Hogrefe Testsystem 4
 
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FESV Ÿ Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung


E. Geissner
Hogrefe Verlag, Göttingen

Übersicht

Das Verfahren

Der Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung (FESV) dient der Erfassung des Bewältigungsrepertoires sowie den in Zusammenhang mit Schmerzen stehenden psychischen Beeinträchtigungen bei Patienten mit einer länger andauernden oder häufig wiederkehrenden Schmerzproblematik. Basierend auf modernen, international gültigen Konzepten zu Schmerzerleben und -verarbeitung sowie auf einem eigenen "Mikro-/Makromodell persistenter bzw. intermittierender chronischer Schmerzen", wurden für die Schmerzverarbeitung drei Grundkomponenten und neun Einzeldimensionen ermittelt: Kognitive Schmerzbewältigung, behaviorale Schmerzbewältigung sowie schmerzbedingte psychische Beeinträchtigung. Kognitive Schmerzbewältigung besteht aus den Dimensionen Handlungskompetenzen, kognitive Umstrukturierung und Kompetenzerleben. Behaviorale Schmerzbewältigung setzt sich aus den Dimensionen mentale Ablenkung, gegensteuernde Aktivitäten und Ruhe- und Entspannungstechniken zusammen. Schmerzbedingte psychische Beeinträchtigung umfasst die Subskalen schmerzbedingte Hilflosigkeit und Depression, schmerzbedingte Angst und schmerzbedingter Ärger. Anmerkung: Das Verfahren erfasst nicht das Schmerzerleben i.e.S.; es ist empfehlenswert, dieses gezielt über entsprechende Instrumente zu erheben, z.B. mittels der Schmerzempfindungsskala (SES) des Autors (Hogrefe, 1996).

Beschreibung der Skalen bzw. Merkmale

Populationsbezogen normiert; mit Items verknüpft
Populationsbezogen normiert; errechnet
abgeleiteter/errechneter Wert
(x)Behandlung fehlender Werte:
(0) sie werden ignoriert
(1) Regression zur Antwortschätzung verwendet
(2) mittlere Antwortstufe wird verwendet
(3) definierte Punktzahl wird verwendet
Merkmale Standard
Handlungsplanungskompetenzen HPL (0)
Kognitive Umstrukturierung KU (0)
Kompetenzerleben KE (0)
Mentale Ablenkung MA (0)
Gegensteuernde Aktivitäten GSA (0)
Ruhe- und Entspannungstechniken RE (0)
Schmerzbedingte Hilflosigkeit und Depression HD (0)
Schmerzbedingte Angst AN (0)
Schmerzbedingter Ärger ÄR (0)

Besondere Hinweise

Einsatzbereich

In Studien geprüftes Altersspektrum 18 bis 80 Jahre (anhand von Einzelfällen zusätzlich auch für 14-17 Jahre geprüft). Primärer Anwendungsbereich: Praxis der Schmerztherapie und -diagnostik bei einem breiten Spektrum von medizinischen Krankheitsdiagnosen und klinischen Gruppen, auch bei somatoformen Störungen. Explizit ist der FESV auch für Verlaufsuntersuchungen / Mehrzeitpunkterhebungen intendiert (Untergrenze für Messwiederholungen bei "Bewältigung" ca. 1 Woche, bei "Psychischer Beeinträchtigung" ca. 3-4 Tage). Der Einsatz des FESV ist sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Gruppen möglich.

Normierung

Es liegen getrennt für jede der 9 Verarbeitungsdimensionen T-Wert-Normen und Prozentränge vor (N = 401 Schmerzpatienten). Darüber hinaus sind Kritische Differenzen, etwa zur Interpretation von interventionsbezogenen Messwertunterschieden, angegeben.

Norm Standard
Schmerzpatienten
Altersklassen Geschlechts- und Eingabemedium-unspezifisch
von 20J bis 79;11J N = 401

Gütekriterien

Reliabilität

Skalenhomogenitäten: Durchschnittliches Cronbachs Alpha für Beeinträchtigung bei .88, für Bewältigung bei .77 (jeweilige Skalenlänge 4 bzw. 5 Items). Retest (2 Stichproben 4-Wochen-Intervall, 1 Stichprobe 8-Wochen-Intervall): Gesamtmittel r = .81, Beeinträchtigungsmittel r = .84, Bewältigungsmittel r = .79.

Validität

(a) Validität der Struktur. Analysen mithilfe des Strukturgleichungsansatzes ergaben sehr hohe "Modell-Fits" sowohl auf der Ebene der Einzeldimensionen als auch simultan für Bewältigung/gesamt, Beeinträchtigung/gesamt und Verarbeitung/gesamt (Bewältigung plus Beeinträchtigung). Erfolgreiche Replikation an einer unabhängigen Stichprobe. Faktorielle Validität gegenüber externen Merkmalen. Homogenität und Distinktheit für die Binnengruppierung der Dimensionen.
(b) Zahlreiche Befunde zur konvergenten, diskriminanten und differentiellen Validität (z.B. charakteristische Krankheitsgruppenunterschiede).
(c) Sehr gut belegte Änderungssensitivität im Zusammenhang mit Interventionen. Prädiktive Validität für das Kriterium "Schmerzreduktion".

Bearbeitungsdauer

Testform Dauer ca. Itemzahl
Standard BW Komponente kognitiv 3.00 min 12
BW Komponente behavioral 3.00 min 12
BE 4.00 min 14

Besonderheiten der Computerfassung

 

Literaturangaben

Geisner, E. (2001). Fragebogen zur Erfassung der Schmerzverarbeitung (FESV). Manual. Göttingen: Hogrefe.