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Institut für Liturgiewissenschaft
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Direktor des Instituts:
o. Prof. Martin Klöckener
martin.kloeckener@unifr.ch
Adresse
Liturgiewissenschaft
Universität Freiburg
MIS 4226
CH - 1700 Freiburg
Tel. +41 (0)26 / 300 74 42
Webseite
www.unifr.ch/liturgie/
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Über das Institut Die Liturgie ist der Lebensnerv des christlichen Glaubens und des theologischen Lehrens und Forschens. Diese Überzeugung steht hinter den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils, das vor 40 Jahren die Liturgiewissenschaft den Hauptfächern der Theologie zurechnete; dabei forderten die Konzilsväter, dass «die Dozenten der übrigen Fächer, insbesondere die der dogmatischen Theologie, die der Heiligen Schrift, der Theologie des geistlichen Lebens und der Pastoraltheologie, von den inneren Erfordernissen je ihres eigenen Gegenstandes aus das Mysterium Christi und die Heilsgeschichte so herausarbeiten, dass von da aus der Zusammenhang mit der Liturgie und die Einheit der priesterlichen [heute müsste man formulieren: der ganzen theologischen] Ausbildung deutlich aufleuchtet» (Liturgiekonstitution, Art. 16). Liturgiewissenschaft als ein Kernfach der Theologie So ist aus dem früher vor allem unter dem Aspekt der Rubrikenkunde im Lehrbetrieb begegnenden Fach die Liturgiewissenschaft als jene theologische Disziplin geworden, die sich mit der Kirche und mit dem Menschen befasst, insofern diese Gottesdienst feiern. Liturgie der Kirche bedeutet gemäss dem Liturgiebegriff des Konzils, das Christusmysterium gedenkend zu vergegenwärtigen und in den unter Wort und Zeichen vollzogenen Dialog mit Gott einzutreten. Mit diesem Selbstverständnis untersucht die Liturgiewissenschaft sowohl die Geschichte als auch die gegenwärtige Gestalt des Gottesdienstes in seinen vielfältigen Formen, fragt nach den theologischen Grundlagen genauso wie nach den anthropologischen Bedingungen. Ebenso berücksichtigt sie spirituelle und kirchenrechtliche Aspekte. Bei alldem hat sich die Liturgiewissenschaft dem Paradigmenwechsel in Theologie und Glaubenspraxis zu stellen, wie er für die Gegenwart charakteristisch ist. Sie zeichnet sich durch ihre ökumenische Orientierung und durch Interdisziplinarität innerhalb der Theologie und darüber hinaus aus. Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg Diesem konziliar begründeten Selbstverständnis und der daraus hervorgehenden Aufgabenstellung sieht sich das Institut für Liturgiewissenschaft an der Universität Freiburg verpflichtet. Vorweg sei ein kurzer Blick in die Geschichte geworfen. Erstmals bestand in Freiburg von 19001910 ein Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, den Prinz Max von Sachsen (18701951) innehatte. Bei dessen Weggang verfiel der Lehrstuhl jedoch. In den folgenden Jahrzehnten wurden liturgische Aspekte in verschiedenen Fächern mitbehandelt, vorab in Pastoraltheologie, Patristik und Kirchenrecht. Unter dem Einfluss der Liturgischen Erneuerung richtete die Theologische Fakultät 1953 einen festen Lehrauftrag für Liturgiewissenschaft ein, den der Luxemburger Benediktiner Jean Hild (Abtei Clervaux) bis 1956 übernahm. Im selben Jahr wurde ein stabiler Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft begründet, einer der frühesten im deutschen Sprachgebiet. Sein erster Inhaber war Anton Hänggi (19171994) bis zu seiner Wahl zum Bischof von Basel Ende 1967. Von seinem Werdegang her Kirchenhistoriker, beschäftigte sich Hänggi vor allem mit der Liturgiegeschichte. Im Rahmen der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils gehörte er mehreren internationalen Kommissionen an und wirkte an wichtigen Punkten bei der Erneuerung des Gottesdienstes in der katholischen Kirche mit. Er war 1957 Mitbegründer der Reihe «Spicilegium Friburgense» zur Edition von «Texten zur Geschichte des kirchlichen Lebens». 1963 wurde unter ihm das Liturgische Institut der Schweizer Bischofskonferenz in Freiburg errichtet, das jedoch nach seiner Wahl zum Bischof als kirchliche Einrichtung die Verbindung mit der Universität aufgab und 1968 zunächst nach Zürich übersiedelte. Als Nachfolger wurde Jakob Baumgartner SMB (19261996) gewählt, der die Professur von 1969 bis 1991 innehatte. Er widmete sich primär pastoralliturgischen Fragen und verstand es, der Liturgiewissenschaft in Freiburg an der Schnittstelle zwischen der deutschen und französischen Sprache und Kultur Geltung zu verschaffen. Über die Universität hinaus trug er in der Schweiz durch Lehre und Veröffentlichungen, Vorträge und unermüdlichen pastoralen Einsatz zur Umsetzung der Konzilsanliegen bei. Seit Oktober 1994 ist der Autor dieses Artikels Inhaber des zweisprachigen Lehrstuhls und hat das Fach in Lehre, Forschung und Weiterbildung zu vertreten. Unter den das liturgiewissenschaftliche Lehrangebot ergänzenden Lehrbeauftragten hatte Titularprofessor Bruno Bürki zwei Jahrzehnte lang eine besondere Stellung. Als evangelisch-reformierter Theologe 1982 von der Theologischen Fakultät Freiburg habilitiert, dozierte er bis zu seinem Ausscheiden aus Altersgründen (Ende des WS 2001/02) schwerpunktmässig zur Liturgiegeschichte und zu ökumenischen Fragen der Liturgiewissenschaft. Weitere Lehrbeauftragte kommen seit Jahren fallweise aus dem deutschen und französischen Sprachgebiet hinzu, unter ihnen so bekannte Theologen wie etwa Louis-Marie Chauvet, Paul De Clerck (beide Paris) oder Marcel Metzger (Strasbourg). Das Institut für Liturgiewissenschaft - Ziele und Aktivitäten Die Freiburger Liturgiewissenschaft ist in Lehre, Forschung und bei Publikationsunternehmen über die Schweiz hinaus in zahlreiche internationale Projekte vernetzt. Die Zweisprachigkeit schafft Möglichkeiten der Begegnung und Vermittlung zwischen verschiedenen theologischen Ansätzen, kirchlich-liturgischen Lebens- und Feierformen, Mentalitäten und Kulturen, soweit sie den Gottesdienst betreffen. Die Theologische Fakultät hat dieser Entwicklung dadurch Rechnung getragen, dass sie 1999 die Errichtung eines Instituts für Liturgiewissenschaft beschloss. Neben dem Angebot und der Koordination der Lehre in Liturgiewissenschaft engagiert sich das Institut vor allem bei der Durchführung interdisziplinärer liturgiewissenschaftlicher Forschungsprojekte unter besonderer Berücksichtigung der schweizerischen Liturgiegeschichte, bei der Bereitstellung von Weiterbildungsangeboten und Dienstleistungen auf wissenschaftlicher und pastoralliturgischer Ebene, bei der Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Liturgiewissenschaft und im interdisziplinären Austausch an der Universität Freiburg sowie durch weitere nationale und internationale Kontakte. Exemplarische Tätigkeiten In der Lehre werden über das vom theologischen Curriculum her erforderliche Programm hinaus ein Schwerpunktprogramm und Nebenfachstudium in Liturgiewissenschaft angeboten, das von den Studierenden gut angenommen wird. Gastvorlesungen, Fachtagungen, regelmässige Kolloquien und Studienreisen werden teils in eigener Verantwortung, teils in Kooperation mit anderen Trägern veranstaltet. Auf besondere Resonanz stiess etwa die letzte Studienreise, die zu einem der Zentren der Liturgischen Bewegung, dem Benediktinerkloster Maria Laach, und zur Schaltstelle der Pastoralliturgie in Deutschland, dem Deutschen Liturgischen Institut in Trier, führte. Die Forschung ist in Fortführung der schon mit A. Hänggi gesetzten Akzente schwerpunktmässig, aber nicht exklusiv liturgiegeschichtlich orientiert. Charakteristisch für diesen Ansatz ist zum Beispiel das mehrjährige, in internationaler Kooperation mit fast 50 Kolleginnen und Kollegen realisierte Projekt «Liturgiereformen», das der Verfasser gemeinsam mit Benedikt Kranemann (Erfurt) leitete und das mit der Herausgabe eines 1200-seitigen Werkes mit demselben Titel im letzten Jahr zum Abschluss kam. Dabei wurde das Phänomen «Liturgiereform» in den Kirchen des Westens quer durch alle Epochen der Liturgiegeschichte untersucht und daraus eine Art Typologie von Liturgiereform entwickelt. Ein besonderes Augenmerk gilt der Liturgie in der Schweiz, gibt es doch bisher nur wenige Detailuntersuchungen und keine Gesamtsicht der älteren Liturgiegeschichte oder der gottesdienstlichen Entwicklungen im Laufe des 20. Jahrhunderts. Seit 1999 wurden drei grössere ökumenisch orientierte Tagungen gehalten, von denen sich die erste («Liturgie in Bewegung») allgemein der liturgischen Erneuerung in der Schweiz im 20. Jahrhundert widmete, die zweite der Tagzeitenliturgie in den Schweizer Kirchen in der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart nachging (2002) und schliesslich Ende November 2003 die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, ihre Bedeutung, ihr Fortleben und ihre bleibenden Herausforderungen im Mittelpunkt des Interesses standen. Verschiedentlich war das Institut für Liturgiewissenschaft Mitveranstalter von Tagungen und Kongressen auch ausserhalb Freiburgs. Aus diesen Aktivitäten gingen mehrere Tagungsbände hervor (z.B. Liturgie in Bewegung, 2000; Liturgia et Unitas, 2001; Gottes Volk feiert, 2002; Tagzeitenliturgie, erscheint Anfang 2004). Auch wird relevantes Material zur Liturgie aus den Kirchen in der Schweiz gesammelt und dokumentiert. Mit diesem Engagement sieht sich das Institut für Liturgiewissenschaft dem ökumenischen Geist verpflichtet, wie er für heutiges theologisches Fragen und Forschen im Bereich der Liturgie unabdingbar ist und wie er nicht zuletzt durch das Mitwirken mehrerer Institutsangehöriger in der internationalen ökumenischen «Societas Liturgica» zum Ausdruck kommt. Bei den Publikationen sind weiter hervorzuheben die hauptverantwortliche Herausgeberschaft der Fachzeitschrift «Archiv für Liturgiewissenschaft», die im Benehmen mit dem Abt-Herwegen-Institut Maria Laach e.V. geschieht und wobei 25 Ständige Mitarbeiter aus zahlreichen Ländern verschiedene Spezialgebiete vertreten. In Fortführung der Freiburger Tradition gehört der Lehrstuhlinhaber zu den Herausgebern von «Spicilegium Friburgense» und «Spicilegii Friburgensis Subsidia». Weiterhin läuft seit vielen Jahren die Edition der «Dokumente zur Erneuerung der Liturgie», eines inzwischen auf drei Bände angewachsenen Quellenwerkes zur nachkonziliaren Liturgiereform; ein separater Registerband und ein vierter Textband sind in Vorbereitung. Schliesslich werden die Dienste des Instituts oft in der Weiterbildung im In- und Ausland angefragt, sei es von kirchlichen Stellen, sei es von anderen Interessierten. Hierbei wie auch mit vielfachen Dienstleistungen versucht das Institut, seinen wissenschaftlichen Auftrag in der Theologie und nicht zuletzt in Verbindung mit dem kirchlichen Leben zu erfüllen. Martin Klöckener, SKZ 49/2003.
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