Philosophische Fakultät
Faculté des Lettres
 

 

Team



Forschung


Work in progress...

DoKtoratE

 

RICARDA STEGMANN: Zwischen Frankreich und Algerien – Die Große Moschee von Paris als Kristallisationspunkt postkolonialer Rezeptionslinien

Ricarda Stegmann ist seit Februar 2011 Lektorin am Institut für Religionswissenschaft der Universität Fribourg und arbeitet seit Mai 2008 an einem Promotionsprojekt über die Große Moschee von Paris (Betreuer: Prof. Gregor Ahn, Universität Heidelberg). Die nach dem Ersten Weltkrieg maßgeblich von französischen Kolonialherren konzipierte und 1926 eröffnete Moschee wird heute vom algerischen Staat finanziert und kontrolliert, gilt jedoch seit jeher auch für französische Autoritäten als legitimer Ort, von dem aus der Islam in Frankreich organisiert werden und an dem ein moderater, integrativer Islam entstehen kann. Über die Schwierigkeiten der Moscheenadministration, zwischen algerischen und französischen Interessen zu vermitteln, wurde in Medien und Forschung bereits viel spekuliert. Doch wie sehen sich Muslime an der Moschee unterhalb der Führungsriege? Wie leben sie den „Islam“ und was ist ihnen jenseits politischer und medialer Inszenierungen und Debatten wichtig? Die Analyse vollzieht sich auch unter der Leitfrage, ob und inwiefern Kolonialvergangenheit sowie Argumentationen und Denkmuster, die innerhalb dieser Kolonialvergangenheit instrumentalisiert worden sind, heute noch wirksam sind. Basis für das Projekt bildet ein halbjähriger Forschungsaufenthalt im Winter 2008/09 an der Moschee von Paris.

 

PETRA BLEISCH BOUZAR: Lernen, eine Religion „richtig“ zu leben – Narrative in Lernprozessen bei erwachsenen Musliminnen in der Schweiz

Der Islam ist derzeit die mit am Schnellsten wachsende Religion in der Schweiz wie in Euro-pa. Die Anzahl der in der Schweiz lebenden Muslim/innen wird auf 400‘000 bis 500‘000 ge-schätzt (Behloul & Lathion 2007, 197–198). Wenige Arbeiten erforschten bislang den im All-tag gelebten Islam in der Schweiz. Brigitta Müller-Rohr (1996) analysierte Auswirkungen der Konversion auf den Alltag von Frauen, Mallory Schneuwly Purdie untersuchte die Rolle und Aktivitäten der „intervenants musulmans“ (Schneuwly Purdie 2010, 128) in Schweizer Ge-fängnissen und Silvia Martens das wohltätige Engagement von Muslim/innen (2010). Die genannten Arbeiten beziehen sich insbesondere auf die derzeit gelebte religiöse Praxis und lassen die Frage offen, wie die Muslim/innen diese lernen, bzw. gelernt haben. Dieses Forschungsprojekt nimmt sich dieser Frage an und fokussiert dabei auf er-wachsene Musliminnen. Es ist davon auszugehen, dass ein kleiner Teil der in der Schweiz lebenden Muslim/innen eine religiöse Unterweisung erhalten hat. Die Mehrheit der Migrant/innen wuchs in Ländern des ehemaligen Jugoslawiens oder der Türkei auf und er-hielten oft wenig bis gar keine religiöse Bildung ausserhalb des Elternhauses. Die in der Schweiz aufgewachsenen und heute erwachsenen Muslim/innen der nachfolgenden Genera-tionen besuchten nur zu einem kleinen Teil Koranschulen, in denen ausserhalb der Koranre-zitation kaum religiöse Wissensinhalte vermittelt wurde. Ein Teil dieser Muslim/innen der nachfolgenden Generationen erlebt eine Art innere Konversion und eignet sich zusammen mit oder entgegen der Elterngeneration den Islam neu an. Am Interessantesten für die Fra-gestellung erscheinen die Konvertit/innen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie sich die islamische Religion mehr oder weniger vollständig neu aneignen müssen, bzw. wollen. Deshalb fokussiert dieses Forschungsprojekt auf Konvertitinnen, ohne aber dabei den Blick von den mit ihnen interagierenden „Erb-Musliminnen“ abzuwenden.
[Mehr Infos im PDF]

MAGALI JENNY: Les pèlerinages motards


La Madone des Motards, Porcaro (FR), août 2009

Magali Jenny est doctorante depuis 2007 dans la branche Science des religions du Département des Sciences de la société, des cultures et des religions de l’Université de Fribourg. La recherche qu’elle mène pour l’obtention du doctorat porte sur les pèlerinages motards. Cette étude qualitative pluridisciplinaire (science des religions, anthropologie sociale et culturelle et sociologie) se base sur un matériel empirique recueilli lors d’observations participantes et d’entretiens exploratoires et semi directifs. Si la thématique des pèlerinages a déjà été traitée auparavant et que des études sociologiques sur le milieu motard ont déjà abouti, les pèlerinages motards n’ont encore fait l’objet d’aucune recherche. La curiosité est à la base de ce travail qui tentera de faire le point sur ce phénomène en répondant à une question d’ordre général : qu’est-ce que les motards vont chercher dans un pèlerinage ?

 

Eingeladene Forscher-Innen


Mohammad Taghi Abbasi, University of Shiraz, Iran

Mohammad Taghi Abbasi Shavazi is a PhD. candidate in sociology at University of Shiraz (Iran), where he obtained his B.A and M.A, also in sociology. As visiting PhD student, he worked from March to December 2010 at the department for the Study of religions, Faculty of humanities, at the University of Fribourg (Switzerland), under the supervision of Professor Dr. Oliver Kruger. His fields of interest are the sociology of religion and the sociology of new communication technologies, in particular the interactions between religion and new media. Mohammad Taghi Abbasi Shavazi is currently working on a thesis project entitled: Religion in the Cyberspace: A Sociological Study of Participation in Virtual Religious Communities. His research focuses on a Shi'a virtual religious community and its connections with actual religious communities in Iran. Using mixed methods (qualitative and quantitative analysis), his explanatory study seeks in the first place to understand how community's members understand their participation in the virtual religious community. Furthermore it attempts to discover possible connections between virtual religious communities and actual religious communities. To address these questions, he uses in the first part of the study (qualitative) virtual ethnography method, gathering data through online participant observation and in-depth online interviews. The second step of the study (quantitative) is based on online survey methods and online questionnaires.

 

 

Université de Fribourg   -   Religionswissenschaft / Science des Religions  -   Bd. de Pérolles 90    -   1700 Fribourg  
 tél +41 26 / 300 74 50    -   fax +41 26 / 300 97 64    
contact: magali.jenny@unifr.ch   -  modifé le 30.08.11 par M. Jenny   -  créé par I. Delacombaz -  Swiss University