{"id":1641,"date":"2015-12-02T13:10:04","date_gmt":"2015-12-02T12:10:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www3.unifr.ch\/alma-georges\/?p=1641"},"modified":"2016-01-22T17:27:23","modified_gmt":"2016-01-22T16:27:23","slug":"klimarettung-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2015\/klimarettung-in-paris","title":{"rendered":"Klimarettung in Paris?"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Wissenschaft und Politiker sind sich einig. Der Klimawandel ist eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen f\u00fcr die Menschheit. Bisherige Klimakonferenzen haben keinen nennenswerten Fortschritt gebracht. Prof. Hansruedi V\u00f6lkle erkl\u00e4rt, was es braucht, damit dies anders wird. Vom 30.11. bis 11.12. findet in Paris die Klimakonferenz der UNO statt.<\/strong><\/h4>\n<p><strong>Gibt es Hoffnung, dass in Paris mehr herausschaut als an anderen Klimakonferenzen?<br \/>\n<\/strong>Etwas Hoffnung ist da, weil man nun ein anderes Vorgehen gew\u00e4hlt hat. Bisher hatte man n\u00e4mlich ohne Erfolg versucht, ein gemeinsames Massnahmenpaket zu erarbeiten, dass dann f\u00fcr alle L\u00e4nder verbindlich sein sollte.<\/p>\n<p><strong>Und wie funktioniert das?<br \/>\n<\/strong>Das neue Vorgehen basiert darauf, dass allen Staaten aufgefordert wurden, der COP21 die aus ihrer Sicht und f\u00fcr ihr Land realisierbaren Klimamassnahmen zu melden, die sie auch gewillt sind, entsprechend umzusetzen. F\u00fcr die Schweiz beispielsweise bedeutet dies den CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss bis 2030 um 50% zu reduzieren im Vergleich zum Jahr 1990. Von den insgesamt 195 Staaten der Erde haben bis vergangene Woche 177 ihre Vorschl\u00e4ge eingereicht. Im Sommer konnte bereits eine Zwischenbilanz erstellt werden. Damals lagen schon 146 Eingaben vor und die Klimaexperten berechneten, dass diese Massnahmen, wenn sie denn alle umgesetzt w\u00fcrden, immer noch zu einer globalen Klimaerw\u00e4rmung von 2.7\u00b0C f\u00fchren w\u00fcrden. Das Ziel der UNO-Klimakonferenz vom Dezember 2010 in Canc\u00fan, die Erw\u00e4rmung auf 2\u00b0C zu begrenzen, w\u00fcrde damit verfehlt und weitere Massnahmen erforderlich.<\/p>\n<p><strong>Was muss passieren, damit es in der Klimafrage endlich vorw\u00e4rts geht?<br \/>\n<\/strong>Die Konferenzteilnehmen m\u00fcssen sich zu einem gemeinsamen Schlussdokument durchringen. Dieses muss Ziel, Marschrichtung, Vorgehen und zeitliche Planung enthalten. Die Frage stellt sich hier, was dieses Dokument f\u00fcr einen juristischen Stellenwert hat. Ist es nur eine unverbindliche Absichtserkl\u00e4rung oder ist es f\u00fcr die Staaten verpflichtend und wer setzt es dann durch und \u00fcberpr\u00fcft dies?<\/p>\n<p><strong>Selbst wenn es verpflichtend ist, muss es doch auch noch umgesetzt werden?<br \/>\n<\/strong>In der Tat liegt der zweite Schritt dann bei den einzelnen L\u00e4ndern. Sind sie gewillt, mitzumachen \u2013 was heisst, die von ihnen der COP21 gemeldeten Klimamassnahmen in ihrem Land auch vollumf\u00e4nglich und fristgerecht umzusetzen? Dazu geh\u00f6rt dann auch eine regelm\u00e4ssige \u00dcberpr\u00fcfung der Wirksamkeit und allenfalls eine Anpassung der Massnahmen. In den meisten F\u00e4llen wird dies wohl eher zu einer Versch\u00e4rfung als zu einer Aufweichung f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Die Umsetzung w\u00fcrde dann wohl auch Auswirkungen auf unser Leben im Alltag haben?<br \/>\n<\/strong>Diese dritte H\u00fcrde ist wohl die schwierigste: Sie ist n\u00e4mlich in unseren K\u00f6pfen. Sind wir als B\u00fcrger und Mitglieder der Konsum- und Wegwerfgesellschaft bereit, unser Verhalten zu \u00e4ndern? Drei Viertel der Energie, die wir verbrauchen, sind n\u00e4mlich fossile Brenn- und Treibstoffe. Diese sind f\u00fcr den CO<sub>2<\/sub>-Anstieg und daher f\u00fcr den Klimawandel verantwortlich. Sind wir bereit, zu unserer Erde mehr Sorge zu tragen, weniger Energie zu verbrauchen, sorgf\u00e4ltiger mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen und weniger Schadstoffe und Abf\u00e4lle zu produzieren? Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Bev\u00f6lkerung besser informiert wird, insbesondere dazu, was jeder einzelne in seinem Umfeld tun kann, um den CO<sub>2<\/sub>-Ausschuss zu vermindern. Allzu viel Zeit dazu haben wir nicht mehr. Je l\u00e4nger wir warten, umso schwieriger wird es und umso schmerzhafter wird es f\u00fcr uns und noch mehr f\u00fcr die kommenden Generationen sein.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Hansruedi V\u00f6lkle<\/strong>, Prof. am Physikdepartement und Verantwortlicher f\u00fcr die Umweltwissenschaften an der Universit\u00e4t Freiburg.<\/p>\n<p><strong>Titelbild:<\/strong> Ian Burt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaft und Politiker sind sich einig. Der Klimawandel ist eine der gr\u00f6ssten Herausforderungen f\u00fcr die Menschheit. Bisherige Klimakonferenzen haben keinen nennenswerten Fortschritt gebracht. Prof. Hansruedi V\u00f6lkle erkl\u00e4rt, was es braucht, damit dies anders wird. Vom 30.11. bis 11.12. findet in Paris die Klimakonferenz der UNO statt. Gibt es Hoffnung, dass in Paris mehr herausschaut als an anderen Klimakonferenzen? Etwas Hoffnung ist da, weil man nun ein anderes Vorgehen gew\u00e4hlt hat. Bisher hatte man n\u00e4mlich ohne Erfolg versucht, ein gemeinsames Massnahmenpaket zu erarbeiten, dass dann f\u00fcr alle L\u00e4nder verbindlich sein sollte. Und wie funktioniert das? 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