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HHI Ÿ Das Hypochondrie-Hysterie-Inventar


F. Süllwold
Hogrefe Verlag, Göttingen

Übersicht

Das Verfahren

Das Hypochondrie-Hysterie-Inventar HHI ist ein aus 65 Items bestehendes Fragebogen-Verfahren zur Erfassung der Intensität hypochondrischer und hysteroider Persönlichkeitstendenzen. Neben den Gesamtwerten für hypochondrische und hysteroide Tendenzen wird der Grad der Ansteckungsangst gesondert ermittelt. Hypochondrische und hysteroide Tendenzen müssen sowohl bei der medizinischen als auch bei der psychologischen Diagnose und Behandlung sorgfältig berücksichtigt werden. Die gleichzeitige Erfassung dieser voneinander unabhängigen Tendenzen gestattet z.B. die adäquate Behandlung von Personen, die hochgradig hypochondrisch, bei der Schilderung krankheitsbezogener Vorstellungen und Befürchtungen aber weitgehend frei von hysteroiden Tendenzen sind. Mit dem HHI kann der in der ärztlichen Praxis häufig vorkommende Fehler vermieden werden, daß ein sehr hypochondrischer Patient mit einer ausgeprägt hysteroiden Persönlichkeit verwechselt wird, die bestimmte Symptome übertreibt oder vortäuscht, um Beachtung und Zuwendung zu erlangen.

Beschreibung der Skalen bzw. Merkmale

Das HHI besteht aus insgesamt 65 Items, von denen 30 Items der Hypochondrie-Skala und 35 der Hysteroidie-Skala zugeordnet werden.  Zusätzlich zu einem Hypochondrie-Gesamtwert und einem Hysteroidie-Gesamtwert läßt sich aus der Hypochondrie-Skala ein Wert für "Ansteckungsangst" ermitteln. Die Beantwortung der Items erfolgt auf einer sechsstufigen Ratingskala mit den Kategorien "Trifft überhaupt nicht zu", "Trifft nicht zu", "Trifft eher nicht zu", "Trifft eher zu", "Trifft zu", "Trifft sehr zu".

Populationsbezogen normiert; mit Items verknüpft
Populationsbezogen normiert; errechnet
abgeleiteter/errechneter Wert
(x)Behandlung fehlender Werte:
(0) sie werden ignoriert
(1) Regression zur Antwortschätzung verwendet
(2) mittlere Antwortstufe wird verwendet
(3) definierte Punktzahl wird verwendet
Merkmale Standard
Ansteckungsangst (1)
Hypochondrische Tendenzen insgesamt (1)
Hysteroide Tendenz (1)


Einsatzbereich

Personen von 17 bis 70 Jahren. Anwendung in der klinisch-psychologischen und medizinischen Diagnostik und bei Eignungsuntersuchungen sowie in der Forschung.

Normierung

Norm Standard
Gesamtstichprobe, alters- und geschlechtsspezifisch
Altersklassen Frauen Männer
Eingabemedium unspezifisch Eingabemedium unspezifisch
von 17J bis 19;11J N = 16 N = 14
bis 34;11J N = 385 N = 268
bis 49;11J N = 137 N = 154
bis 59;11J N = 73 N = 60
bis 70J N = 28 N = 26

Gütekriterien

Reliabilität

Die Reliabilitätskoeffizienten (Alpha von Cronbach und Spearman-Brown-Koeffizienten) liegen bei r = .90.

Validität

Faktorenanalytisch fundierte Skalen. Hochsignifikante Korrelationen zwischen Testergebnissen und alltagsbezogenen vermuteten Fremdbeurteilungen. Zahlreiche erwartungskonforme (konstruktadäquate) Korrelationen zwischen HHI-Ergebnissen und anderen Variablen, z. B. Lebensalter, Ängstlichkeit, Depressivität, Gehemmtheit, emotionale Labilität, Psychasthenie, Extraversion und Selbstkonzepten sowie bestimmten habituellen Reaktionen und Streßverarbeitungsweisen.

Bearbeitungsdauer

Testform Dauer ca. Itemzahl
Standard 25.00 min 65

Literaturangaben

Süllwold, F. (1987). Hypochondrie und Hysterie als psychodiagnostische Kategorien. Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie, 34, 453-473.

Süllwold, F. (1990). Zur Struktur der hypochondrischen und der hysteroiden Persönlichkeit. Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie, 37, 642-659.

Süllwold, F. (1994). Das Hypochondrie-Hysterie-Inventar (HHI). Konzept, Theorie, Konstruktion, meßtheoretische Qualitätskriterien, Normen, Anwendungsmöglichkeiten. Arbeiten aus dem Institut für Psychologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 1994/6.

Süllwold, F. (1995). Das Hypochondrie-Hysterie-Inventar (HHI). Handbuch. Göttingen: Hogrefe.