{"id":16188,"date":"2022-07-07T07:24:45","date_gmt":"2022-07-07T06:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=16188"},"modified":"2022-07-07T09:37:36","modified_gmt":"2022-07-07T08:37:36","slug":"eine-massgeschneiderte-ausbildung-mit-perspektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2022\/eine-massgeschneiderte-ausbildung-mit-perspektive?lang=de","title":{"rendered":"Eine massgeschneiderte Ausbildung mit Perspektive"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Digital Neuroscience bringt Digitalisierung und Neurowissenschaften zusammen. F\u00fcr Aussenstehende klingt das vorerst etwas abstrakt. Michael Schmid, Professor f\u00fcr Systems Neuroscience, erkl\u00e4rt, was es damit auf sich hat \u2013 und worin die Einzigartigkeit dieses neuen Masters besteht.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Michael Schmid, worum geht es bei dieser Verbindung von Digitalisierung und Neurowissenschaften?<br \/>\n<\/strong>Digital Neuroscience soll Studierende bef\u00e4higen, intelligente digitale L\u00f6sungen f\u00fcr <em>real world<\/em> Anwendungen im Bereich Mental Health zu entwickeln. Das steht im Gegensatz zum herk\u00f6mmlichen Studium der Neurowissenschaften, bei dem die Studierenden lernen Experimente im Labor durchzuf\u00fchren und dann vor allem in der Grundlagenforschung t\u00e4tig werden. Ich m\u00f6chte ein Beispiel geben: Um neue Therapieans\u00e4tze f\u00fcr die Behandlung von Depressionen zu entwickeln, lernt man im experimentell orientierten Studium der Neurowissenschaften, wie sich Depression im Tiermodell nachbilden l\u00e4sst und es werden dann bestimmte Psychopharmaka hinsichtlich ihrer Wirkmechanismen getestet. Im neuen Studiengang lernen die Studierenden Apps f\u00fcrs Smartphone zu entwickeln, die anhand von Verhaltensmustern den Nutzer_innen Feedback geben, um eine Depression besser zu verstehen und idealerweise in den Griff zu bekommen. Tom Insel, bis vor einiger Zeit Direktor des US-amerikanischen National Institute of Health, hat diesen neuen Ansatz als Digital Phenotyping bezeichnet. An unserer Uni implementieren wir dies, indem sich die drei traditionell verschiedene Studieng\u00e4nge Biomedizin, Psychologie und Informatik zusammengeschlossen haben. Mit Digital Neuroscience haben wir an der Unifr\u00a0einen Studiengang, der in der Schweiz einzigartig ist.<\/p>\n<p><strong>Welche Interessen oder F\u00e4higkeiten sollte man f\u00fcr das Studium\u00a0mitbringen?<br \/>\n<\/strong>Nebst Neugier und Fleiss \u2013 den generellen Faktoren f\u00fcr ein erfolgreiches Studium \u2013 verlangen wir einen Bachelor-Abschluss in einem naturwissenschaftlichen Studiengang oder der Psychologie. Dar\u00fcber hinaus sollte man sich f\u00fcr Gehirn und Verhalten begeistern und bereit sein, sich mit Mathematik und Informatik aktiv auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Was lernen die Studierenden der Digital Neuroscience?<br \/>\n<\/strong>Die Studierenden erlernen zum einen die neurowissenschaflichen Grundlagen von Verhalten und vertiefen aktuelle Themen. Zum anderen erhalten sie eine solide Ausbildung in computerwissenschaftlichen Methoden, wie zum Beispiel <em>machine learning<\/em>, <em>human-computer interfaces<\/em>, <em>social media analytics<\/em> oder auch <em>app development<\/em>. In der Masterarbeit geht es dann darum diese Felder zu verkn\u00fcpfen und Anwendungen zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Wie viele Studienpl\u00e4tze stehen offen? Und wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Interesse f\u00fcr den Studiengang?<br \/>\n<\/strong>Wir wollen jedes Jahr gerne eine kleine feine Gruppe von 10 bis 20 Studierenden ausbilden. Das Interesse am neuen Studiengang ist erwartungsgem\u00e4ss hoch und damit sind wir nat\u00fcrlich sehr zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Welche beruflichen Perspektiven haben Absolvent_innen? Und wie sehen die Jobchancen aus?<br \/>\n<\/strong>Absolvent_innen sollen das Wissen und die Fertigkeiten erhalten, um in der Industrie, der \u00f6ffentlichen Verwaltung oder in der akademischen Forschung gute Jobchancen haben. Gerade in der Freizeitindustrie setzen grosse Sportartikel- und Elektronikhersteller sehr stark auf intelligente individualisierte L\u00f6sungen. \u00c4hnliches gilt im Gesundheitssektor, zum Beispiel f\u00fcr Krankenversicherungen und medizinische Diagnostik. Diese Felder expandieren und so sehe ich sehr attraktive Perspektiven f\u00fcr unsere Absolvent-innen.<\/p>\n<p><strong>Einen Tipp f\u00fcr einen guten Studienstart?<br \/>\n<\/strong>Verlassen Sie ihre Komfortzone. Nutzen Sie die Interdisziplinarit\u00e4t unseres Studiengangs daf\u00fcr, sich Wissen und F\u00e4higkeiten anzueignen, die Sie so aus dem Bachelor noch nicht kannten. Mein Tipp hierf\u00fcr ist ein Tandem mit einem Studierenden des anderen Bereichs zu bilden. Wenn sich also eine Psychologin und eine Informatikerin gegenseitig helfen, dann ist dies f\u00fcr beide bereichernd und es k\u00f6nnen sich im Idealfall sogar professionelle Kooperationen f\u00fcr die Zeit nach dem Abschluss entwickeln.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li>Informationen zum <a href=\"https:\/\/studies.unifr.ch\/de\/master\/digitinf\/digitalneuroscience\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Master in Digital Neuroscience<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Digital Neuroscience bringt Digitalisierung und Neurowissenschaften zusammen. F\u00fcr Aussenstehende klingt das vorerst etwas abstrakt. 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