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KKG Ÿ Fragebogen zur Erhebung von Kontrollüberzeugungen zu Krankheit und Gesundheit
Übersicht
Das Verfahren
Der Fragebogen zur Erhebung von Kontrollüberzeugungen zu Krankheit und Gesundheit (KKG) dient der Erhebung von Kontrollüberzeugungen über Krankheit und Gesundheit. Das zugrundegelegte Kontrollüberzeugungenkonzept basiert ursprünglich auf der sozialen Lerntheorie Rotters. Aufbauend auf bereits vorliegenden angloamerikanischen Fragebögen zu dieser Thematik werden drei wesentliche gesundheits- bzw. krankheitsbezogene Kontrollüberzeugungen unterschieden: (1) Internalität (Überzeugung, daß Gesundheit und Krankheit durch die eigene Person kontrollierbar sind), (2) Soziale Externalität (Überzeugung, daß sie durch andere Personen, z.B. Ärzte, Pflegepersonal, Bezugspersonen, kontrollierbar sind) und (3) Fatalistische Externalität (Überzeugung, daß sie nicht kontrollierbar, zufalls- oder schicksalsabhängig sind). Jede der drei Dimensionen wird mit 7 Items erfaßt, die mit Hilfe sechsstufiger Likert-Skalen zu beantworten sind.
Beschreibung der Skalen bzw. Merkmale
Populationsbezogen normiert; mit Items verknüpft Populationsbezogen normiert; errechnet abgeleiteter/errechneter Wert (x) Behandlung fehlender Werte:
(0) sie werden ignoriert
(1) Regression zur Antwortschätzung verwendet
(2) mittlere Antwortstufe wird verwendet
(3) definierte Punktzahl wird verwendet
Merkmale Standard I - Internalität (1)
P - Soziale Externalität (1)
C - Fatalistische Externalität (1)
Besondere Hinweise
Einsatzbereich
Der KKG kann bei Jugendlichen ab 12 Jahren und Erwachsenen eingesetzt werden. Er findet Verwendung im Bereich der Krankheitsprophylaxe und der Patientencompliance sowie allgemein im Rahmen von Diagnostik, Beratung und Intervention sowohl in der klinischen Praxis als auch in gesundheits- und krankheitsbezogenen Forschungsprojekten.
Normierung
Es liegen Standard und T-Werte sowie Prozentränge für Jugendliche von 12 bis 20 Jahren (N = 1092) und für Erwachsene ab 20 Jahren (N = 420), sowie eine Patientennorm (N=1358), die im Folgenden näher beschrieben wird, vor.
Norm Standard Gesamtnorm
Altersklassen Geschlechts- und Eingabemedium-unspezifisch von 12J bis 20;11J N = 1092 von 21J bis 65;11J N = 420 PC: Patienten Rehaklinik, gesamt
Altersklassen Geschlechts- und Eingabemedium-unspezifisch von 18J bis 68;11J N = 1358 PC: Patienten Rehaklinik, geschlechtsspezifisch
Altersklassen Frauen Männer Eingabemedium unspezifisch Eingabemedium unspezifisch von 18J bis 68;11J N = 1023 N = 335
Patientennorm: psychosomatische Rehabilitationsklinik
Datenquelle: Frau Bauer & Herr Ballmann (2003) - Rehabilitationszentrum Bad Kissingen der BfA - Rhön Klinik.
Basierend auf den Daten einer Stichprobe von 1358 Patienten einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik wurden computerspezifische Normen entwickelt. Es ist eine auf der gesamten Stichprobe beruhende Norm und eine, die nach Geschlechtern differenziert, vorhanden. Diese können jeweils im HTS ausgewählt werden. Zur störungsbezogenen Beschreibung der Stichprobe werden die erste und die zweite ICD-Diagnose herangezogen:
· 94% der Patienten haben mehr als eine Diagnose (Komorbidität)
· 58% haben als Erst- und auch Zweitdiagnose eine Psychische und Verhaltensstörung (ICD-F)
· 96,5% bekamen als Erstdiagnose eine F-Diagnose (Psychische und Verhaltensstörungen)
– davon 47% Affektive Störungen, ebenfalls 47% neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen, 5% Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, 1% sonstige
· 36% haben eine somatische Erst- oder Zweitdiagnose, davon
– 10% Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, 38% Krankheiten des Nervensystems, 16% Krankheiten des Kreislaufsystems, 16% Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes, 20% sonstige Erkrankungen
Die beiden folgenden Tabellen stellen sowohl Angaben zur Stichprobe als auch die Testwerteverteilung in der Stichprobe dar.
Beschreibung der Stichprobe
Normpopulation
N
Alter in Jahren
Norm "PC: Patienten, psychosomatische Rehaklinik"
Mittelwert
Min
Max
Gesamtstichprobe
1358
47.4
18
68
Männer
335 (24.7%)
49.7
18
64
Frauen
1023 (75.3%)
46.7
20
68
Testwerteverteilung
Skala
Min
Max
Mittelwert
Standardabweichung
Gesamt
m
w
Gesamt
m
w
Gesamt
m
w
Gesamt
m
w
Internalität
7
8 7 42 41 42 26.6 26.9 26.5 5.1 4.9 5.2 Soziale Externalität
7 8 7 40 40 37 22.7 23.7 22.3 4.9 4.6 4.9 Fatalistische Externalität
7 7 7 39 36 39 19.7 19.7 19.7 6.1 6.0 6.2
Gütekriterien
Reliabilität
Die inneren Konsistenzen der einzelnen Unterskalen liegen zwischen r = .64 und r = .77, die Retest-Reliabilitäten (nach 2 Wochen) zwischen r = .66 und r = .78.
Validität
Die Interkorrelationen der drei Unterskalen sind durchweg gering. Faktorenanalytisch ergibt sich eine dreifaktorielle Lösung, die die theoretisch postulierte Skalenstruktur bestätigt. Eine Vielzahl signifikanter Bezüge zu Außenkriterien (Indikatoren für Patientencompliance, Vorsorgehandeln, u.a.) weist auf eine hinreichende kriterienbezogene Validität des Fragebogens hin.
Bearbeitungsdauer
Testform Dauer ca. Itemzahl Standard 15.00 min 22 Zeiten sind "Bruttozeiten" von Start bis Ende der Testbearbeitung (z.B. inklusive Instruktion).
Besonderheiten der Computerfassung
Literaturangaben
Lohaus, A. & Schnitt, G.M. (1989). Fragebogen zur Erhebung von Kontrollüberzeugungen zu Krankheit und Gesundheit (KKG). Handanweisung. Göttingen: Hogrefe.