{"id":17165,"date":"2022-11-29T08:01:35","date_gmt":"2022-11-29T07:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=17165"},"modified":"2022-12-02T08:54:58","modified_gmt":"2022-12-02T07:54:58","slug":"unsere-vorschlaege-mussten-wir-nicht-unter-ruecksicht-ihrer-politischen-machbarkeit-formulieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2022\/unsere-vorschlaege-mussten-wir-nicht-unter-ruecksicht-ihrer-politischen-machbarkeit-formulieren?lang=de","title":{"rendered":"\u00abUnsere Vorschl\u00e4ge mussten wir nicht unter R\u00fccksicht ihrer politischen Machbarkeit formulieren\u00bb"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Am 8. Dezember gastiert die Universit\u00e4t Freiburg in Murten f\u00fcr ein Wissenschaftscaf\u00e9 auf Deutsch. Unter dem Titel \u00abWer bin ich und zu wen geh\u00f6re ich?\u00bb diskutiert unter anderen Zivilrechtsprofessorin Alexandra Jungo, die im Auftrag des Bundesrats eine Expert_innen-Gruppe zum Abstammungsrecht geleitet hat.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<strong>Bundesbern war sich 2018 beim entsprechenden Postulat der Rechtskommission des St\u00e4nderats einig, dass eine \u00dcberpr\u00fcfung des Abstammungsrechts \u00fcberf\u00e4llig ist. Wo liegt das Problem der heutigen Gesetzgebung?<\/strong><br \/>\nSeit der Revision des Kindesrechts von 1976 hat sich die Situation der Familien in der Schweiz stark ver\u00e4ndert. Obwohl sich nach wie vor ein Grossteil der Paare bei der Geburt eines Kindes f\u00fcr eine Heirat entscheidet, hat sich die Spannweite gelebter und gesellschaftlich akzeptierter Familienentw\u00fcrfe erweitert. Sie reicht von Alleinerziehendenfamilien bis hin zu Patchwork- oder Regenbogenfamilien. Gleichzeitig haben sich die M\u00f6glichkeiten der Fortpflanzungsmedizin und der Humangenetik im In- und Ausland stark entwickelt. Diese Entwicklungen stellen die Gesetzgebung aller L\u00e4nder vor grosse Herausforderungen. Namentlich wird immer wieder \u2013 auch vom Bundesgericht \u2013 bem\u00e4ngelt, dass ein genetischer Vater seine Vaterschaft eines Kindes nicht anerkennen kann, wenn die Mutter des Kindes verheiratet ist. In diesem Fall wird der Ehemann als Vater des Kindes vermutet, und nur er kann seine eigene Vaterschaft anfechten, wenn er und die Mutter des Kindes sich nicht trennen wollen.<\/p>\n<p><strong>Bei all diesen vielen Aspekten, die hier reinspielen: Die Arbeit in dieser Expert_innen-Gruppe muss nebst aller gebotenen Ernsthaftigkeit auch eine grossartige Spielwiese gewesen sein, wo Sie sich juristisch austoben konnten. Oder t\u00e4uscht dieser Eindruck?<\/strong><br \/>\nDie Kommission hatte den Auftrag, aus interdisziplin\u00e4rer Sicht (Recht, Psychologie und Ethik) die aktuellen Defizite des Abstammungsrechts und neue M\u00f6glichkeiten darzustellen. Die interdisziplin\u00e4r sowie aus Wissenschaft, Advokatur und Justiz zusammengesetzte Kommission hat die vorliegenden Empfehlungen und den dazugeh\u00f6rigen Bericht h\u00e4ufig einstimmig verabschiedet. Wo es zwei starke Meinungen gab, sind sie in Form von Varianten abgebildet. Der Vorteil der Kommissionsarbeit lag darin, dass wir unsere Vorschl\u00e4ge nicht prim\u00e4r unter R\u00fccksicht ihrer politischen Machbarkeit formulieren mussten.<\/p>\n<p><strong>Gleichzeitig k\u00f6nnen unterschiedliche Familienidealbilder hochemotionale Diskussionen ausl\u00f6sen. Bef\u00fcrchten Sie, dass die Politik das Fuder \u00fcberl\u00e4dt und sich am Schluss am Gesetz gar nichts \u00e4ndert?<\/strong><br \/>\nNein, das bef\u00fcrchten wir nicht. Der Bundesrat hat in seinem Bericht zum Bericht und zu den Empfehlungen der Kommission drei Revisionsthemen in den Vordergrund ger\u00fcckt: 1. die Anfechtbarkeit der Vaterschaft des Ehemannes der Mutter; 2. die Regelung der sog. Becherspende, also der privaten Samenspende ausserhalb von Fortpflanzungsmedizinzentren; 3. die Kenntnis der eigenen Abstammung sowie der eigenen Nachkommen.<\/p>\n<p><strong>Am Wissenschaftscaf\u00e9 in Murten nehmen auch ein Psychologieprofessor und eine Vertreterin des Dachverbands Regenbogenfamilien teil. Was darf das Publikum erwarten?<\/strong><br \/>\nDas Publikum darf sich auf eine spannende und informative Diskussion zu einem interdisziplin\u00e4ren und gleichzeitig emotionalen Thema freuen. Wir selbst freuen uns auf die Fragen aus dem Publikum.<br \/>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/events.unifr.ch\/cafes-scientifiques\/de\/programm\/2022-2023\/wer-bin-ich.html\"><span style=\"color: #ff9900;\">Website<\/span> <\/a>des Wissenschaftscaf\u00e9s<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 8. Dezember gastiert die Universit\u00e4t Freiburg in Murten f\u00fcr ein Wissenschaftscaf\u00e9 auf Deutsch. Unter dem Titel \u00abWer bin ich und zu wen geh\u00f6re ich?\u00bb diskutiert unter anderen Zivilrechtsprofessorin Alexandra Jungo, die im Auftrag des Bundesrats eine Expert_innen-Gruppe zum Abstammungsrecht geleitet hat. Bundesbern war sich 2018 beim entsprechenden Postulat der Rechtskommission des St\u00e4nderats einig, dass eine \u00dcberpr\u00fcfung des Abstammungsrechts \u00fcberf\u00e4llig ist. 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