{"id":15941,"date":"2022-06-03T13:54:28","date_gmt":"2022-06-03T12:54:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=15941"},"modified":"2022-06-03T14:01:08","modified_gmt":"2022-06-03T13:01:08","slug":"osteuropa-studien-bern-freiburg-aktuell-spannend-und-ab-herbst-auch-unkompliziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2022\/osteuropa-studien-bern-freiburg-aktuell-spannend-und-ab-herbst-auch-unkompliziert?lang=de","title":{"rendered":"Osteuropa-Studien Bern-Freiburg: aktuell, spannend \u2013 und ab Herbst auch unkompliziert"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Die Osteuropa-Studien Bern-Freiburg sind schon heute hochinteressant, sagt Bachelor-Studentin Petra Z\u00fcrcher im Interview. Administrativ war das Studium an den beiden Universit\u00e4ten bisher allerdings eine Herausforderung. Mit einem \u00abJoint Degree\u00bb wird sich das ab dem Herbstsemester \u00e4ndern.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Interfakult\u00e4r, multilingual, interuniversit\u00e4r \u2013 in Ihrem Studium kommt einiges zusammen. Erz\u00e4hlen Sie von Ihrem Alltag bei den Osteuropa-Studien Bern-Freiburg.<br \/>\n<\/strong>Es ist tats\u00e4chlich ein sehr breit gef\u00e4chertes Studium. Wir k\u00f6nnen Kurse aus f\u00fcnf verschiedenen Bereichen w\u00e4hlen. In meinen ersten beiden Semestern hatte ich bereits Kurse in Literaturwissenschaften, Religionssoziologie, Islamwissenschaften, Geschichte oder Sozialanthropologie \u2013 themenspezifisch geht es dabei aber immer um Osteuropa. Derzeit fahre ich zweimal pro Woche nach Bern, die restlichen Veranstaltungen besuche ich in Freiburg. Andere Studierende sind mehrheitlich in Bern und kommen ab und zu nach Freiburg. Wir alle erlernen eine osteurop\u00e4ische Sprache, das ist Pflicht. Bei mir ist es Russisch, im ersten Jahr sind es derzeit drei Mal pro Woche eineinhalb Stunden.<\/p>\n<p><strong>Welche Vorteile bringt es mit sich, an zwei verschiedenen Universit\u00e4ten zu studieren?<br \/>\n<\/strong>Ich finde es sch\u00f6n, dass wir uns an zwei verschiedenen Orten vernetzen k\u00f6nnen. F\u00fcr diejenigen, die in Bern studieren, ist es zudem cool, einige Veranstaltungen in Freiburg in einer anderen Sprache besuchen zu k\u00f6nnen. Einige haben zwar Hemmungen, Kurse in franz\u00f6sischer Sprache zu belegen, aber es mindert die Ber\u00fchrungs\u00e4ngste. Zudem erweitert es schlicht auch das Angebot, wenn man an zwei Universit\u00e4ten studiert. An der Uni Bern hat es zum Beispiel Professor_innen, die spezialisiert auf osteurop\u00e4ische Geschichte sind, deshalb gehe ich f\u00fcr Veranstaltungen in diesem Bereich nach Bern.<\/p>\n<p><strong>Und wo liegen die Nachteile?<br \/>\n<\/strong>Die Anreise dauert einen Tick l\u00e4nger, als wenn man nur in einer Stadt studiert. Je nachdem, wie man sich den Stundenplan zusammenstellt, hat man am selben Tag Vorlesungen in Freiburg und Bern. M\u00fchsam war bis jetzt aber vor allem, dass wir es mit zwei komplett verschiedenen Systemen zu tun hatten. Derzeit haben wir zwei E-Mailadressen, zwei Konten mit vier verschiedenen Plattformen und m\u00fcssen manchmal \u00fcber gef\u00fchlt drei verschiedene Stellen gehen, damit eine Note angerechnet wird. Was das Administrative angeht, ist es derzeit sehr herausfordernd.<\/p>\n<p><strong>Genau deshalb gibt es ab dem kommenden Semester einen \u00abJoint Degree\u00bb, also einen gemeinsamen Abschluss. Was halten Sie davon?<br \/>\n<\/strong>Ich habe schon mit vielen Studierenden dar\u00fcber gesprochen, die Reaktion ist immer die gleiche: Erleichterung! Die Masterstudierenden erz\u00e4hlten mir, man diskutiere schon seit Jahren dar\u00fcber. Entsprechend happy sind wir alle, dass es nun endlich so weit ist.<\/p>\n<p><strong>Mal unabh\u00e4ngig von den universit\u00e4ren Rahmenbedingungen \u2013 warum haben Sie sich f\u00fcr die Osteuropa-Studien entschieden?<br \/>\n<\/strong>Meine erste Idee war es gewesen, Geschichte zu studieren. Ich habe dann aber gemerkt, dass mich andere Bereiche ebenfalls interessieren, dachte mir, Politikwissenschaften w\u00e4ren cool, eine neue Sprache zu lernen w\u00e4re l\u00e4ssig, mich mit Literatur auseinanderzusetzen ebenfalls. Als ich dann per Zufall auf die Osteuropa-Studien stiess, wurde mir bewusst, dass das Studium wie auf mich zugeschnitten ist. Zumal mich Osteuropa und seine Kultur auch ganz grunds\u00e4tzlich faszinieren. Unter dem Strich war es ein absoluter Gl\u00fccksfall.<\/p>\n<p><strong>Sind Ihre Erwartungen im Studium erf\u00fcllt worden?<br \/>\n<\/strong>Ja, ich bin ein Megafan von diesem Studiengang. Er ist wirklich spannend, auch wenn sich abzeichnet, dass wir nicht s\u00e4mtliche L\u00e4nder Osteuropas behandeln werden. Das Studium ist ziemlich Russland-lastig. Nat\u00fcrlich steht nun auch noch die Ukraine stark im Zentrum. Hinzu kommen Veranstaltungen \u00fcber Polen und Ungarn. Das sind, mit punktuellen Ausnahmen nat\u00fcrlich, die Schwerpunkte. Es w\u00e4re aber auch vermessen zu glauben, man k\u00f6nne nach dem Studium Expert_in f\u00fcr jedes einzelne Land Osteuropas sein.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine ist Osteuropa in den Fokus des Weltgeschehens ger\u00fcckt. Inwiefern f\u00fchlen Sie sich durch die aktuellen Ereignisse in Ihrer Studienwahl best\u00e4tigt?<br \/>\n<\/strong>Sehr. Es ist der Beweis, dass das Thema Osteuropa auch 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Kriegs weiterhin sehr aktuell ist, dass die Spannungen all die Jahre geblieben sind. Wenn man studiert, kommt irgendwann immer die Frage: Was wollt ihr sp\u00e4ter damit machen? Es ist deshalb motivierend zu sehen, dass es unser Fachwissen brauchen wird, sei es in der Forschung, im Journalismus, in der Diplomatie oder bei einer Beh\u00f6rde.<\/p>\n<p><strong>Die Fachschaft Osteuropa-Studien Bern-Freiburg bietet derzeit Hilfe an f\u00fcr Studierende aus der Ukraine und Russland. Wie sieht die konkret aus?<br \/>\n<\/strong>Zu Beginn wurden wir regelrecht \u00fcberrannt mit Anfragen. Direkt nach Kriegsausbruch versuchten wir bei der Frage zu helfen, wo Fl\u00fcchtende aus der Ukraine untergebracht werden k\u00f6nnen. Wir halfen auch mit \u00dcbersetzungen und bei administrativen Dingen. Nach ein paar Wochen hat sich die Situation dann beruhigt. Derzeit gleisen wir ein Sprachcaf\u00e9 auf, die Idee ist ein sprachlicher Austausch im Tandem-System. Wir werden laufend neu analysieren, wie und wo wir helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div style=\"background-color: orange; font-size: 100%; padding: 1em;\">\n<h2><strong>Joint Degree: \u00abAuf dem Arbeitsmarkt ein zus\u00e4tzlicher Trumpf\u00bb<\/strong><\/h2>\n<p>Die Osteuropa-Studien Bern-Freiburg gibt es bereits seit 2009. Schon heute gehen Freiburger Studierende f\u00fcr gewisse Veranstaltungen nach Bern und umgekehrt. Im Rahmen eines Joint Degree wird das Studium auf das Herbstsemester hin nun aber restrukturiert. Aus zwei parallel an zwei Universit\u00e4ten laufenden Studieng\u00e4ngen wird ein gemeinsamer Studiengang \u2013 mit einem gemeinsamen Abschluss. \u00abDadurch vereinfachen sich Studium und Studienberatung, alles wird transparenter\u00bb, sagt Jens Herlth. Er ist Professor f\u00fcr Slavistik an der Universit\u00e4t Freiburg und hat als Pr\u00e4sident des Departements f\u00fcr Europastudien und Slavistik die Arbeit auf Freiburger Seite koordiniert. \u00abDie Studierenden beider Unis haben nun einen einzigen Studienplan f\u00fcr das jeweilige Programm. Bis jetzt sahen die Studienpl\u00e4ne zum Teil komplett anders aus, die Anforderungen waren manchmal je nach Uni unterschiedlich.\u00bb<\/p>\n<p>Hinter der Harmonisierung steckt jahrelange Arbeit. \u00abZwei Universit\u00e4ten, zwei Fakult\u00e4ten, zwei verschiedene Kantone \u2013 da kommt einiges zusammen. Das Regelwerk an der Uni Bern ist ein v\u00f6llig anderes als dasjenige an der Uni Freiburg\u00bb, sagt Herlth. \u00abAm Ende entstand eine lange Liste von gr\u00f6sseren und kleineren Kompromissen.\u00bb<\/p>\n<p>Jens Herlth ist \u00fcberzeugt, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Als Vertreter eines eher kleinen Fachs erkenne er die Vorteile umso deutlicher. Die Slavistik hat eine lange Tradition an der Universit\u00e4t Freiburg, sie besteht seit der Gr\u00fcndung 1889. \u00abDoch ich bin der einzige Professor, und wir haben nur wenige Mitarbeitende.\u00bb Das Ziel sei jedoch nicht, ein Minimalprogramm anzubieten, sondern ein international kompetitives Programm. \u00abDas funktioniert schon seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Uni Bern. Es gibt in Bern und Freiburg so viel Kompetenz zu Osteuropa, nicht nur im Bereich Sprache und Literatur, den wir in der Slavistik bedienen, sondern auch in anderen Bereichen wie Geschichte und Politikwissenschaft.\u00bb Herlth ist deshalb froh, dass die Idee, die Kr\u00e4fte zu b\u00fcndeln, nun mit dem Joint Degree zementiert wird. \u00abUnd am Ende erhalten die Studierenden ein Diplom mit den Logos beider Universit\u00e4ten \u00ad\u2013 das ist auch auf dem Arbeitsmarkt ein zus\u00e4tzlicher Trumpf.\u00bb<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n_________<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>Mehr Informationen zum Studium:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.osteuropa-studien.ch\/\">Osteuroa-Studien Bern-Fribourg<\/a> auf der Webseite der Unibe<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/studies.unifr.ch\/de\/bachelor\/soc\/easterneuropeanstudies\/\">Osteuropastudien<\/a> an der Unifr<\/li>\n<li>Webseite der <a href=\"http:\/\/www.osteuropa-studien.ch\/ueber_uns\/fachschaft\/index_ger.html\">Fachschaft<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Osteuropa-Studien Bern-Freiburg sind schon heute hochinteressant, sagt Bachelor-Studentin Petra Z\u00fcrcher im Interview. 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