www.unifr.ch/spc/UF/97decembre/brachinger.html
Arbeitszeit in der Schweiz |
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Statistik: Für eine alternde Gesellschaft, wie es die Szenarien des Bundesamtes für Statistik an zur Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz zeigen, ist der eingeschlagene Kurs zur Verjüngung der Belegschaft weder ökonomisch noch sozial vertretbar. Politik und Wirtschaft werden neue Arbeits-zeitmodelle zu entwicklen haben, die eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit fordern. |
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Unter der Leitung von Prof. Hans Wolfgang Brachinger werden im Forschungsprojekt Arbeitszeit in der Schweiz die Auswirkungen der zukünftigen demographischen Entwicklungen auf das Arbeitsangebot in der Schweiz untersucht und Lösungen entwickelt, um die Finanzierung der Altersvorsorge zu gewährleisten. Denn nach den Hochrechnungen des Bundesamtes für Statistik im Grundszenario Trend, ausgehend von den jüngeren Vergangenheitsentwicklungen, wird die Gesamtbevölkerung der Schweiz etwa Mitte des nächsten Jahres stagnieren und nach 2027 zu sinken beginnen. Die Konsequenzen der demographischen Alterung betreffen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Das Seminar für Statistik hat aufgrund des Szenarios eine Prognose für die Erwerbsbevölkerung bis ins Jahr 2030 entwickelt. Darin wird aufgezeigt, dass sich die Erwerbsbevölkerung der Schweiz nicht nur im Bestand, sondern in ihrer Altersstruktur so ändern wird, dass sich der Anteil junger Arbeitskräfte reduzieren (von 31,2% auf 25,4%) und derjenige der Arbeitskräfte über 50 Jahre (von 22.3% auf 28,3%) erhöhen wird. In Anbetracht der rückläufigen und alternden Erwerbsbevölkerung steht die Schweiz vor der Notwendigkeit, einen höheren Anteil des Erwerbspersonenpotentials zu mobilisieren, um die Finanzierung der Altervorsorge und den allgemeinen wirtschaftlichen Wohlstand weiter gewährleisten zu können. Der heutige Trend der Rationalisierungen, Restrukturierungen, Fusionen und Übernahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit machen Personalabbau nahezu unumgänglich. Betroffen sind vor allem ältere Arbeitnehmer. Andrerseits sollen die Unternehmungen zusammen mit dem Staat auch Beiträge zur Bewältigung des demographischen Alterungsprozesses leisten, indem sie ältere Arbeitnehmer beschäftigen. Beide Anforderungen scheinen nicht miteinander vereinbar zu sein. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit mit der gleitenden Pensionierung (stufenweise Reduktion der beruflichen Tätigkeit), der Pensionierung à la carte (wählbare Altersgrenze im vorgegebenen Rahmen) oder dem Einsatz als Senior-Experte (Know-how-Nutzung durch Projektaufträge) stellen Möglichkeiten zur Lösung dieser Problematik dar und bieten eine bessere Vorbereitung auf den Ruhestand als der aufgezwungene Ausstieg. Der Arbeitgeber erhält durch diese alternativen Modelle grössere Handlungsfreiheiten in der Personalplanung. Leider werden die Chancen solcher Modelle wie auch die Tatsache der Überalterung der Erwerbsbevölkerung von vielen Unternehmen heute daher noch nicht erkannt. Umso wichtiger sind Forschungsergeb-nisse, die frühzeitig Probleme erkennbar und Lösungen möglich machen.
Arbeitszeit in der Schweiz
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Universitas Friburgensis décembre 97 |
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