: eine Institution, die alle respektiert?\u00bb diskutieren Francesca Poglia Mileti, Professorin f\u00fcr Soziologie, Camille Sp\u00fchler und Alexi Gra\u00e7a Simoes vom Verein LAGO sowie Muriel Besson, Leiterin der Dienststelle Gleichstellung, Diversit\u00e4t und Inklusion.<\/p>\n<p><strong>Francesca Poglia Mileti, warum wird der IDAHOBIT (International Day Against Homo-, Bi- and Transphobia) heute noch gebraucht? <\/strong><strong>Insbesondere in der Schweiz?<\/strong><em><br \/>\nFrancesca Poglia Mileti:<\/em> Les mouvements pour la d\u00e9fense des droits des personnes LGBTQIA+ ont lutt\u00e9 pour une meilleure connaissance \u2013 et reconnaissance juridique \u2013 des r\u00e9alit\u00e9s v\u00e9cues par ces derni\u00e8res. En Suisse, par exemple, le <a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Code_civil_suisse\">Code civil<\/a> a l\u00e9galis\u00e9 le\u00a0<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Mariage_entre_personnes_de_m%C3%AAme_sexe_en_Suisse\">mariage entre personnes de m\u00eame sexe<\/a> depuis 2020, le Code p\u00e9nal et militaire (2020) a \u00e9t\u00e9 modifi\u00e9 afin de tenir compte de la discrimination bas\u00e9e sur l&rsquo;<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Orientation_sexuelle\">orientation sexuelle<\/a> et la proc\u00e9dure de changement \u00e0 l\u2019\u00e9tat civil\u00a0des personnes transgenre et intersexes a \u00e9t\u00e9 simplifi\u00e9e. Les manifestations telles que l\u2019IDAHOBIT se justifient encore en Suisse, car si la violation des droits des personnes LGBTQIA+ n\u2019est pas comparable aux pays o\u00f9 l\u2019homosexualit\u00e9 est punie p\u00e9nalement (env. 70 pays), les limitations et discriminations restent nombreuses: in\u00e9galit\u00e9 de traitement sur le march\u00e9 du travail, moindres droits reproductifs, inad\u00e9quation des pratiques m\u00e9dicales, invisibilisation de la diversit\u00e9 des identit\u00e9s de genre dans les \u00e9coles, violences verbales ou physiques dans l\u2019espace public, cat\u00e9gories administratives inadapt\u00e9es, marginalisation sociale, rejets familiaux, etc.<\/p>\n<p><strong>Welche institutionellen Herausforderungen sehen Sie bei der F\u00f6rderung von Vielfalt und Inklusion an Hochschulen und wie k\u00f6nnen diese angegangen werden?<\/strong><em><br \/>\n<\/em><em>Francesca Poglia Mileti<\/em>: Si aujourd\u2019hui les hautes \u00e9coles reconnaissent le bien-fond\u00e9 des politiques inclusives (genre, handicap, etc.), les actions concr\u00e8tes sont encore tr\u00e8s timides. La promotion de la diversit\u00e9 rencontre des r\u00e9sistances, parce que reconna\u00eetre la pluralit\u00e9 des identit\u00e9s de genre remet en question nos repr\u00e9sentations sociales et morales, tout comme les mesures concr\u00e8tes peuvent modifier nos pratiques professionnelles et bousculer des rapports de pouvoir institu\u00e9s. Pourtant, l\u2019universit\u00e9 serait le meilleur endroit pour ouvrir la r\u00e9flexion sur les possibilit\u00e9s de leur mise en \u0153uvre: langage inclusif, usage des pronominalisations et des titres, cat\u00e9gories administratives, toilettes non genr\u00e9es, etc. Pour ce faire, il est imp\u00e9ratif d\u2019inclure activement les personnes concern\u00e9es afin d\u2019\u00e9viter que la promotion de la diversit\u00e9 ne se transforme en un d\u00e9bat id\u00e9ologique st\u00e9rile.<\/p>\n<p><strong>Muriel Besson, heute stehen alle Buchstaben im LGBTIQA+-Akronym im Fokus. Jedoch scheint diese Vielfalt auf dem Podium nicht repr\u00e4sentiert zu sein. Werden hier nicht erneut bestimmte strukturelle Ungleichheiten reproduziert?<\/strong><em><br \/>\nMuriel Besson: <\/em>F\u00fcr die Organisation dieser Podiumsdiskussion wollte die Dienststelle Gleichstellung, Diversit\u00e4t und Inklusion (GDI) eine Professorin oder einen Professor f\u00fcr den Austausch zum Thema anfragen. Wir haben uns f\u00fcr Professorin Francesca Poglia Mileti entschieden, die das Thema Vulnerabilit\u00e4t, einschliesslich derjenigen, die Geschlechterminderheiten und sexuelle Minderheiten betreffen, behandelt. LAGO hingegen ist ein Verein, der LGBTIQA+ Personen vertritt und zwei Vertreter_innen werden anwesend sein. Als Leiterin der Abteilung f\u00fcr GDI werde ich die Unifr vertreten, die ein offenes, respektvolles und wohlwollendes Studien- und Arbeitsumfeld f\u00f6rdert, in dem jede Person sich entfalten und ihre F\u00e4higkeiten entwickeln kann. Ich werde kurz die Massnahmen vorstellen, die die EDI-Dienststelle durchf\u00fchrt, um besser bekannt zu machen, was bereits unternommen wird. So scheint es mir, dass wir versuchen, keine Ungleichheiten zu reproduzieren, sondern diese vielmehr zu diskutieren und die M\u00f6glichkeit haben, die Stimmen der betroffenen Teilnehmenden zu h\u00f6ren. Ich hoffe, dass es in den kommenden Jahren m\u00f6glich sein wird, einen Aufruf zu formulieren, damit die Betroffenen an einer solchen Podiumsdiskussion noch besser vertreten sind, insbesondere innerhalb der verschiedenen akademischen K\u00f6rperschaften.<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen Hochschulen sicherstellen, dass alle Studierenden und Mitarbeitenden sich sicher und unterst\u00fctzt f\u00fchlen, insbesondere wenn sie sich nicht offen zu ihrer sexuellen bzw. romantischen Orientierung oder Geschlechtsidentit\u00e4t bekennen m\u00f6chten oder k\u00f6nnen?<br \/>\n<\/strong><em>Muriel Besson:<\/em> Den Hochschulen ist es ein Anliegen zu gew\u00e4hrleisten, dass alle Menschen in einem offenen, respektvollen und wohlwollenden Umfeld studieren und arbeiten k\u00f6nnen, welches frei von Diskriminierung ist. Um dieses Ziel in Bezug auf Geschlechterminderheiten und sexuelle Minderheiten zu erreichen, organisieren die Hochschulen Sensibilisierungsmassnahmen, insbesondere in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Verb\u00e4nden, an der Unifr mit dem Verein LAGO. F\u00fcr das administrative und technische Personal wird ein Workshop angeboten, in dem es darum geht, angemessen auf Anliegen und Fragen von betroffenen Personen aus den Studierendenumfeld und dem Personal zu reagieren. Es ist klar, dass aufdringliche Fragen zu Intimit\u00e4t oder Sexualit\u00e4t nicht akzeptabel sind. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist die sowohl den Studierenden als auch dem Personal einger\u00e4umte M\u00f6glichkeit, einen gebr\u00e4uchlichen Vornamen f\u00fcr ihre E-Mail-Adresse zu verwenden, oder z.B. ihren Vornamen w\u00e4hrend des Studiums oder f\u00fcr offizielle Dokumente zu \u00e4ndern. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, wie man im Falle einer Diskriminierung vorgehen kann. Die Ombudsstelle sowie die GDI-Dienststelle bieten eine verst\u00e4ndnisvolle und vertrauliche Anlaufstelle und eine Betreuung an. Die Unifr muss Massnahmen ergreifen, um ihre Mitglieder zu sch\u00fctzen. Derzeit sind wir dabei, die Verfahren sowie die gegebenenfalls vorgesehenen Sanktionen zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Welche Projekte\/Massnahmen visiert die Dienststelle f\u00fcr Gleichstellung, Diversit\u00e4t und Inklusion f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei, drei Jahre an?<br \/>\n<\/strong><em>Muriel Besson:<\/em> Der Aktionsplan, den die Unifr bis 2024 umsetzt, beinhaltet Sensibilisierungsmassnahmen wie diese Podiumsdiskussion. Tats\u00e4chlich arbeiten wir mit unseren Kolleg_innen an den universit\u00e4ren Hochschulen der Romandie am Projekt \u00abVers des unis arc-en-ciel\u00bb zusammen. Dieses zielt auf den Austausch unserer <em>Best Practices<\/em> ab und hat Synergien geschaffen, insbesondere bei der Organisation des Workshops \u00abAccueillir et accompagner les personnes LGBTIQ aux \u00e9tudes et au travail: Quelles enjeux de posture et pratiques professionnelles?\u00bb. Dieser Workshop wird am 6. Juni an der Unifr f\u00fcr das administrative und technische Personal erneut angeboten, nachdem er im Dezember letzten Jahres zum ersten Mal stattgefunden hat. Die GDI-Dienststelle wird am Mittwoch eine kurze Umfrage starten, die sich an die Studierenden richtet. Im Jahr 2024 soll der oben genannte Workshop erneut stattfinden, da wir feststellen, dass es eine Nachfrage gibt. Am 17. Mai soll erneut eine Veranstaltung organisiert werden, wenn m\u00f6glich in Zusammenarbeit mit unseren Partner_innen in der Romandie. In der Folge werden wir \u00fcber weitere Aktionen f\u00fcr den n\u00e4chsten Zeitraum 2025-2028 nachdenken, da ein neuer Aktionsplan ausgearbeitet werden soll.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div style=\"background-color: orange; font-size: 100%; padding: 1em;\">\n<p><strong>Der IDAHOBIT an der Universit\u00e4t Freiburg<br \/>\n<\/strong>Die Universit\u00e4t Freiburg ist gem\u00e4ss ihren Statuten in all ihren T\u00e4tigkeiten dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung verpflichtet. Um das Bewusstsein der Gemeinschaft zu sch\u00e4rfen f\u00fchrt die Unifr jedes Jahr mehrere Aktivit\u00e4ten und Kampagnen durch mit dem Ziel, ein offenes, respektvolles und wohlwollendes Studien- und Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich jede Person entfalten und ihre Kompetenzen entwickeln kann.<\/p>\n<p>Hochschulen haben eine wichtige Rolle bei der F\u00f6rderung von Vielfalt und Inklusion. Studierende und Mitarbeitende unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Identit\u00e4ten kommen zusammen, um zu lernen, zu forschen und zu arbeiten. Der IDAHOBIT ist f\u00fcr die Unifr deshalb eine Gelegenheit, ihre Bem\u00fchungen um eine inklusive Umgebung zu thematisieren und sichtbar zu machen. Dadurch k\u00f6nnen Studierende und Mitarbeitende ihr Wissen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Belange von LGBT+-Personen erweitern. Die Unifr schliesst sich dabei der Stadt Freiburg an, die als Legislaturziel die Integration f\u00f6rdern und dabei Vielfalt ber\u00fccksichtigen will.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n_________<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/egalite\/de\/\">Dienststelle Gleichstellung, Diversit\u00e4t und Inklusion (GDI)<\/a> der Unifr<\/li>\n<li>Link zum Veranstaltungskalender der Unifr: <a href=\"https:\/\/agenda.unifr.ch\/e\/de\/13126\/\">Workshop \u00abAccueillir et accompagner les personnes LGBTIQ aux \u00e9tudes et au travail: quels enjeux de posture et pratiques professionnelles?\u00bb<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.lagofribourg.com\/\">Verein LAGO<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ville-fribourg.ch\/de\/agenda\/fahne-hissen-gegen-homo-bi-inter-und-transphobie\">Aktivit\u00e4t<\/a> der Stadt Freiburg<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie hat die Redaktion von Alma&amp;Georges mit den Podiumsteilnehmer_innen des in diesem Rahmen veranstalteten Anlasses gesprochen. Die Diskussion wird sich um die Bedeutung von Inklusion und Anti-Diskriminierung an Hochschulen drehen und wie dies erreicht werden kann. Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie bzw. -feindlichkeit (IDAHOBIT) ist ein j\u00e4hrlicher Gedenktag, der am 17. Mai begangen wird. Der Tag soll die Aufmerksamkeit auf die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen\/romantischen Orientierung und Geschlechtsidentit\u00e4t lenken und ein Zeichen f\u00fcr die Gleichberechtigung und Akzeptanz setzen. 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