Theologische Fakultät
der Universität Freiburg / Schweiz
 

Zum Studium der Theologie

Die Theologie erschliesst dem Menschen bei seiner Frage nach dem Woher und Wohin Bereiche, die in den anderen Wissenschaften nicht in gleicher Weise und mit derselben Intensität angegangen werden können. Sie fragt nämlich nach Gott, wie er sich in der Schöpfung und in der Geschichte dem Menschen geoffenbart hat. Die Bibel und die Überlieferung der Kirche haben diese Erfahrungen, in deren Mitte das „Christus-Ereignis“ steht, festgehalten. Es ist Aufgabe der Theologie, sie je neu auszulegen und den Menschen in ihrer Zeit nahezubringen.

Gemäss dem Selbstverständnis des christlichen Glaubens geschieht dies nicht nur innerhalb der Kirche, sondern Theologie ist wesentlich auf die Öffentlichkeit ausgerichtet. Kirche selbst handelt ja durchwegs öffentlich: wenn sie aus dem Glauben heraus sich für die Menschen in vielfältiger Not einsetzt; wenn sie den Glauben selbst verkündet und ihn bezeugt; wenn sie in der Liturgie in den Dialog von Gott und Mensch unter Wort und Zeichen eintritt. So tragen Theologen und Theologinnen in hohem Masse Mitverantwortung für eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz und für eine weltweite nachhaltige Entwicklung, die auch politische und ökonomische Fragen nicht ausschliesst. Dabei nimmt die Theologie eine grundlegend kritische Haltung gegenüber selbstgenügsamen Wahrheits- und Machtansprüchen ein, hält Wert- und Wahrheitsfragen im gesellschaftlichen Diskurs lebendig und leistet einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Religionen und Kulturen.

Dank der Sprache und der Symbolik christlichen Glaubens ist die Theologie in besonderem Masse in der Lage, unterschiedlichste menschliche Erfahrungen, auch die des Leidens und der Ohnmacht, zu artikulieren und vernehmbar zu machen.

In diesem weiten Horizont steht die Theologische Fakultät im Dienst der Kirche als Gemeinschaft wie auch ihrer einzelnen Glieder sowie im Dienst an der Gesellschaft. Das Fragen und Forschen der Theologie, das mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden arbeitet, hat eine kritisch-aufbauende Funktion. Es trägt die Kraft in sich, den Menschen, die Kultur und die Gesellschaft zu verwandeln – oder theologisch gesprochen: den Weg zum Reich Gottes mit zu ebnen.

 

Weitere Informationen

Ein Hinweise zum Studium der Theologie im deutschsprachigen Raum finden sich unter www.studienfuehrer-theologie.de und www.katholische-theologie.info.

Mehr zum Thema (aus evangelischer Sicht) bietet www.theologiestudium.ch.

Ruth

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Das Interesse am Theologiestudium
kam in mir durch den Wunsch auf, mich mit meinem Glauben auseinanderzusetzen, um mir und anderen über diesen Rechenschaft geben zu können. Dies ist mir vor allem mit Blick auf eine kirchliche Tätigkeit wichtig. Durch das Angebot an der Universität Fribourg, zweisprachig zu studieren, kommt es hier zu einer Begegnung zweier Kulturen und Sichtweisen in der Theologie. Hinzu erlebe ich im Studium noch die Spannung zwischen gelebtem Glauben und wissenschaftlicher Auseinandersetzung, die dank der Studienbegleitung fruchtbar wird.


Sebastian

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Eine grundlegende Erkenntnis, die ich aus meinem bisherigen Theologiestudium gewinnen durfte, ist keine theologische, sondern eine methodologische. Ich würde sie als „Wagnis Theologie“ bezeichnen. Damit meine ich die Bereitschaft, sich von einer Seite des Glaubens ansprechen zu lassen, die nicht nur das Eigene konserviert, sondern sich auch berühren lässt vom Anderen. In den zwei Jahren, in denen ich in Fribourg studierte, durfte ich diesen offenen Geist oft spüren. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Glauben lebt meines Erachtens davon, dass im Hinblick auf die Anfragen an die Theologie ein „erdbebensicheres“ (nicht starres) Fundament gelegt wird. Die philosophische Seite der Theologie habe ich sowohl in Fribourg, als auch in Rom, wo ich voraussichtlich noch fünf Jahre studieren werde, als sehr bereichernd empfunden, gerade auch für das persönliche Glaubensleben.

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