{"id":15224,"date":"2022-02-10T09:20:38","date_gmt":"2022-02-10T08:20:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=15224"},"modified":"2022-02-10T09:20:38","modified_gmt":"2022-02-10T08:20:38","slug":"neue-wege-gehen-jobsharing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2022\/neue-wege-gehen-jobsharing","title":{"rendered":"Neue Wege gehen \u2013 Jobsharing"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Alke Fink und Barbara Rothen teilen sich eine Professur am Adolphe-Merkle-Institut. Wie sieht Jobsharing im Alltag konkret aus und warum schw\u00e4rmen die beiden f\u00fcr das Modell? Ein Interview.<\/strong><\/h4>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Wie ist es dazu gekommen, dass Sie gemeinsam ein alternatives Arbeitsmodell vorleben?\u00a0<\/strong><br \/>\n<em>Alke Fink<\/em>: Wir hatten beide eigenst\u00e4ndige Arbeitsgruppen, kannten uns aber von einem Forschungsprojekt. Unabh\u00e4ngig voneinander haben wir von diesem Jobsharing-Modell in Freiburg von zwei Kollegen im Magazin \u00abHorizonte\u00bb gelesen. Die Jobannonce \u00abProfessur BioNanomaterialien\u00bb traf auf uns beide, also Biologie &amp; Nanomaterialien zu.<\/p>\n<p><em>Barbara Rothen<\/em>: Wir haben uns im Sommer 2010 auf die Professur in BioNanomaterialen aus verschiedenen Gr\u00fcnden gemeinsam beworben. Einerseits, weil wir beide komplement\u00e4re Fachwissen haben, die sich hervorragend erg\u00e4nzen. Andererseits hatten wir beide zu diesem Zeitpunkt noch kleine Kinder und das Institut war im Aufbau begriffen. Uns war klar, dass es sich nicht nur um ein 100%-Pensum handeln w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Was heisst Jobsharing in Ihrem Alltag konkret?\u00a0\u00a0<\/strong><br \/>\n<em>Barbara Rothen<\/em>: Wir haben zum Beispiel die Hauptverantwortung f\u00fcr die Doktorierenden je nach Thema klar aufgeteilt, aber wenn eine von uns einmal nicht da ist, dann steht die Kollegin f\u00fcr wichtige Entscheidungen zur Verf\u00fcgung. Und je nach Thema und Fragestellung k\u00f6nnen wir unterschiedliche Ansichten einbringen.<\/p>\n<p><em>Alke Fink<\/em>: Projekte bearbeiten wir mit den Mitarbeitenden oft gemeinsam und bekommen so beide Disziplinen in das Projekt bzw. bilden wir die Mitarbeitenden parallel im anderen Fach aus. Administrative Aufgaben \u00fcbernimmt mal die Eine, mal die Andere. E-Mails beantwortet mal die Eine, mal die Andere etc.<\/p>\n<p><strong>Worin sehen Sie die Vorteile eines solchen Modells?\u00a0<\/strong><br \/>\n<em>Barbara Rothen<\/em>: Eine F\u00fchrungsaufgabe beinhaltet auch schwierige Entscheidungen wie zum Beispiel die strategische Ausrichtung der Forschung oder die Mitarbeiterf\u00fchrung. Da ist es unglaublich wertvoll, wenn man sich austauschen kann und auch auf die Erfahrungen der Kollegin z\u00e4hlen kann. Auch k\u00f6nnen wir uns gegenseitig aufbauen und unterst\u00fctzen, wenn bei einer von uns einmal die Motivation f\u00fcr eine Aufgabe fehlt.<\/p>\n<p><em>Alke Fink<\/em>: Es hilft in einer solchen Position, sich und seine Entscheidungen manchmal zu hinterfragen. Das ist nicht immer m\u00f6glich oder einfach, und da hilft oft der \u00abReality Check\u00bb einer zweiten Person, der man vertraut. Barbara hat wahrscheinlich von geteilter Verantwortung bei dieser Frage gesprochen, was sicher ein sehr wichtiger Punkt ist.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div id=\"attachment_15226\" style=\"width: 499px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-15226\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-15226\" src=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/MG_2455-683x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"489\" height=\"734\" srcset=\"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/MG_2455-683x1024.jpeg 683w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/MG_2455-200x300.jpeg 200w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/MG_2455-768x1152.jpeg 768w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/MG_2455-1024x1536.jpeg 1024w, https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/MG_2455.jpeg 1280w\" sizes=\"(max-width: 489px) 100vw, 489px\" \/><p id=\"caption-attachment-15226\" class=\"wp-caption-text\">Alke Fink (links) und Barbara Rothen (rechts), Bild: Sven Bachmann<\/p><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Es ist Ihnen selbst ein grosses\u00a0Anliegen, ob Jobsharing zu sprechen. Warum ist es so wichtig, dar\u00fcber zu reden?<br \/>\n<\/strong><em>Barbara Rothen<\/em>: Wir haben erst letzthin im Gespr\u00e4ch mit jungen Forschenden bemerkt, wie wenig dieses Modell \u00fcber Freiburg hinaus bekannt ist und es doch bei vielen Forschenden mit Familie auf grosses Interesse st\u00f6sst. Wir m\u00f6chten Nachwuchsforschende anregen, neue Wege zu gehen und weitere Ideen vorzuschlagen, und dann ist es wichtig, dass Entscheidungstr\u00e4ger_innen den Mut haben, sich auf diese Ideen einlassen.<\/p>\n<p><em>Alke Fink: <\/em>a) Weil viele es mit Teilzeitarbeit verwechseln. b) Das Modell passt nicht f\u00fcr jede_n und f\u00fcr alle Positionen, aber vielleicht doch \u00f6fter, als man sich vorstellen kann. Aber es scheint vielen noch nicht klar zu sein, dass und wie diese Symbiose funktioniert und unter welchen Voraussetzungen.<\/p>\n<p><strong>Gehen Sie sich manchmal gegenseitig auf die Nerven? Wie l\u00f6sen Sie das?<br \/>\n<\/strong><em>Barbara Rothen<\/em>: Ja, klar, vor allem wenn Alke wieder einmal erst kurz vor einer Deadline ihren Input gibt. &#x1f60a;\u00a0Mittlerweile kennen wir uns aber so gut, dass wir gelernt haben, damit umzugehen und sprechen sehr offen und ehrlich miteinander.<\/p>\n<p><em>Alke Fink<\/em>: Barbara motzt sicher grad \u00fcber meine Einstellung zu Deadlines &#8230; daf\u00fcr macht sie mich schon zwei Wochen vor der\u00a0 Deadline ganz kribbelig &#8230; Macht nix, dann tritt mir jemand in den Hintern und ich krieg&rsquo; nicht zwei Stunden vor der Deadline einen Herzkasper.<\/p>\n<p><strong>Dass sich zwei Frauen eine Professur teilen \u2013 und dann auch noch in einem MINT-Fach \u2013 sorgt auch heute noch f\u00fcr Aufsehen. Wie sind die Reaktionen in Ihrem Umfeld?<br \/>\n<\/strong><em>Barbara Rothen<\/em>: Viele sind immer noch erstaunt, dass es diese M\u00f6glichkeit auf der Stufe einer Professur gibt und fragen uns dann nach Details, wie genau wir das angegangen sind.<\/p>\n<p><em>Alke Fink<\/em>: Gemischt. Von begeistert zu ablehnend. Vor allem aber oft wenig informiert, auf beiden Seiten, was m\u00f6glich ist und was eben nicht.<\/p>\n<p><strong>Zum Schluss: Welche Qualit\u00e4t(en) sollte ihre Kollegin unbedingt beibehalten?<br \/>\n<\/strong><em>Barbara Rothen<\/em>: Alke ist eine kreative Forscherin mit vielen fantastischen Ideen, auch sch\u00e4tze ich ihre direkte Pers\u00f6nlichkeit und nat\u00fcrlich, dass ich mich zu 100% auf sie verlassen kann.<\/p>\n<p><em>Alke Fink<\/em>: Ihr Optimismus und ihre strukturierte Arbeitsweise. Ihr Glas ist halb voll, meins halb leer, aber wir haben ein Glas und da ist was drin!<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li>Webseite von <a href=\"https:\/\/www.bioinspired-materials.ch\/en\/about-us\/people\/people-a-z\/person.html?personid=99\">Barbara Rothen<\/a><\/li>\n<li>Webseite von <a href=\"https:\/\/www3.unifr.ch\/directory\/en\/people\/18054\/b79c4\">Alke Fink<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/chem\/en\/research\/groups\/fink\/\">Fink Group<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alke Fink und Barbara Rothen teilen sich eine Professur am Adolphe-Merkle-Institut. Wie sieht Jobsharing im Alltag konkret aus und warum schw\u00e4rmen die beiden f\u00fcr das Modell? Ein Interview. 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