{"id":14191,"date":"2021-08-18T13:51:42","date_gmt":"2021-08-18T12:51:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges?p=14191"},"modified":"2021-08-18T13:51:42","modified_gmt":"2021-08-18T12:51:42","slug":"die-partnerschaft-staerkt-in-der-suche-nach-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.unifr.ch\/alma-georges\/articles\/2021\/die-partnerschaft-staerkt-in-der-suche-nach-sinn?lang=de","title":{"rendered":"\u00abDie Partnerschaft st\u00e4rkt in der Suche nach Sinn.\u00bb"},"content":{"rendered":"<h4><strong>F\u00fcnf junge Nachwuchsforscher_innen der Unifr haben es geschafft. Sie werden ihre Dissertation basierend auf einer Zusammenarbeit zwischen der Unifr und einer ausl\u00e4ndischen Hochschule schreiben und erhalten daf\u00fcr einen Unterst\u00fctzungsbeitrag von max. CHF 10&rsquo;000.-. Wir stellen sie und ihre Forschung in einer Portraitreihe vor.\u00a0<\/strong><\/h4>\n<p>Heute befassen wir uns n\u00e4her mit der Forschung von Michael Barben. Der 42-j\u00e4hrige Doktorand wird von Prof. Dr. Volker Reinhardt betreut und schreibt seine Arbeit in Geschichte der Neuzeit.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><strong>Wenn meine Supervisor_innen mich in drei Worten beschreiben m\u00fcssten:<br \/>\n<\/strong>Interessiert, motiviert, mehrere Perspektiven einbeziehend.<\/p>\n<p><strong>Worum es in meiner Forschung geht:<br \/>\n<\/strong>Psychoanalytische Interpretationen von Bildern aus der Renaissance und Methodenreflexion. Ich untersuche Bilder aus der italienischen und deutschen Renaissance nach unbewussten Inhalten bei K\u00fcnstler_innen, Publikum und Gesellschaft. Dazu reise ich zu den originalen Standorten der Bilder, um in die Erlebniswelt jener Zeit einzutauchen und durch Selbsterfahrung zu einem vertieften Verst\u00e4ndnis und grundlegenden Motiven von Bildern, Menschen und Zeiten zu gelangen. Mit Hilfe von Sekund\u00e4rliteratur und Gespr\u00e4chen mit Professor_innen und Psychoanalytiker_innen (vor allem vom Psychoanalytischen Seminar in Z\u00fcrich) komme ich ebenfalls zu neuen Einsichten in die Thematik. Unbewusstes ist oftmals unsch\u00f6n, wenn es zum Vorschein kommt und es geht darum, diese Realit\u00e4ten nicht zu verbergen, sondern anzuerkennen. Geschichtsverzerrungen, Projektionen in Geschichte sind ebenfalls ein wichtiges Erkenntnisfeld der Arbeit. \u00c4ngste, Wut, Trauer, Lust und Frust k\u00f6nnen aus unterschiedlichen individuellen und gesellschaftlichen Zust\u00e4nden unbewusst werden. Im Aufdecken jenes Unbewussten steckt ein St\u00fcck Wahrheitsgewinn und vielleicht auch ein authentischeres Lebensgef\u00fchl als Lohn.<\/p>\n<p><strong>Meine Partnerhochschule im Ausland und warum sie so wichtig f\u00fcr mein Projekt ist:<br \/>\n<\/strong>Die FH Potsdam (Berlin), bei Prof. Peter Stephan, Kunstgeschichte. Professor Stephan ist ein Experte f\u00fcr Kunstgeschichte und kann mir im genauen Studium der Bilder und von Bildtraditionen die kunsthistorische Sichtweise f\u00fcr meine untersuchten Bilder n\u00e4her bringen. In meinem Erasmus-Semester in Rom hatte ich keinen institutionellen Anschluss und kam mir manchmal verloren und einsam vor, was sicherlich durch die sozialen und kulturellen Einschr\u00e4nkungen durch die Corona-Massnahmen versch\u00e4rft wurde. Der Kontakt mit Prof. Stephan in Berlin ist f\u00fcr einen Auslandaufenthalt eine fachliche Orientierung und auch menschlich ein Gewinn. Dazu ist Berlin sozial und kulturell enorm spannend, wird es doch auch als Babylon Berlin gefeiert oder verh\u00f6hnt, je nach Geschmack der Urteilenden und ist damit heute nicht weit weg von Rom, das ja von deutschen Reformatoren als Hure Babylon bezeichnet wurde.<\/p>\n<p><strong>Was ich mir von diesem \u00abCotutelle de th\u00e8se\u00bb-Projekt erhoffe:<br \/>\n<\/strong>Ich hoffe, offen zu sein f\u00fcr das, was kommen mag. Die Partnerschaft schafft Verb\u00fcndete und st\u00e4rkt in der Suche nach Sinn. Das Projekt f\u00fchrt auch zu anderen Perspektiven, was eine Erweiterung der Sicht ist. Schliesslich gibt es etwas Geld, um die Lebenskosten zu decken und all diese Punkte f\u00fchren zu einer gr\u00f6sseren Motivation, mit dem Gef\u00fchl mehr Teil von etwas Gesellschaftlichem zu sein, wo der Alltag als Doktorand meist einsam ist. Ein Auslandaufenthalt f\u00fchrt zu ver\u00e4nderten Wahrnehmungen, Vorurteile k\u00f6nnen abgebaut und differenzierter betrachtet werden, neue Erfahrungen entstehen.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte eine Herausforderung f\u00fcr mich sein:<br \/>\n<\/strong>Currywurst zu essen. Mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und nicht in den tausend M\u00f6glichkeiten der Stadt zu verlieren und deren Vorz\u00fcge dennoch zu geniessen. Die kunstgeschichtliche Perspektive in meine Arbeit zu integrieren und zwei Professoren (Prof. Volker Reinhardt in Freiburg) damit zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p><strong>Das sollten meine Kommiliton_innen unbedingt wissen:<br \/>\n<\/strong>Der b\u00fcrokratische Aufwand lohnt sich in vielerlei Hinsicht und gerade wenn es am Schwierigsten ist, kann eine erfolgreiche Bewerbung zu neuen Perspektiven, Kontakten, Reisen, Erfahrungen und Motivation f\u00fchren. Wird es zu Hause langweilig, mach es, auch in Pandemiezeiten! Ich mache neben dem Doktorat eine Ausbildung als Psychoanalytiker und hoffe auf einem oder beiden Gebieten zuk\u00fcnftig arbeiten zu k\u00f6nnen. Ein kleiner Werbeblock zum Schluss: Bei Fragen zum Doktorat oder bei Interesse, eine Psychoanalyse zu machen, k\u00f6nnt ihr euch gerne bei mir melden und wir schauen es uns mal an.<\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ff6600;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<ul>\n<li>Weitere Informationen zum <a href=\"https:\/\/www.swissuniversities.ch\/themen\/nachwuchsfoerderung\/cotutelles-de-these\">Projekt<\/a><\/li>\n<li>Webseite der <a href=\"https:\/\/www.fh-potsdam.de\/\">Fachhochschule Potsdam\u00a0<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div style=\"background-color: orange; font-size: 100%; padding: 1em;\">\n<p><strong>Haben Sie jetzt auch Fernweh?<br \/>\n<\/strong>Nutzen Sie die Gelegenheit und wagen Sie einen Studienaustausch an einer europ\u00e4ischen Partneruniversit\u00e4t der Unifr. Gerade hat es noch Restpl\u00e4tze f\u00fcr 2021\/2022. First come, first served! Zum Mobilit\u00e4tsprogramm der Unifr: <a href=\"https:\/\/www.unifr.ch\/studies\/de\/mobilitaet\">https:\/\/www.unifr.ch\/studies\/de\/mobilitaet<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">__________<\/span><\/p>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n<div class=\"clear\" style=\"height:20px\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf junge Nachwuchsforscher_innen der Unifr haben es geschafft. Sie werden ihre Dissertation basierend auf einer Zusammenarbeit zwischen der Unifr und einer ausl\u00e4ndischen Hochschule schreiben und erhalten daf\u00fcr einen Unterst\u00fctzungsbeitrag von max. CHF 10&rsquo;000.-. Wir stellen sie und ihre Forschung in einer Portraitreihe vor.\u00a0 Heute befassen wir uns n\u00e4her mit der Forschung von Michael Barben. 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