{"id":18115,"date":"2023-05-02T10:11:13","date_gmt":"2023-05-02T09:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=18115"},"modified":"2023-05-02T10:57:54","modified_gmt":"2023-05-02T09:57:54","slug":"18115","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2023\/18115?lang=de","title":{"rendered":"Ask a scientist \u2013 Warum sind die Meere salziger als Seen?"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Die Alma&amp;Georges-Serie \u00abAsk A Scientist\u00bb eignet sich nicht nur f\u00fcr Kinder, sondern f\u00fcr alle Wissenschaftsbegeisterten, die den Dingen gerne auf den Grund gehen. In jedem Artikel stellt ein junger Mensch eine wissenschaftliche Frage, die unsere Prof(i)s beantworten.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Die achtj\u00e4hrige Lena m\u00f6chte wissen, warum Meerwasser salzig ist, Wasser in Seen hingegen nicht. Die Antwort unserer Expert_Innen der Abteilung f\u00fcr Geowissenschaften, Nicole Clerx, Eric Pohl, Mathilde Fautras und Rony Emmenegger, hat sich mit allen (ungesalzenen) Wassern gewaschen!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die Geschichte mit dem salzigen Meer f\u00e4ngt mit der Frage an, wo das Salz herkommt. Salze sind in vielen Gesteinen enthalten, also zum Beispiel im Gestein der Berge. Die Salze, die wir als salzig im Wasser schmecken sind wasserl\u00f6slich. Das heisst, wenn es regnet und das Wasser \u00fcber das Gestein fliesst, dann l\u00f6st sich das Salz und wird mit dem Wasser transportiert. Dasselbe passiert beim Nudeln kochen: Man wirft eine Prise Salz in das Nudelwasser und es \u00abverschwindet\u00bb (es l\u00f6st sich im Wasser auf). Das kann man leicht \u00fcberpr\u00fcfen, indem man das Wasser (Vorsicht heiss!) probiert.<\/p>\n<p>Je mehr Salz im Wasser gel\u00f6st ist, desto salziger ist das Wasser. Meistens kommen Salze in sehr geringen Mengen in der Natur vor. Deshalb erscheint uns das Wasser in Fl\u00fcssen und in Seen (die Fl\u00fcsse transportieren das Wasser in die Seen) nicht salzig (in Wirklichkeit ist auch See- und Flusswasser salzig, aber so wenig, dass wir das nicht schmecken k\u00f6nnen). Das kann man auch \u00fcberpr\u00fcfen, indem man anstatt einer ganzen Prise Salz nur ein Salzkorn in ein Glas Wasser gibt und es aufl\u00f6st; das Wasser scheint nicht salziger als zuvor zu schmecken.<\/p>\n<p><strong>Die Verdunstung tritt ein<\/strong><br \/>\nDas gleiche Wasser, das in unseren Seen und Fl\u00fcssen zu finden ist, gelangt irgendwann auch flussabw\u00e4rts ins Meer. Eigentlich sollte das Meerwasser jetzt genauso (wenig) salzig sein, ist es aber nicht. Warum? Das liegt an einem Prozess, der Verdunstung heisst, und daran, dass unsere Meere sehr, sehr, sehr alt sind. Verdunstung bedeutet, dass Wasser aus der fl\u00fcssigen Form in den Gaszustand (Wasserdampf) \u00fcbergeht. Das passiert auch beim Kochen. Wenn der Wasserdampf abk\u00fchlt, kondensiert er und es entstehen Wassertr\u00f6pfchen. Das kann man beim Kochen sehr gut beobachten, wenn sich direkt \u00fcber dem kochenden Wasser ein feiner Nebel bildet.<\/p>\n<p>Wie gesagt, sind die Meere sehr, sehr, sehr alt. Deshalb ist aus den Meeren schon sehr, sehr, sehr viel Wasser verdunstet. Beim Verdunsten geht nur Wasser weg, nicht aber das Salz. Das Salz bleibt zur\u00fcck im Meer. Das kann man auch wieder \u00fcberpr\u00fcfen, indem man einen L\u00f6ffel Salz in ein Glas gibt und dann nur genau soviel heisses Wasser hinzugibt, bis alles Salz aufgel\u00f6st ist. L\u00e4sst man dann das Glas f\u00fcr mehrere Tage stehen, kann man einerseits sehen, dass das Wasser immer weniger wird (das Wasser verdunstet) und zweitens, dass das Glas am Rand weiss wird (das ist das Salz, das zur\u00fcckbleibt).<\/p>\n<p><strong>Junge und alte Meere schmecken anders<\/strong><br \/>\nBei dem Beispiel mit dem Glas Wasser und dem einen Salzkorn w\u00fcrde man auch die Verdunstung beobachten. Das Salz bleibt zur\u00fcck, wenn alles Wasser verdunstet ist. W\u00fcrde man das zur\u00fcckgebliebene Salz zusammenkratzen, w\u00e4re das wieder genau die Menge Salz des Salzkorns. Das passiert sowohl in Seen als auch im Meer. Der grosse Unterschied ist aber, dass das Wasser im See weiterfliesst (n\u00e4mlich Richtung Meer), aber aus dem Meer fliesst Wasser nicht weiter <b>\u2013<\/b> das Meer ist die Endstation f\u00fcr das Wasser. Aus diesem Grund kommt immer mehr und mehr Salz ins Meer. Die Menge Wasser wird aber nicht gr\u00f6sser, denn das Wasser im Meer verdunstet, wird von Winden als Wasserdampf wegtransportiert, wird zu Wolken und regnet sich irgendwo ab; zum Beispiel in den Bergen. Dort l\u00f6st es wieder Salz aus dem Gestein, transportiert es \u00fcber Fl\u00fcsse durch Seen (wo wir die geringen Mengen an Salz nicht schmecken k\u00f6nnen), zur\u00fcck ins Meer. Weil unsere Meere so, so, so alt sind (teilweise hunderte von Millionen von Jahren) hat sich dort das Salz angereichert und wir k\u00f6nnen es dort schmecken.<\/p>\n<p>Interessanterweise gibt es junge und alte Meere und die j\u00fcngeren schmecken tats\u00e4chlich weniger salzig. Die Ostsee, zum Beispiel, schmeckt deutlich weniger salzig als die Nordsee (Atlantik). Und Meere, die kein Wasser mehr aus Fl\u00fcssen bekommen (zum Beispiel das Tote Meer), verdunsten nur noch Wasser, verd\u00fcnnen aber das vorhandene Salz nicht mehr. Diese Gew\u00e4sser sind noch viel salziger als der Atlantik oder der Pazifik.<\/p>\n<p><strong>Unsere Expert_Innen<br \/>\n<\/strong>Mehrere junge Forschende der Abteilung f\u00fcr Geowissenschaften haben sich zusammengefunden, um Lenas Frage zu beantworten. <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/geo\/en\/department\/staff\/assistants\/people\/297892\/595e4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nicole Clerx<\/a> ist Diplomassistentin, <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/geo\/en\/department\/staff\/research\/people\/295809\/a37ec\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eric Pohl<\/a> Postdoktorand, <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/geo\/humangeography\/en\/group\/team\/people\/234691\/f1ef9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mathilde Fautras<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/geo\/en\/department\/staff\/research\/people\/239300\/a2c19\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rony Emmeneger<\/a> sind Seniorforscher.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<div><div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div><div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/events.unifr.ch\/gouters\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissenschaft zum Zvieri<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Alma&amp;Georges-Serie \u00abAsk A Scientist\u00bb eignet sich nicht nur f\u00fcr Kinder, sondern f\u00fcr alle Wissenschaftsbegeisterten, die den Dingen gerne auf den Grund gehen. 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