Wie vorbereiten?
  Wie bereitet man sich auf den EMS vor?     Comment se préparer pour le test AMS?     Come prepararsi per il test AMS?  
                 
 

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten rechtzeitig Ende März eine Broschüre "Test Info" mit allen wichtigen Hinweisen für die Vorbereitung und zum Ablauf des Tests.

Im Handel sind 2 Originalversionen des EMS veröffentlicht, die man zur Vorbereitung einmal durcharbeiten sollte (Neuauflagen vom Januar 2008).

 


   

Tous les participants reçoivent en temps voulu (vers Mars) une brochure Test-Info contenant toutes les informations importantes à propos de la préparation et du déroulement du test.

Des versions originales de l'AMS ont été publiées et devraient être étudiées attentivement en guise de préparation.

 

 

   

Tutti i partecipanti ricevono per tempo (verso la fine di marzo) l'opuscolo "Test-Info" contenente tutte le informazioni necessarie per la preparazione e lo svolgimento del test.

Nelle librerie sono disponibili delle versioni originali del test AMS che dovrebbero venir studiate e svolte almeno una volta per prepararsi adeguatamente.

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Sind Kommerzielle Trainingskurse notwendig?
 

Liebe Kandidatinnen und Kandidaten

Es ist ein offenes Wort zu den Angeboten kommerziell orientierter Trainingsanbieter notwendig. Die sich verschärfende Konkurrenzsituation um die Studienplätze wird von einigen Anbietern sehr aggressiv dazu ausgenutzt, Angst zu schüren, dass man nur mit Hilfe dieser Trainingskurse einen Studienplatz erhalten kann. Das Wort "aggressiv" ist dabei durchaus nicht übertrieben - finden sich doch Unwahrheiten ebenso wie direkte persönliche Diffamierungen auf einzelnen WEB-Seiten. Sie sollten sich also erst gründlich informieren, bevor Sie Verpflichtungen eingehen.

Natürlich sind nicht alle Anbieter gleich und nicht jede Bezahlung für Hilfe bei der Vorbereitung (etwa ein organisierter Probelauf, betreute Selbststudien, andere Unterstützungen der Vorbereitung) stellt gleich ein Problem dar. Es sind einige wenige Anbieter, auf die sich immer wieder die Kritiken beziehen.

Es sind vor allem die vorgebrachten Argumente, wie man den Sinn und die Notwendigkeit des Besuches solcher Kurse begründet, hinsichtlich derer sich die Anbieter unterscheiden.

Es bleibt Tradition des ZTD, keine Anbieter konkret zu benennen. Wir halten Sie für kompetent, die Argumente der Trainingsanbieter selber dahingehend zu prüfen, ob solche problematischen Argumente gebraucht werden und dann die richtigen Schlussfolgerungen für die eigene Auseinandersetzung zu ziehen. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie solche Kurse besuchen, niemand will Ihnen das verbieten. Ihre Sorgen vor der Prüfung sind verständlich und machen Sie auch empfänglicher für Versprechungen, Ihnen bei der Testvorbereitung zu helfen. Niemand sollte mit diesen Ängsten Geschäfte machen können. Deshalb sehen wir es auch als unsere Pflicht an, Ihnen einige Argumente zu liefern, die einige Trainingsanbieter gern verschweigen. Bilden Sie sich daraufhin selbst eine Meinung.

Auf einzelnen WEB-Seiten finden sich vor allem diese eindeutig falschen Behauptungen in verschiedenen Nuancen:

1. Offizielle Stellen hätten etwas dagegen, wenn man sich auf den Test vorbereitet, weil der angeblich nur bei unvorbereiteten Kandidaten funktionieren würde. Man solle sich gar nicht vorbereiten oder alle müssten gleich vorbereitet sein.

2. Das "Training" wäre einer selbständigen Vorbereitung oder einer Vorbereitung in Gruppen überlegen.

3. Jede/r könne durch das "Training" einen Studienplatz erhalten, wenn man nur genau genug den Anweisungen im Kurs folgen würde.

Zu 1. Haben wir etwas dagegen, dass Sie sich vorbereiten?

Wir wissen nicht, wo dieses Argument herkommt - widerspricht es doch voll der Realität. Vom ersten Jahr an wurde die Test Info herausgegeben, damit man sich gut vorbereiten kann. Es gibt veröffentlichte Originalversionen in jeder Sprache zum Üben. Seit 2003 wurden drei Vorbereitungsreports geschrieben, um aus Befragungsdaten der Teilnehmer Hinweise auf eine optimale Vorbereitung für die Nachfolgenden zu geben.
Unvorbereitete Kandidaten haben schlechtere Ergebnisse. Der Grad der Vorbereitung ist ein Ausdruck dafür, wie viel man unternimmt, um sein Berufsziel zu erreichen und sagt daher auch etwas über die Motivation aus. Darauf bezogene Unterschiede in der Leistung sind also überhaupt keine "Störgrössen", sondern gewollt: Diese Personen werden auch im Studium bereit sein, mehr Zeit und Energie aufzuwenden. "Je mehr, desto besser" gilt dabei aber nicht, wie die Vorbereitungsreports zeigen.

Es müssen auch nicht alle Personen gleich vorbereitet sein, unvorbereitete Kandidaten erreichen ihr Leistungsoptimum vielleicht deshalb nicht, weil sie nicht genügend motiviert waren. Noch in keinem Jahr haben sich alle Personen gleich vorbereitet. Alle seriösen Evaluationen haben gezeigt: Der Test "funktioniert" unter diesen Bedingungen sehr gut.

Zu 2. Ist das kommerzielle Training anderen Vorbereitungsarten überlegen?

Alle wissenschaftlichen Ergebnisse sprechen klar gegen eine Notwendigkeit von speziellem "Training": Es konnte in zwei Studien bereits in Deutschland wissenschaftlich abgesichert werden, dass durch eine selbständige, gezielte Vorbereitung auf den TMS, anhand der kostenlos abgegebenen Test-Broschüre und einer veröffentlichten Originalversion, ebensolche Leistungen erreicht werden können, wie sie durch Nutzung zusätzlicher Trainingskurse erzielt werden (zu Details vgl. Beitrag von Hofer u.a. im Bericht 3 des ZTD, 1997). Ohne Vorbereitung und eigene Übung sind die Leistungen allerdings nachweislich schlechter. Seitens der Trainingsanbieter ist man eine wissenschaftlich fundierte und objektive Wirksamkeitsprüfung ihrer Angebote bisher schuldig geblieben. "Leserbriefe" und Erfolgsbehauptungen ersetzen keine objektive Evaluation.
In allen drei bisherigen Befragungen zur Vorbereitung in der Schweiz hat sich das Ergebnis klar und nahezu identisch bestätigt: Die Teilnehmer kommerzieller Kurse haben einen deutlich grösseren Zeit-Aufwand, erzielen aber ganz klar keine besseren Ergebnisse als Personen, die sich selbständig oder gemeinsam vorbereiten. Statistisch gesehen ist im Verhältnis zum Einfluss der Maturitätsnoten der Einfluss der Vorbereitung wesentlich geringer. Man kann durch Vorbereitung sein optimales Leistungsniveau erreichen - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Zu 3. Können die Trainingsanbieter wirklich das Wunder vollbringen, dass jede/r einen Studienplatz erreicht?

Eine Unschärfe gilt es auszuräumen: Den Unterschied zwischen "Vorbereitung" und "Training". Setzt man beide Worte wirklich gleich und versteht darunter das, was wir mit "Vorbereitung" meinen, könnte man dazu auch "Training" sagen.

Der Begriff "Training" wird aber häufig anders gebraucht: Es werden auch "Erfolgsgarantien" suggeriert, dass man mit Hilfe des Trainings einen Studienplatz erhält, wenn man nur fleissig genug übt ("Mit uns gehören Sie zu den Erfolgreichen"). Das ist ein gefährlicher Trugschluss. Durch die Verschärfung des Numerus Clausus ist man da zwar vorsichtiger geworden, denn auch Teilnehmer kommerzieller Trainingskurse erhalten nicht immer einen Studienplatz. Die Befragungen ergaben: Im Jahre 2003 haben jeweils 25% bei selbständiger Vorbereitung, 17% bei gemeinsamer nichtkommerzieller Vorbereitung und 27% bei kommerzieller Vorbereitung das Zulassungskriterium nicht erreicht. Im Jahre 2004 haben jeweils 39% bei selbständiger, 36% bei gemeinsamer nichtkommerzieller und 38% bei kommerzieller Vorbereitung das Zulassungskriterium nicht erreicht (Zulassungskriterium als genau kapazitätsentsprechender kleinster Testwert).

Deshalb noch einmal präzise formuliert: Der Test ist nicht trainierbar in dem Sinne, dass beliebige Verbesserungen erzielbar sind. Das sieht man auch darin, dass Maturitätsnoten statistisch gesehen einen viel grösseren Einfluss haben als die Vorbereitung. Man kann, wie schon gesagt, durch entsprechende Vorbereitung sein optimales Leistungsniveau im Test erreichen - aber auch nicht mehr. Wenn man ein gewisses Mass an Vorbereitung investiert hat, lässt sich die Leistung nachweislich kaum noch steigern. Dies meinen wir damit, dass der EMS nicht wirklich trainierbar ist. Ursache ist, dass kein Wissen abgefragt wird, sondern es sich um einen Fähigkeitstest handelt.

Probleme von Trainingskursen

Die Originalaufgaben des EMS wurden von einem Gremium aus Fachleuten mit einer sehr hohen Unterrichtserfahrung an Gymnasien oder Universitäten entworfen und in aufwändigen Revisionsprozessen bis zur Endform gebracht. Alle neuen Aufgaben wurden dann an vorhandenen Aufgaben geeicht, um über die Jahre hinweg eine vergleichbare Testschwierigkeit und -qualität zu erhalten. Sie wurden als Einstreuaufgaben vor dem ersten Einsatz bereits erprobt.

Für den EMS werden in jedem Jahr neue Aufgaben verwendet. Sie sind vorher nicht öffentlich bekannt. Es wird durch verschiedene Massnahmen dafür gesorgt, dass die Tests auch nach ihrem Einsatz nicht bekannt werden. Einige Aufgaben sind in der im Buchhandel erhältlichen Originalversion veröffentlicht, einige weitere in der "Test Info".

Es können Ihnen in Trainingskursen definitiv nicht die unveröffentlichten Originalaufgaben vorgelegt werden, obschon nach unseren Informationen manchmal der Eindruck erweckt wird oder sogar gezielt damit geworben wird, dass man "Originalaufgaben" habe. Es ist sogar vorgekommen, dass Aufgaben aus der Test Info vorab als "Original Aufgaben" angeboten worden sind. Die meisten Aufgaben wurden den Originalaufgaben daher nachempfunden. Entweder man orientierte sich an den veröffentlichten Aufgaben oder verliess sich darauf, was Teilnehmer nach der Testabnahme aus dem Gedächtnis aufschreiben konnten (man möge einmal eine Aufgabe vom "Textverständnis" oder einem anderen schwierigen Untertest auswendig lernen und dann nach einiger Zeit aus der Erinnerung aufschreiben, wenn man wissen will, ob man so Aufgaben rekonstruieren kann). Beispielsweise wurde 2005 nach dem ersten Einsatz von "Planen und Organisieren" von einem Anbieter eine Belohnung öffentlich im Internet für alle Hinweise zu den verwendeten Aufgaben ausgeschrieben.

Darunter hat die Qualität vieler nachempfundener Aufgaben natürlich gelitten - sie sind auch nie "geeicht", d.h. unter Ernstfallbedingungen empirisch überprüft worden. Den Aufgaben fehlt vor allem die aufwendige wissenschaftliche Überprüfung und Revision, denen die tatsächlich verwendeten Testaufgaben unterzogen wurden. Sogar der Testentwickler, das ITB in Bonn rechnete damit, dass 50% der bei ihnen sehr sorgfältig konstruierten Aufgaben nach der ersten empirischen Prüfung dann doch nicht verwendbar waren. Es ist schwer vorstellbar, dass die Erfolgsquote der Trainingsanbieter höher liegt.

Um das Problem zu verdeutlichen, was auch dem ZTD dadurch entstehen kann, sei eine objektive Quelle zitiert, in welcher sogar der EMS fälschlich in Misskredit gezogen wurde. Das ZTD erhielt am 19.7.04 die nachfolgende Kritik eines Gymnasiallehrers aus Zürich per E-Mail:

Bei einer Nachhilfeschülerin, die sich auf den EMS vorbereitete, sah ich einen alten Test oder einen Vorbereitungstest, ich weiss nicht genau. Jedenfalls fiel mir auf, dass viele Fragen fachlich nicht über jeden Zweifel erhaben sind. Nur ein Beispiel: Oft werden Konzentrationen von chemischen Lösungen angegeben. Nie aber ist präzisiert, ob das Volumen- oder Massenprozente sind. Oft muss sich der Kandidat/die Kandidatin fragen, wie eine Aufgabe wohl gemeint ist, welche Annahmen getroffen werden sollen, was man vernachlässigen darf, was nicht. So gerät das Lösen zu einer vagen Arbeit, die erst noch unter grossem Zeitdruck erledigt werden muss. Ich schlage vor, dass die Testaufgaben vor der Durchführung entsprechenden Fachexperten (Physikern, Mathematikern etc.) vorgelegt werden zur kritischen Begutachtung. Sonst besteht die Gefahr, dass wir Ärzte kriegen, die oberflächlich denken. Leute, die den Problemen auf den Grund gehen (die die Probleme überhaupt bemerken!), stolpern im EMS ständig über zeitraubende Ungereimtheiten!

Diese Kritik überraschte uns natürlich ziemlich und wir fragten daher nach, welche Aufgaben damit konkret gemeint sind. Am 22.8.04 erhielten wir dann eine Email, in welcher sich der Sachverhalt aufklärte:

Ich habe von meiner Nachhilfeschülerin nun deren Quellen für die Vorbereitung auf EMS noch mal angefordert - und es ist genau so, wie Sie schreiben: Ein zwar professionell ausschauender Verlag (…) publiziert zum (kleinen) Teil zweifelhafte Aufgaben, die manchmal aus alten TMS stammen (abgewandelt). Die Lösungshinweise ziehen hie und da eigenartige Rezepte bei. Daneben gibt es noch um Einiges schlimmere Druckerzeugnisse, deren Herkunft unklar ist (zum Teil von EMS-Absolventen aus dem Gedächtnis oder während des Tests aufgeschrieben) Also gehe ich davon aus, dass die originalen EMS-Aufgaben von hoher Qualität sind und ziehe meinen Vorwurf ans ZTD zurück!

Diese Kritik bezieht sich nicht nur auf einen einzelnen Anbieter, sondern ist genereller gemeint und beschreibt quasi die "Marktsituation". Es ist leider auch keine Ausnahme. Im April 2006 erreichte uns folgende Email:

Ich bin Maturand am Gymnasium N... und habe mich für das Medizinstudium angemeldet. Kürzlich wurde ein sogenannter Probelauf im Gymnasium K... ausgeschrieben, der heute statt gefunden hat. Ich habe daran teilgenommen und musste Folgendes feststellen: Die Aufgaben stammten von einer kommerziellen Firma ("xxxxxxx"). Ich habe dabei gemerkt, dass diese Aufgaben nicht genau der Art von Aufgaben aus der Test-Info 2006 entsprachen. Zudem enthielt dieser Test z.T. unzumutbare Fehler (unlogische Satzkonstruktionen, Kohärenz- und Stilistikfehler, Druckfehler etc.). Ich gehe natürlich davon aus, dass im richtigen Test der Aufgabentyp demjenigen der Test-Info entsprechen wird...

In den Anfangsjahren des EMS hatten einige Anbieter sogar selbst die Einsicht, bestimmte Druckerzeugnisse nicht mehr zu verwenden oder zu vertreiben. Wir zitieren das Beispiel auch, um deutlich zu machen, dass wir nicht die Verantwortung für das gesamte auf dem Markt befindliche Material übernehmen können und auch keines empfehlen können.

In diesem Zusammenhang erhielten wir am 6.6.2006 das folgende Email:

Nun habe ich in den letzten Wochen und Monaten mich für den Test vorbereitet. Zuerst befasste ich mich intensiv mit der mitgegebenen Test-Info. Sobald ich mit diesen Aufgaben abgeschlossen hatte, widmete ich mich dem Übungsheft „Test für medizinische Studiengänge vom Hogrefe Verlag“. Sobald ich alle diese Aufgaben erfolgreich lösen konnte, entschloss ich mich das Buch „xxx“ vom xx Verlag zu kaufen. In der Test-Info wird immer auf die aktualisierte Originalversion 2 hingewiesen. Als ich das Vorwort im „xxx“ gelesen hatte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass die Aufgaben von der aktualisierten Originalversion 2 überhaupt nicht dem Schwierigkeitsgrad des wirklichen Tests entsprechen. (Zitat: Das Anspruchsniveau des EMS /TMS wurde gegenüber den Originalversionen kräftig erhöht.) Meiner Meinung nach entsprechen die Aufgaben der „Test-Info“ fast genau den Aufgaben der aktualisierten Originalversion 2 vom Schwierigkeitsgrad. Bitte um umgehende Benachrichtigung, ob die „aktualisierte Originalversion 2“ wirklich zu leicht ist als Vorbereitung für den Test.

Hier sieht man, wie mit unwahren Behauptungen die Kandidatinnen und Kandidaten massiv verunsichert werden. Die hervorgehobene Aussage entbehrt jeder Grundlage, der Absender hat richtig bemerkt, dass das Schwereniveau von Test Info und der empfohlenen Originalversion identisch sind - und beide entsprechen dem Niveau des verwendeten Originaltests (deswegen heisst die empfohlene Version eben auch "Aktualisierte Originalversion"). Wie oben schon gesagt, die Originalaufgaben sind den Trainern nicht bekannt. Hier wird also wieder nur spekuliert - vielleicht um den Buchabsatz weiter zu steigern.

Eine weitere Beschreibung ging am 27.11.2006 bei uns ein, aus der wir ebenfalls zitieren möchten. Wohlgemerkt: nicht alle Kursanbieter sind so, es handelt sich um ein Extrembeispiel, dort aber keinesfalls um eine Ausnahme. Es weist darauf hin, dass Sie genau prüfen müssen, welche vertraglichen Verpflichtungen Sie eingehen (Allgemeine Geschäftsbedingungen, das "Kleingedruckte"). Trotzdem kann es Ihnen passieren, dass Ihnen mehr als gewollt aufgeredet wird.

Als ich vor drei Jahren beschloss mich für das Medizinstudium anzumelden musste ich mich zwangsläufig auch mit dem Thema EMS auseinandersetzten. Dabei fand ich im Internet ein Buch mit Übungen welches ich bestellen wollte. Am gleichen Abend rief dann der Empfänger meines E-Mails an und wollte mir gleich den ganzen Kurs verkaufen. Ich teilte ihm mit, dass ich, da ich berufstätig bin, keine Zeit hätte eine Woche lang seinen Kurs zu besuchen. Er redete weiter über sein "super Kursmaterial" und beteuerte, dass in seinem Ordner nicht publizierte Übungen enthalten seien (...). Ich bestand darauf, dass ich einfach nur das Buch haben wolle und sonst nichts. Und er versprach, es auf die Post zu bringen.

3 Tage später. Nachts um 23.15 klingelt es an meiner Haustüre. Es war wieder der Herr aus XXX! Er sei gerade eben in der Schweiz und habe sich daher gedacht, dass er das Material gleich selber vorbei bringen wolle. Er drückte mir einen Ordner in die Finger und verabschiedete sich. Am nächsten Morgen hatte ich dann die Rechnung für seinen Kurs im Briefkasten. Er vermerkte noch darauf, dass ich mit der Entgegennahme des Ordners mich definitiv zum Kurs angemeldet habe und dass die Kursgebühren zwingend entrichtet werden müssen. Er drohte gleich mit "den besten Anwälten der Schweiz" usw.

Problematisch sind auch einige uns bekannte Trainingsstrategien, die in den Kursen verwendet werden:

Immer wieder wird beispielsweise die "Ausschlussmethode" als ultimatives Know-how der Trainingskurse angepriesen. Diese besteht darin, dass man bei Multiple-Choice-Aufgaben die richtige Lösung auch durch Ausschluss der falschen finden kann. Das ist erstens keine Neuigkeit und steht auch in der "Test Info". Zweitens wird dies beispielsweise in jeder Folge von "Wer wird Millionär?" mehrfach praktiziert und ist eigentlich trivial. Drittens ist allerdings etwas Vorsicht geboten: Nach unserem Eindruck ist in den veröffentlichten Test-Aufgaben die Ausschlussmethode etwas häufiger anwendbar als in den tatsächlich verwendeten. Das tut der Vorbereitung im übrigen keinen Abbruch. Unser Vorschlag: Suchen Sie beim Üben die "richtige" Lösung zuerst auf normalem Wege und verwenden Sie dann zur Absicherung auch die Ausschlussmethode. So üben Sie beide Strategien und beherrschen sie dann auch beim richtigen Test.

Es ist auch darauf hinzuweisen, dass der EMS kein Wissenstest ist. Es ist nicht notwendig, sich mit Fakten aus den Naturwissenschaften "vollzustopfen". Die Aufgaben bestehen vielmehr darin, vorhandenes Wissen in einem Diagramm, einem Text oder einer Tabelle zu erkennen und logisch richtig damit zu operieren. Bei allen Aufgaben dieser Art wird sogar sehr genau darauf geachtet, dass alle notwendigen Fakten in der Aufgabe enthalten sind und noch kein spezielles Fachwissen vorausgesetzt wird.

Hin und wieder wird in der Polemik von Trainingsanbietern gern auf imaginäre "Eigeninteressen" des ZTD oder anderer offizieller Stellen hingewiesen, die es zu "durchschauen" gelte. Welches Interesse sollten wir aber haben ausser demjenigen, dass wir die Leistungsbesten finden mit der besten Aussicht auf ein erfolgreiches Studium? Einmal ganz hart gesagt: Wir müssen niemanden von irgendetwas überzeugen - es ist wie es ist. Leistungsunterschiede aufgrund von Vorbereitungsunterschieden sind gewollt. Diese kommen entweder aus Kursen oder man bereitet sich genauso gut selbst erfolgreich vor. Letztendlich macht es aber keinen Unterschied, wie man sein optimales Leistungsniveau erreicht.

Auch die jahre- oder sogar jahrzehntelange Erfahrung von Trainingsanbietern, mit der gern geworben wird, ist kein Qualitätsnachweis. Man kann auch viele Jahre die gleichen problematischen Angebote machen - solange sich immer wieder Personen finden, welche diese Angebote in Anspruch nehmen.

Was uns stört und warum wir dies alles schreiben: Einige Prämissen bestimmter Trainingsanbieter stimmen nicht, es entstehen "Geschäfte" aufgrund falscher Voraussetzungen, indem der Eindruck erweckt wird, man müsse solche Kurse besuchen. Die Polemik einiger Anbieter scheint daher eine "Scheinpolemik" und soll offenbar davon ablenken, dass einige Trainingsanbieter selber ein massives Eigeninteresse haben: Müssen diese Sie doch davon überzeugen, dass ein Besuch der kommerziellen Kurse sich lohnt oder gar unbedingt notwendig ist (warum sonst sollten Sie sich nicht so wie empfohlen vorbereiten?). Einige glauben dabei offenbar, dass dies am einfachsten funktioniert, indem man die offiziellen Empfehlungen und Stellen pauschal schlecht macht und eine Polemik bis zu persönlichen Angriffen wählt - man sich dann selber als "Retter" darstellen kann.

Wir sind aber - auch aus vielen Gesprächen mit Kandidatinnen und Kandidaten - der festen Überzeugung, dass Sie in ihrer Urteilsfähigkeit dabei stark unterschätzt werden.

Sie sollten auch darauf achten, ob und wie Sie zum Stillschweigen über die Kurse und deren Inhalte verpflichtet werden. Es scheint vorzukommen, dass dann sofort mit Anwälten gedroht wird oder anders eingeschüchtert wird. Sollten Qualitätsmängel evident sein, dürfen Sie auch darüber öffentlich reden - das können keine noch so ausgeklügelten "Geschäftsbedingungen" ausschliessen. Gute Kursanbieter sollten ein Interesse daran haben, dass über ihre Kurse auch öffentlich geredet werden darf.

Wie sollte man sich vorbereiten?

Die Vorbereitung und Übung sollte vier Punkte umfassen und ist in der "Test Info" näher erläutert, welche den Kandidatinnen und Kandidaten Ende März, also rechtzeitig vor dem Test, zugestellt wird.

  • Die Test Info sollten Sie genau durcharbeiten. Dort sind alle notwendigen Hinweise zum Test und zur Testvorbereitung noch einmal ausführlich dargestellt. Sie erfahren etwas über die Art der einzelnen Aufgaben, machen sich mit den Instruktionen vertraut (damit im Test keine Zeit mehr damit verloren wird, diese zu lesen) und bekommen Tipps, wie die Aufgaben gelöst werden können. Auch der Ablauf des Tests wird genau dargestellt.
  • In der Test Info sind erste Probeaufgaben, die Sie bearbeiten sollten, um dann Ihr Ergebnis mit den richtigen Lösungen zu vergleichen.
  • Den Test "Konzentriertes und Sorgfältiges Arbeiten" sollten Sie mehrfach durchführen, um Ihr normales Arbeitstempo zu erreichen. Beachten Sie aber die Veränderungen bei diesem Test gegenüber der tatsächlich verwendeten Version, die in der Test Info erläutert sind.
  • Es gibt in jeder Sprache eine empfohlene veröffentlichte Originalversion, die Sie sich z.B. im Buchhandel besorgen und unter realistischen Zeitbedingungen bearbeiten sollten. Auch dort sind die richtigen Lösungen angegeben. Sie sollten Ihre möglichen Fehler analysieren. Hier lohnt es sich, dies unter Anleitung zu tun. Viele Schulen organisieren die Probetest-Abnahmen als gemeinsame Übungen, in welchen beispielsweise die Zeiten genau angesagt und eingehalten werden. Sprechen Sie mit Ihren Lehrern, ob auch an Ihrer Schule (oder im Wohnort) eine solche Probetest-Abnahme organisiert werden kann.

Mit weiteren Fehlern und Unklarheiten professioneller Trainingsanbieter setzen wir uns im Dokument " Fiktionen und Fakten zum EMS " auseinander.

 
     
   

Liebe Testteilnehmerinnen und Testteilnehmer!

Niemand hat je gesagt, dass Sie sich nicht auf den Test vorbereiten und diesen üben sollen. Je besser Sie das tun, desto besser werden Ihre Chancen sein. Dabei gilt aber nicht "Je mehr, desto besser ".

Niemand sollte Ihre Ängste für kommerzielle Zwecke ausnutzen, indem falsche Versprechungen gemacht werden, die mit dem Begriff "Training" verbunden sein können. Wir wollen Sie darüber informieren, was notwendig, sinnvoll und was eher unwirksam ist. Entscheiden müssen Sie selbst, wie Sie sich vorbereiten.

Leider kann es Ihnen niemand abnehmen, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen - hier trägt jede und jeder für sich selbst die Verantwortung. Wir können nur empfehlen: Bleiben Sie dabei kritisch! Studieren Sie die Materialien der Anbieter aufmerksam.

  • Prüfen Sie, ob nur Behauptungen aufgestellt oder auch nachprüfbare Begründungen (nicht nur durch die Trainingsanbieter selber) für den Erfolg dargestellt sind.
  • Prüfen Sie, ob die Inhalte überhaupt etwas mit dem Test zu tun haben.
  • Prüfen Sie, ob mit Ihren Ängsten und Sorgen argumentiert wird: "Nur mit dem Kurs könnten Sie den Test bestehen".
  • Prüfen Sie die Qualifikation der Trainingsanbieter. Seriöse Anbieter veröffentlichen zumeist ihren Bildungsweg und die erworbenen Abschlüsse (z.B. auf der Homepage) und verfügen über Erfahrungen, wie ein Test funktioniert.
  • Manchmal hilft es auch schon, die Professionalität der Unterlagen und Internetangebote unvoreingenommen zu beurteilen. Falls Ihnen ein Anbieter suspekt vorkommt: Suchen Sie im Telefonbuch oder Branchenbuch, ob es die entsprechende Firma oder Institution wirklich gibt (das geht heute gut via Internet und real existierende Firmen legen Wert darauf, dort zu erscheinen) und prüfen Sie das Impressum, ob die notwendigen Angaben vorhanden sind. Zentralstellen, Zentren oder Institute sollten wenigstens als solche im Telefonbuch bekannt - oder als solche anderweitig ordentlich registriert sein. Eindeutige Spitzenreiter sind Institute, die sich in der gleichen WEB-Präsentation unterschiedliche hochtrabende Namen verleihen, die sich ihre Namen offensichtlich selbst nicht merken können.
  • Schauen Sie hinter der Fassade nach den Fakten, eine kritische Sicht wird Ihnen auch später im Beruf oft abverlangt werden. Sprechen Sie mit Ihren Eltern, Ihren Lehrern oder auch anderen Bewerberinnen und Bewerbern. Eine gemeinsame Vorbereitung ist einfacher, als es alleine zu tun und sich immer selbst ausreichend zu motivieren.

Bitte mailen Sie uns Ihre Erfahrungen und Fragen zu diesem Thema. Gern versuchen wir, Ihnen weitere Auskünfte und Hilfen zu geben.

     
   

Prof. Dr. K.-D. Hänsgen
Direktor des Zentrums für Testentwicklung
und Diagnostik