Departement für Praktische Theologie

Kontakt

Departementspräsident:



Prof. François-Xavier Amherdt
francois-xavier.amherdt@unifr.ch

Adresse 
Praktische Theologie 
Universität Freiburg
MIS 5135
CH - 1700 Fribourg
Tel. +41 (0)26 300 74 27

Lehrstühle

Liturgiewissenschaft / Sciences liturgiques
o. Prof. Martin Klöckener
www.unifr.ch/liturgie

 

Pastoraltheologie, Religionspädagogik und Homiletik
Salvatore Loiero, Prof. ass.
http://www.unifr.ch/pastoral/de/

 

Théologie pastorale, Pédagogie religieuse et Homilétique
Prof. ass. François-Xavier Amherdt
www.unifr.ch/pastoral/fr/

 

Kanonisches Recht / Droit canonique
Prof. ass. Astrid Kaptijn
www.unifr.ch/cdc

 

Über das Departement

Insofern Theologie je neue Reflexion der gelebten Verwirklichung des Evangeliums Jesu Christi und seiner Überlieferung ist, gehört die Praktische Theologie zum Grundbestand alles theologischen Forschens und Lehrens. Sie fragt in besonderer Weise nach dem Leben und Handeln der Kirche in ihrer Zeit und ihrem Kontext. So kann theologische Erkenntnis nicht nur aus Schrift und Tradition wachsen, sondern auch aus dem Vollzug des Auftrages der Kirche selbst. Diesen Praxisfeldern des kirchlichen Lebens wenden sich verstärkt, wenn auch nicht ausschliesslich, die im Departement für Praktische Theologie zusammengeschlossenen Fächer zu.

Die Fächer des Departements für Praktische Theologie
Dem Departement gehören die Fächer Liturgiewissenschaft, Pastoraltheologie, Religionspädagogik und Katechetik, Homiletik und Kanonisches Recht an. Ausserdem trägt das Departement Verantwortung für das Lehrangebot in Humanwissenschaften. Zwar haben alle genannten Fächer ihren je verschiedenen Gegenstand und eigene Methoden; gemeinsam ist ihnen dennoch die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Leben, der Verkündigung und der Feier des christlichen Glaubens. Sie befragen diese Dimensionen im Horizont des Offenbarungs- und Heilsgeschehens.

Der Liturgiewissenschaft geht es speziell um den Menschen und die Kirche, insofern sie Gottesdienst feiern, das heisst gemäss dem Liturgiebegriff des Zweiten Vatikanischen Konzils das Christusmysterium gedenkend vergegenwärtigen und in den Dialog mit Gott eintreten, der sich im Gottesdienst in Wort und Zeichen vollzieht. Ohne sich einseitig auf eine praktisch-theologische Handlungsorientierung zu beschränken, untersucht die Liturgiewissenschaft die Geschichte und die gegenwärtige Gestalt des Gottesdienstes in seinen vielfältigen Formen, fragt nach den theologischen Grundlagen genauso wie nach den anthropologischen Bedingungen, nach rechtlichen und spirituellen Aspekten. Sie ist ökumenisch ausgerichtet und arbeitet interdisziplinär.

Die Pastoraltheologie betrachtet die kritische Reflexion oder Theorie des christlichen und kirchlichen Handelns als ihre eigentliche Aufgabe. Dabei geht es nicht nur um das Lernen für die seelsorgliche Praxis oder für kirchliche Berufe, sondern um die Analyse der menschlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen, die Reflexion der Handlungskriterien sowie die Entwicklung von Handlungsperspektiven unter den gesellschaftlichen Bedingungen. Die Pastoraltheologie arbeitet ebenfalls stark mit anderen Disziplinen, besonders den Humanwissenschaften, zusammen.

Der Religionspädagogik und Katechetik geht es um die wissenschaftliche Reflexion und Orientierung religiöser Lernprozesse. Die christlich-kirchlich bezogenen Erziehungs- und Bildungsbemühungen sowie die Vermittlung christlicher Glaubensinhalte im schulischen und gemeindlichen Kontext stehen dabei im Mittelpunkt.

Ähnlich befasst sich die Homiletik mit der gottesdienstlichen Verkündigung des christlichen Glaubens und Lebens, der Auslegung der in der Liturgie verkündeten Heiligen Schrift und anderer liturgischer Elemente und Strukturen.

Das Kanonische Recht (Kirchenrecht) gründet letztlich in der Sendung und Bevollmächtigung der Jünger durch Jesus Christus, fragt nach diesen theologischen Grundlagen und nach den rechtlichen Aspekten des Lebens der Kirche und ihres Verhältnisses zum Staat und anderen Körperschaften. Teils geschieht dies im Blick auf die Gegenwart; ebenso unentbehrlich ist die Rechtsgeschichte. Innerhalb des Theologiestudiums kommt der Vermittlung von Wissen um rechtliche Sachverhalte und Zusammenhänge sowie um ihre adäquate Beurteilung im Blick auf eine berufliche Tätigkeit in der Kirche besondere Bedeutung zu.

In dieser Zusammensetzung verwirklicht das Departement für Praktische Theologie massgebliche Ziele der Universität Freiburg und ihrer Theologischen Fakultät. So sind die Lehrstühle für Liturgiewissenschaft und Kanonisches Recht zweisprachig und unterstützen damit aktiv das zweisprachige Unterrichtssystem; sie nehmen zwischen den beiden Sprachen und den damit verbundenen Mentalitäten und Kulturen eine wichtige Brückenfunktion ein. Die Internationalität der Theologischen Fakultät schlägt sich im Departement stark nieder: Die Fachvertreter und -vertreterinnen sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen genauso wie die grosse Zahl von Doktoranden aus verschiedenen Ländern und Kulturen.

Das Institut für Liturgiewissenschaft (Direktor: Prof. Martin Klöckener) ist Bestandteil des Departements. Unter seinem Dach sind die vielfältigen Aktivitäten in Lehre, in interdisziplinärer Forschung, in Weiterbildung und Dienstleistung gebündelt. Vgl. die ausführlichen Informationen unter www.unifr.ch/liturgie.

Das Zentrum für vergleichende Pastoraltheologie, das am 29. November 2012 mit einem akademischen Festakt eröffnet wurde, hat seinen Platz ebenfalls im Departement. Sein Ziel ist es, die gegenseitige Kenntnis, den Dialog und Austausch zwischen den verschiedenen Sprachregionen der Schweiz (deutschsprachig, französischsprachig, durch die Zusammenarbeit mit der Facoltà di Teologia von Lugano auch italienischsprachig) im Bereich der Pastoraltheologie, der Religionspädagogik und Katechetik, der Homiletik und der Humanwissenschaften zu fördern. Dazu dienen spezielle Vorlesungen, Kolloquien, Forschungsprojekte und Veröffentlichungen; das Zentrum erbringt ebenfalls Dienstleistungen in der Aus- und Weiterbildung für die schweizerischen Diözesen.

Die Lehrenden des Departements
Die Fächer werden derzeit folgendermassen vertreten: Den Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft/Sciences liturgiques hat seit 1994 der aus Deutschland stammende Theologe Martin Klöckener inne. Den Lehrstuhl für Pastoraltheologie (deutsch) hatte von 1982–2007 Leo Karrer, im Studienjahr 2008/09 Monika Scheidler, von 2009–2012 Michael Felder, der am 5. August 2012 plötzlich verstorben ist. Seit dem Herbstsemester 2013 hat der deutsch-italienische Theologe Salvatore Loiero den Lehrstuhl inne. Die Professur für Théologie pastorale (französisch) ist nach dem Ausscheiden von Marc Donzé (jetzt Bischofsvikar in Lausanne) und der vorübergehenden Besetzung mit dem Kanadier Marcel Viau seit 2007 mit dem schweizerischen Theologen François-Xavier Amherdt besetzt. Beide Lehrstühle für Pastoraltheologie vertreten auch die Religionspädagogik und Homiletik. Den Lehrstuhl für Kanonisches Recht/Droit canon hatte von 1992–2009 Pier Aimone inne, seit 2010 die niederländische Theologin Astrid Kaptijn.

Die Professuren werden ergänzt durch zahlreiche Lehraufträge, zu denen regelmässig Dozierende aus dem In- und Ausland eingeladen werden. Hervorgehoben sei die Tätigkeit von Titularprofessor Bruno Bürki, der von 1982 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden Ende des WS 2001/02 als reformierter Theologe einen Lehrauftrag für Liturgiegeschichte wahrnahm und engagiert die ökumenische Dimension in der Liturgiewissenschaft und im Gespräch mit anderen Fächern zur Geltung brachte. Im Rahmen einer Konvention zwischen der Theologischen Fakultät und dem Theologicum des Institut Catholique de Paris dozieren wiederholt Professoren (z.B. Prof. Patrick Prétot) in Freiburg. Ebenfalls aufgrund einer Konvention mit dem universitären Institut für Liturgiewissenschaft und der kirchlichen Arbeitsstelle „Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz in Freiburg“ wird ein Teil der liturgiewissenschaftlichen Lehraufträge durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des genannten Instituts wahrgenommen (Dr. Gunda Brüske und Dr. Josef-Anton Willa).

Durch Lehrbeauftragte abgedeckt werden ebenfalls pastoralsoziologische und -psychologische Themen sowie die Bereiche Medien und Film, Rhetorik- und Kommunikationskurse. Ausdrücklich zu nennen ist die durch eine Konvention geregelte Zusammenarbeit der Theologischen Fakultät mit dem Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut von St. Gallen (SPI). Hierbei nimmt der Leiter/die Leiterin oder ein anderer Mitarbeiter des SPI einen ständigen Lehrauftrag in Pastoralsoziologie wahr, seit einiger Zeit regelmässig der aktuelle Leiter Dr. Arnd Bünker. So bietet das Departement insgesamt reiche und vielfältige Lehrveranstaltungen an.

Studienangebote
Die obligatorischen Lehrveranstaltungen verteilen sich auf den Bachelor- und Master-Studiengang in „Theologie“. Im Rahmen des Studienprogramms „Master in Theologie mit einer theologischen Spezialisierung“ gibt es eine Spezialisierungsmöglichkeit in Liturgiewissenschaft (angeboten vom Institut für Liturgiewissenschaft); ein solches vertieftes Studium der Liturgiewissenschaft eröffnet interessante Kombinationsmöglichkeiten innerhalb der Theologie (historisch, systematisch, praktisch) und mit anderen Fächern (z.B. Kunstgeschichte, Christliche Archäologie, Mediävistik, Zeitgeschichte). Ebenfalls wird ein Spezialisierungsmaster in Praktischer Theologie unter Beteiligung aller Fächer des Departements angeboten. Die Fächer sind ausserdem im Studiengang „Studium des Christentums und der Religionen“ sowie in diversen Haupt- und Nebenfachprogrammen der Theologischen Fakultät vertreten (vgl. die Studienprogramme).

Das Lehrangebot des Departements berücksichtigt den prinzipiell notwendigen und in der neueren Diskussion um die Aufgabe der Universitäten stärker geforderten Berufsbezug des Studiums (vornehmliche Perspektive des Theologiestudiums sind kirchliche Berufe), was auch Erwartungen der Schweizer Bischofskonferenz entspricht. In Zusammenarbeit mit Pfarreien und Schulen gehören dazu Übungen zur Vorbereitung auf den Lehrberuf (schulpraktische Übungen) und für die Verkündigung (Predigt). Das von der Pastoraltheologie angebotene Pfarreipraktikum, das Diakoniepraktikum und die pastoralpsychologische Ausbildung finden teilweise in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Praktische Theologie der Universität Bern statt. Durch die Kooperation des Kanonischen Rechts mit dem Institut für Kirchen- und Staatskirchenrecht (Rechtswissenschaftliche Fakultät) kann das Lizentiat „utriusque iuris“ erworben werden.

Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte der einzelnen Lehrstühle und Fachvertreter
Alle Disziplinen des Departements kooperieren mit anderen theologischen und nicht theologischen Hochschulen sowie sonstigen wissenschaftlichen Institutionen in der Schweiz und im Ausland: zum Beispiel mit den Praktischen Theologen im Verbund Benefri, mit dem Institut Catholique de Paris, insbesondere seinem Institut Supérieur de Liturgie und dem Institut Supérieur de Pastorale Catéchétique, dem Institut „Lumen Vitae“ in Brüssel und vielen anderen. Auch werden in allen Fächern anerkannte Forschungsleistungen erbracht. In den letzten Jahren wurden Forschungsprojekte mit Mitteln des Schweizerischen Nationalfonds, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Forschungsfonds der Universität Freiburg und von anderen Institutionen unterstützt. Die Übersichten der einzelnen Lehrstühle und die Datenbank Futura geben hierzu nähere Auskünfte.

Unabhängig von diesen Projekten haben sich als Arbeitsschwerpunkte herausgebildet:

Im Kanonischen Recht einerseits das Recht der Orientalischen Kirchen, andererseits die Rechtsgeschichte.

In der Liturgiewissenschaft werden in der Lehre stärker pastoralliturgische Aspekte berücksichtigt, während die Forschung eher liturgiegeschichtlich orientiert ist. Besonderes Interesse gilt dem interdisziplinären und ökumenisch angelegten Projekt „Gottesdienstliche Erneuerung in den Schweizer Kirchen im 20. Jahrhundert“. Andere Schwerpunkte ergeben sich durch die Einbindung des Lehrstuhlinhabers in internationale Forschungs- und Editionsprojekte.

In der Pastoraltheologie, Religionspädagogik und Homiletik sind Schwerpunkte: Neue Formen der Evangelisierung; Konzepte für kirchliche Berufe (Laien – Klerus) im Zusammenhang mit Pfarreitheorie (neue Pfarreiverbände); Kirche und Gesellschaft (besonders im Blick auf die schweizerische Situation); Diakonie als Grundfunktion der Kirche; Pfarrei-, Gemeinde- und Familienkatechese und Erwachsenenbildung; die Sprache der Predigt heute.

Darüber hinaus nehmen die Fachvertreter in Wissenschaft und Kirche breite Aufgaben in Dienstleistung und Weiterbildung wahr.

Publikationen
Die Professoren des Departements beteiligen sich durchwegs mit Monographien und Fachbeiträgen in Zeitschriften und Büchern am wissenschaftlichen Gespräch. Darüber hinaus tragen sie verschiedene Publikationsunternehmen massgeblich mit:

So ist Martin Klöckener hauptverantwortlicher Herausgeber des international führenden „Archiv für Liturgiewissenschaft“ (Sitz: Maria Laach), bei dem rund 25 Ständige Mitarbeiter aus mehreren Ländern fest eingebunden sind. Er ist ebenfalls Hauptherausgeber der Reihen „Spicilegium Friburgense“ und „Spicilegii Friburgensis Subsidia“, die schwerpunktmässig liturgiewissenschaftliche Quellentexte edieren und zugeordnete Hilfsmittel herausbringen, des Weiteren Hauptherausgeber des elfbändigen Handbuchs der Liturgiewissenschaft „Gottesdienst der Kirche“, Mitherausgeber des „Augustinus-Lexikon“, eines Langzeitprojekts der Mainzer Akademie der Wissenschaften, Mitherausgeber der Reihe „Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen“, gehört zum Conseil scientifique der führenden französischen Fachzeitschrift für Liturgiewissenschaft „La Maison-Dieu“  und zum Advisory Board der Reihe „Liturgia condenda“ (Tilburg/Leuven).

François-Xavier Amherdt ist Mitherausgeber (französischer Teil) der von Leo Karrer begründeten Reihe „Praktische Theologie im Dialog – Théologie pratique en dialogue“ (Fribourg). Er ist hauptverantwortlicher Herausgeber der Reihe „Pastoralperspektiven – Perspectives pastorales“ (St-Maurice), die konkrete pastorale Themen in der Westschweiz und im französischsprachigen Europa behandelt. Er ist Mitglied des erweiterten Redaktionskomitees der internationalen französischsprachigen Zeitschrift „Lumen Vitae“ für Religionspädagogik und Pastoraltheologie (Brüssel) und Hauptherausgeber der biblisch-pastoralen Zeitschrift des Westschweizer Biblisch-katholischen Verbandes (ABC) „Ecritures“.

Michael Felder war Mitherausgeber (deutscher Teil) der genannten Reihe „Praktische Theologie im Dialog – Théologie pratique en dialogue“ (Fribourg) und hatte die Schriftleitung der Fachzeitschrift „Diakonia“ übernommen.

Mit diesen vielfältigen und in der Fachwelt anerkannten Aktivitäten erweist sich das Departement für Praktische Theologie als ein lebendiger Teil der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg. Es trägt auf seine Weise dazu bei, Theologie als das Forschen des Menschen nach Gott, so wie er von Jesus Christus verkündet wurde, auch in einer Zeit kirchen- und glaubenskritischen Verhaltens der Gesellschaft mit ihrer Relevanz für die Menschen von heute wach zu halten und auf Zukunft hin zu entwickeln.

Martin Klöckener (11/2012)

Emeritierte Professoren

  • Karrer Leo, ord. Prof.

Statuten des Departements

 
 
 

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