{"id":15437,"date":"2022-03-17T09:18:06","date_gmt":"2022-03-17T08:18:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=15437"},"modified":"2022-03-17T09:18:06","modified_gmt":"2022-03-17T08:18:06","slug":"lucy-in-the-sky-with-diamonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2022\/lucy-in-the-sky-with-diamonds","title":{"rendered":"Lucy in The Sky with Diamonds"},"content":{"rendered":"<h4><strong>In einem <em>explorativen Workshop<\/em> unter der Leitung von Prof. Dr. Chantal Martin S\u00f6lch wurde am Standort P\u00e9rolles k\u00fcrzlich ein \u00dcberblick \u00fcber die Projekte zum Thema psychedelische Forschung an der Universit\u00e4t Freiburg gegeben. Eine Reise durch die Studienlandschaft der Schweiz.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p>\u00abLet\u2019s make science, not war!\u00bb forderte Doktorand Federico Seragnoli in seinem Einstiegsvortrag die Anwesenden auf. Er ist Mitbegr\u00fcnder der ALPS-Konferenz, die es Forschenden erm\u00f6glichen soll, ihr Wissen \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Situation im Bereich der Psychedelika (u. a. LSD, DMT, Psilocybin und MDMA) und seine zuk\u00fcnftigen Entwicklungen zu erweitern und zu vertiefen. Es sei auch Ziel des <em>explorativen Workshops<\/em> an der Unifr, die Kooperation und der Vertrauensaufbau zu f\u00f6rdern, weil \u00abwissenschaftliche Forschung ohne Zusammenarbeit und Vertrauen mit Kolleg_innen aus anderen L\u00e4ndern nicht denkbar ist.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Back to the future<br \/>\n<\/strong>Im Laufe der Geschichte haben viele (traditionelle) Gesellschaften weltweit Psychedelika gekannt und mit ihnen gearbeitet. Weil die internationale Gesetzgebung ihre Verwendung aber selbst zu Forschungszwecken verboten hat, wurde das wissenschaftliche Verst\u00e4ndnis ihrer Wirkungen lange vernachl\u00e4ssigt. Dank der partiellen Freigabe dieser Substanzen in einigen Teilen der Welt erlebte die Wissenschaft in den letzten Jahren eine \u00abRenaissance\u00bb, mit wichtigen vorl\u00e4ufigen Ergebnissen aus dem Bereich der Neurowissenschaften und der Psychotherapie. Da die Schweizer Gesetzgebung die Forschung an diesen Substanzen erlaubt, f\u00f6rdert die Schweiz ein produktives und offenes Umfeld, das international auff\u00e4llt. Die Substanzen sind zwar illegal, aber das Gesetz erlaubt ihre Verwendung zu Forschungszwecken. Fun Fact: W\u00e4hrend die kleine Schweiz Forschungsgruppen an mittlerweile f\u00fcnf Institutionen hat (z.B. Universit\u00e4ten Freiburg, Genf, Basel und Z\u00fcrich), gibt es in eine grossen Land wie Italien nur eine.<\/p>\n<p><strong>Compassionate use<br \/>\n<\/strong>\u00abDar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Psychiater_innen einen Antrag auf <em>compassionate use<\/em> stellen\u00bb, erkl\u00e4rte Seragnoli, d.h. eine Genehmigung f\u00fcr die Verwendung von Psychedelika und ihre Verschreibung als Arzneimittel zur Linderung von behandlungsresistenten Psychopathologien. In dieser Hinsicht ist die Schweiz auf internationaler Ebene einzigartig und verf\u00fcgt \u00fcber sehr kompetente und renommierte Expert_innen.<\/p>\n<p><strong>Ayahuasca<br \/>\n<\/strong>Wie bereits erw\u00e4hnt, kennen und sch\u00e4tzen bestimmte Gesellschaften den Umgang mit psychedelischen Substanzen schon sehr lange. Dr. Ilana Berlowitz referierte \u00fcber Behandlungen auf der Grundlage psychedelischer bzw. psychoaktiver Pflanzen in der traditionellen Heilkunde des peruanischen Amazonasgebiets. Dieses verf\u00fcgt \u00fcber eine enorme biologische Vielfalt bzw. Vielfalt an Heilpflanzen, gepaart mit einer grossen kulturellen Diversit\u00e4t. Das ber\u00fchmteste Heilmittel mit wachsender internationaler Popularit\u00e4t ist aktuell Ayahuasca. Es wird in einem zeremoniellen Rahmen angewandt, erzeugt Brechreiz und ver\u00e4nderte Bewusstseinszust\u00e4nde. Es gibt zunehmende wissenschaftliche Belege f\u00fcr den Nutzen f\u00fcr die psychische Gesundheit, z. B. bei Suchterkrankungen und schweren Depressionen. Die peruanische Amazonas-<em>dieta<\/em> wird von Heilern begleitet. Sie beinhaltet soziale Abgeschiedenheit (z.B. in einer H\u00fctte), Ern\u00e4hrungsregeln und -beschr\u00e4nkungen, und die Einnahme von Psychoaktiva. Prof. Dr. Paul Cumming berichtete in seinem Vortrag zudem \u00fcber die Psychopharmakologie von Ayahuasca.<\/p>\n<p><strong>PROOF<br \/>\n<\/strong>Im Laufe des Nachmittags stellte sich auch die Studierendenvereinigung PROOF vor. Co-Pr\u00e4sidentin Clara Acien pr\u00e4sentierte die Ziele: die wissenschaftliche Ausbildung und Sensibilisierung der Vereinsmitglieder, die Kommunikation \u00fcber interdisziplin\u00e4re wissenschaftliche Forschung zu psychedelischen Substanzen und die Pr\u00e4vention und Schadensbegrenzung im Zusammenhang mit dem Konsum von psychedelischen Substanzen. Unter den zahlreichen Aktivit\u00e4ten geh\u00f6ren regelm\u00e4ssige Talks, Screenings, Papierclubs und Booklets zur Pr\u00e4vention. Auch ist eine kleine Bibliothek mit B\u00fcchern zum Sujet ist vorhanden. PROOF legt auch viel Wert auf die interdisziplin\u00e4re Arbeit. Schliesslich sind Psychedelika in Geschichte, Theologie, Philosophie, Wirtschaft etc. thematisiert. \u00abUnseren Verein gibt es erst seit ca. einem Jahr, erfreut sich aber bereits jetzt grosser Beliebtheit\u00bb, berichtete Clara. \u00abWir fokussieren uns haupts\u00e4chlich auf die Wissenschaft, aber falls Menschen mit Problemen auf uns zukommen, weisen wir sie an eine geeignete Beratungsstelle weiter.\u00bb Das Zentrum f\u00fcr Gesundheitspsychologie der Unifr organisiert auch Gespr\u00e4chsgruppen und monatliche Treffen zu verschiedenen Themen (u.a. Gruppe f\u00fcr suchtkranke Erwachsene, zur Integration psychedelischer Erfahrungen).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"new-royalslider-121\" class=\"royalSlider new-royalslider-121 rsUni rs-default-template\" style=\"width:100%;height:400px;;\" data-rs-options='{&quot;template&quot;:&quot;default&quot;,&quot;image_generation&quot;:{&quot;imageWidth&quot;:&quot;&quot;,&quot;imageHeight&quot;:&quot;&quot;,&quot;thumbImageWidth&quot;:&quot;&quot;,&quot;thumbImageHeight&quot;:&quot;&quot;},&quot;thumbs&quot;:{&quot;thumbWidth&quot;:96,&quot;thumbHeight&quot;:72},&quot;video&quot;:[],&quot;width&quot;:&quot;100%&quot;,&quot;height&quot;:&quot;400px&quot;}'>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00079-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00079 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00073-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00073 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00063-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00063 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00040-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00040 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00037-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00037 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00034-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00034 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00018-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00018 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00015-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00015 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00010-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00010 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n<div class=\"rsContent\">\n  <img class=\"rsImg\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image00001-Kopie-1024x768.jpeg\" alt=\"image00001 Kopie\"\/>\n  \n  \n  \n<\/div>\n\n<\/div>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neuroplastizit\u00e4t<br \/>\n<\/strong>Prof. Dr. med Gregor Hasler sprach \u00fcber die Sicherheit der psychedelischen Psychotherapie. Nach einem Stroke haben viele Menschen mit den Folgen der Hirnverletzung zu k\u00e4mpfen. Bis heute gibt es keine Kur, aber Mittel zur Verbesserung der neuen Plastizit\u00e4t mit Psychedelika. Doch Hasler warnt: \u00abThere\u2019s so much bullshit going around!\u00bb Beim Thema Neuroplastizit\u00e4t ging Msc. Abigail Calder spezifisch auf LSD ein und pr\u00e4sentierte Forschungsergebnisse auf molekularer, neuronaler, dendritischer (Dendriten bilden den Kontakt zu anderen Zellen oder Neuronen) und synapsischer Ebene. Wer bei Calders aktuellen LSD-Studie teilnehmen m\u00f6chte, darf sich \u00fcbrigens per E-Mail bei ihr melden!<\/p>\n<p><strong>Trips und Nebenwirkungen<br \/>\n<\/strong>Last but not least, berichtete Dr. Adrian Hase \u00fcber psychedelische Trip-Berichte, die online gepostet wurden. Was ihn besch\u00e4ftigt: Wenn Personen \u00fcber ihre Erfahrungen mit bestimmten Substanzen berichten, kann der Inhalt der Berichte etwas \u00fcber die m\u00f6glichen gemeinsamen und unterschiedlichen Wirkungen aussagen? Wir bleiben dran!<\/p>\n<p>Am Ende des Workshops wurden im Rahmen eines Round Table Fragen aus dem Publikum beantwortet. Was wir festhalten k\u00f6nnen: Psychedelika sind keine Zaubermittel, sondern Medikamente, die eine bereits stattfindende Therapie verst\u00e4rken. Die m\u00f6glichen Nebenwirkungen einer Konsumation besch\u00e4ftigten die meisten Workshop-Teilnehmer_innen. Durch sehr strenge Forschungsmethoden und Kriterien z. B. bei der Auswahl von Proband_innen und Methoden, so das Fazit, k\u00f6nnen viele unerw\u00fcnschte Effekte in Grenzen gehalten werden. Studienteilnehmende werden im Voraus auch auf m\u00f6gliche bad trips vorbereitet. \u00abAlle sollten Psychedelika konsumieren!\u00bb, ruft Seragnoli schliesslich in die Runde, was f\u00fcr einige Lacher sorgt, und wie scherzhaft oder ernst das gemeint war, lassen wir jetzt offen.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li>Webseite des <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/psycho\/de\/\">Departements f\u00fcr Psychologie<\/a><\/li>\n<li>Facebook Fanpage von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/PROOF.asso\/\">PROOF<\/a><\/li>\n<li>Webseite der <a href=\"https:\/\/www.alpsconference.com\/\">ALPS Conference<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem explorativen Workshop unter der Leitung von Prof. Dr. Chantal Martin S\u00f6lch wurde am Standort P\u00e9rolles k\u00fcrzlich ein \u00dcberblick \u00fcber die Projekte zum Thema psychedelische Forschung an der Universit\u00e4t Freiburg gegeben. 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