{"id":17881,"date":"2023-03-28T11:46:54","date_gmt":"2023-03-28T10:46:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=17881"},"modified":"2023-03-28T11:51:06","modified_gmt":"2023-03-28T10:51:06","slug":"die-uni-freiburg-bietet-unterstuetzung-fuer-junge-menschen-mit-essanfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2023\/die-uni-freiburg-bietet-unterstuetzung-fuer-junge-menschen-mit-essanfaellen?lang=de","title":{"rendered":"Die Uni Freiburg bietet Unterst\u00fctzung f\u00fcr junge Menschen mit Essanf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Die psychische Belastung ist gross, das Therapieangebot klein. Ein wichtiger L\u00f6sungsansatz im Kampf gegen diesen Missstand sind Online-Behandlungen. Um die Therapie von jungen Menschen mit Essanf\u00e4llen zu verbessern, sucht die Abteilung f\u00fcr Klinische Psychologie und Psychotherapie f\u00fcr seine laufende Studie weitere Betroffene.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Zunehmende psychische Belastung auf der einen, Therapieengp\u00e4sse auf der anderen Seite \u2013 es ist eine gef\u00e4hrliche Kombination, die sich Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz derzeit pr\u00e4sentiert. Das stellen auch Professorin Simone Munsch und Doktorandin Verena M\u00fcller vom Departement f\u00fcr Psychologie an der Universit\u00e4t Freiburg fest. Von den \u00fcber 500 jungen Menschen, die sie zu deren Befindlichkeit befragt haben, gaben 43 Prozent an, psychisch belastet zu sein. \u00abDie Ergebnisse decken sich mit unseren Erfahrungen bei der psychotherapeutischen Praxisstelle. Dort haben die Anfragen im letzten Jahr um 70 Prozent zugenommen\u00bb, sagt Simone Munsch.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr psychische Probleme im Allgemeinen gilt, gilt auch f\u00fcr die h\u00e4ufigsten Essst\u00f6rungen \u2013 Binge-Eating und Loss of Control-Eating \u2013, mit denen sich M\u00fcller und Munsch in einer laufenden Studie, die vom Schweizer Nationalfonds gef\u00f6rdert wird, befassen. Die Wartelisten f\u00fcr Therapiepl\u00e4tze sind oft lang, die m\u00f6glichen Folgen verheerend: \u00abBleibt die St\u00f6rung unbehandelt, steigt die psychische Belastung weiter, die Zahl der Essanf\u00e4lle nimmt zu, es drohen Isolation, R\u00fcckzug und Stigmatisierung \u2013 und gleichzeitig k\u00f6rperliche Probleme wie \u00dcbergewicht und sp\u00e4ter Herz-Kreislauf-St\u00f6rungen\u00bb, erkl\u00e4rt Verena M\u00fcller.<\/p>\n<p><strong>Online-Behandlung wirkt genauso gut<br \/>\n<\/strong>Ein L\u00f6sungsansatz, um dem Therapieengpass entgegenzuwirken, sind Online-Behandlungen. \u00abF\u00fcr den Grossteil der St\u00f6rungsbilder gilt: Online-Therapie ist genauso wirksam wie Therapie von Angesicht zu Angesicht \u2013 wenn die Person denn bereit ist, sich online behandeln zu lassen\u00bb, benennt Simone Munsch den aktuellen Forschungsstand. Gleichzeitig hat die Online-Behandlung verschiedene Vorteile, der gr\u00f6sste ist die Niederschwelligkeit, sie ist unabh\u00e4ngig von Ort und Zeit.<\/p>\n<p>Um die progressive Methode voranzubringen und weiter an ihr forschen zu k\u00f6nnen, hat die Abteilung f\u00fcr Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universit\u00e4t Freiburg vor rund eineinhalb Jahren <a href=\"http:\/\/unifr.ch\/psycho\/de\/i-beat\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das Behandlungsprogramm i-BEAT<\/a> entwickelt. Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene mit Essanf\u00e4llen und setzt sich besonders auch mit der Emotionsregulation auseinander. Probleme, die eigenen Emotionen zu regulieren sind eine der Hauptursachen f\u00fcr Binge-Eating und Loss of Control-Eating. Weit \u00fcber 100 Personen haben bereits an den beiden Sub-Studien teilgenommen; einer App-basierten Tagebuchstudie und einem Virtual-Reality-Experiment.<\/p>\n<p>\u00abAussagen \u00fcber \u00e4tiologische Faktoren k\u00f6nnen wir dank dieser zwei Studien bereits sehr genaue machen\u00bb, sagt Munsch. \u00abNun m\u00f6chten wir aber gerne wissen, welche Behandlungsmethoden wie wirken.\u00bb Eine grunds\u00e4tzliche Frage, die dabei beantwortet werden soll: Ist es \u00fcberhaupt n\u00f6tig, mit den Patient_innen \u00fcber Essst\u00f6rungen zu reden, oder reicht es, ihnen Strategien zur Emotionsregulation beizubringen? Aufzuzeigen, welche Alternativen zu den Essanf\u00e4llen sich ihnen zur Frustbew\u00e4ltigung bieten? Je nach Antworten w\u00e4re die Erkenntnis ein weiterer Meilenstein auf dem Weg hin zu effizienteren Behandlungsformen.<\/p>\n<p><strong>Angeleitete Selbsthilfe<br \/>\n<\/strong>Untersucht werden diese Fragen in der Hauptstudie, der Online-Behandlungsstudie. Auch sie l\u00e4uft bereits. Rund 30 junge Menschen haben bisher teilgenommen. Sie funktioniert nach dem Prinzip der angeleiteten Selbsthilfe. Drei Monate lang arbeiten die Teilnehmenden viele Module selbst durch, f\u00fcllen Selbstbeobachtungsprotokolle aus oder erstellen Mahlzeitenpl\u00e4ne \u2013 dabei stehen sie allerdings immer unter dem Monitoring einer betreuenden Person, die pers\u00f6nliche R\u00fcckmeldungen gibt. \u00abDie bisherigen Erfahrungen sind positiv, die Flexibilit\u00e4t kommt gut an und die Behandlungserfolge stimmen uns zuversichtlich\u00bb, sagt Verena M\u00fcller, die selbst mehrere Personen gecoacht hat.<\/p>\n<p>Damit die Stichprobe gross genug ist, um allgemeing\u00fcltige Aussagen machen zu k\u00f6nnen, werden f\u00fcr die Hauptstudie noch 30 bis 40 weitere Teilnehmende ben\u00f6tigt. Gesucht werden Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 24 Jahren, die an Essanf\u00e4llen leiden, sich allerdings noch nicht deswegen in Behandlung befinden. Simone Munsch, Verena M\u00fcller und ihr Team ben\u00f6tigen die Hilfe von Betroffenen \u2013 um diesen dann ihrerseits helfen und noch bessere Behandlungsmethoden f\u00fcr die Zukunft entwickeln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div style=\"background-color: orange; font-size: 100%; padding: 1em;\">\n<p><strong>Wie \u00e4ussern sich Binge-Eating und Loss of Control-Eating?<\/strong><\/p>\n<p>Im Fokus von i-BEAT stehen die Krankheitsbilder Binge-Eating und Loss of Control-Eating. Wie \u00e4ussern sich die genau? \u00abBeim Binge-Eating sind Essanf\u00e4lle das Hauptmerkmal. Innert kurzer Zeit werden grosse Mengen gegessen \u2013 und im Anschluss entstehen dann Scham- und Schuldgef\u00fchle. Es gibt also einen vor\u00fcbergehenden Kontrollverlust. Das ist auch beim Loss of Control-Eating der Fall. Bei diesem Krankheitsbild muss die Nahrungsmenge zwar nicht \u00fcberm\u00e4ssig gross sein, das schlechte Gef\u00fchl des Kontrollverlusts ist aber trotzdem da\u00bb, erkl\u00e4rt Verena M\u00fcller. \u00abErg\u00e4nzend gilt es f\u00fcr die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in unserem Programm zu sagen: Sie sind alle depressiv und sozial \u00e4ngstlich, viele sind suizidal und schwer belastet\u00bb, schliesst Simone Munsch.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/psycho\/de\/departement\/mitarbeitende\/professor-innen-tleaders\/people\/6238\/8e102\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Simone Munsch<\/a> ist ordentliche Professorin am Departement f\u00fcr Psychologie der Universit\u00e4t Freiburg. Unter ihrer Leitung wurde <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/psycho\/de\/i-beat\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">i-BEAT<\/a> entwickelt.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/psycho\/de\/departement\/mitarbeitende\/diplomassistent-innen\/people\/84428\/fbc78\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verena M\u00fcller<\/a> ist als Doktorandin an der Entwicklung und Umsetzung beteiligt.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/psycho\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Departement f\u00fcr Psychologie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die psychische Belastung ist gross, das Therapieangebot klein. Ein wichtiger L\u00f6sungsansatz im Kampf gegen diesen Missstand sind Online-Behandlungen. 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