Praxisseminar

Das klinische Praxisseminar umfasst 133 Einheiten. Es ist als vertiefendes Begleitseminar zu den Kursen gedacht und strebt ein intensiveres Üben von verhaltensdiagnostischen Fertigkeiten (mittels SORCK) und wichtigen Behandlungsmethoden an. Ziel des klinischen Praxisseminars ist es, eine Verbindung herzustellen zwischen den Kursen "Wissen und Können", in welchen die therapeutischen Methoden eingeführt und im Rahmen spezifischer Störungsbilder vorgestellt, jedoch aus Zeitgründen meist nur kurz eingeübt werden können und der Supervision, in welcher die sinnvolle Anwendung der Methoden im Verlauf einer Behandlung überprüft wird. Es handelt sich damit um ein Seminar, welches in starkem Masse übungsorientiert ist und die Weiterbildungsteilnehmenden in die Basisfertigkeiten verhaltenstherapeutischen Handelns einführen soll.

Der erste Teil des Praxisseminars ist der Durchführung von Verhaltensanalysen, der Ausarbeitung von Zielanalysen und einer auf dem SORCK aufbauenden Therapieplanung bei konkreten Therapiefällen (eigenen oder Fallvignetten) gewidmet. Ziel dieses ersten Teils ist es, die Verhaltensanalyse kompetent anwenden und als therapeutisches Instrumentarium nutzen zu können.

Der zweite Teil des Praxisseminars besteht im konkreten Einüben verhaltenstherapeutischer Methoden anhand eigener Fälle und/oder vorgegebener Fallvignetten. Im Gegensatz zur Supervision geht es im Praxisseminar nicht um den längerfristigen Verlauf einer Behandlung, sondern um die konkrete Anwendung und Ausgestaltung der therapeutischen Verfahren im Rollenspiel. Hinsichtlich der Themen wird versucht, so weit wie möglich auf die Bedürfnisse und Wünsche der Teilnehmenden Rück-sicht zu nehmen. Elemente, die in Kleingruppen eingeübt und trainiert werden, sind die Strukturierung der Therapiesitzungen, die Anwendung verschiedener Motivierungstechniken, die Anwendung operanter Methoden (z.B. konkrete Ausarbeitung von Verstärkerplänen, der Einsatz von Time-out, Token economies), die praktische Anwendung von Entspannungsverfahren, der Umgang mit schwierigen Klienten, kognitive Methoden (kognitive Umstrukturierung, kognitives Üben), Methoden zur Angstbewältigung (z.B. systematische Desensibilisierung, Reizkonfrontation), Elterntrainings (z.B. Triple P und das video-unterstützte Elterntraining von Carolyn Webster-Stratton) sowie die Durch-führung von Gruppenprogrammen (z.B. das Freunde-Programm von P. Barrett, Sozialkompetenztraining).

Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie für die Ausarbeitung der Hausaufgaben sowohl eigene Patienten heranziehen, unter anderem durch Videoaufzeichnungen, als auch sich aufgrund der verteilten Fallvignetten vorbereiten. Mittels Rollenspielen wird gewährleistet, dass die therapeutischen Verfahren in verschiedensten Therapiesituationen eingeübt werden. Es wird in Kleingruppen gearbeitet.

Der Leistungsnachweis für das Klinische Praxisseminar besteht in der erfolgreichen Absolvierung der Hausaufgaben (z.B. selbständige Einarbeitung in und Präsentation eines Gruppenprogramms) sowie der aktiven und regelmässigen Teilnahme am Klinischen Praxisseminar. Form der Durchführung.

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