Theologische Fakultät
der Universität Freiburg / Schweiz
 

Berufsperspektiven

Die Aktualität von Glaube, Kirche und Glaube zeigt sich in unserer heutigen Gesellschaft in neuer, unerwarteter Intensität. Den Kern der theologischen Ausbildung bilden sicherlich die Studiengänge zur Ausbildung künftiger Priester und Pastoralreferenten/-referentinnen sowie von Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen (Lehramtsstudiengang). Das Studium der Theologie ermöglicht jedoch auch Berufsperspektiven, die über Kirche und Schule hinausweisen (z.B. in öffentlichen sozialen und kulturellen Einrichtungen, im Verlagswesen, im Personalmanagement, in Sozialarbeit und psychologischer Begleitung, in Beratungsstellen für Religions- und Weltanschauungsfragen, in Erwachsenenbildung und Journalismus). So lassen sich etwa in Medien und Politik Theologen und Theologinnen finden. „Ich bin Theologe und keiner weiss es“ beschreibt zum Beispiel Benedikt Otto, Produktmanager beim MDR, seinen Beruf.

Theologen und Theologinnen gehören zur Scientific Community und haben in diesem Kreis die Theologie als Wissenschaft zu verantworten. Zugleich erhalten sie von den anderen Wissenschaften ständig neue Impulse für ihre eigenen Fragestellungen. Die Theologie unterscheidet sich zugleich von den anderen Wissenschaftsgebieten, weil sie eine eigene leitende Perspektive hat: Sie handelt grundlegend von Gott und von den Geschöpfen, insofern sie auf Gott als Ursprung und Ziel bezogen sind. Damit nimmt sie eine grundlegend kritische Haltung gegenüber allen selbstgenügsamen Wahrheits- und Machtansprüchen ein.

In Übereinstimmung mit dem Selbstverständnis des christlichen Glaubens ist Theologie daher wesentlich auf die Öffentlichkeit ausgerichtet. Sie reflektiert ihre eigene Stellung und die Stellung der Kirche in der Gesellschaft.

Theologen und Theologinnen tragen Mitverantwortung für eine nachhaltige Entwicklung mit menschlichem Antlitz auf unserem Planeten und können sich in entsprechenden Berufsfeldern engagieren. Angesichts der Deregulierung im religiösen und ethischen Bereich (fundamentalistische und esoterische Strömungen) und in der Suche nach einem friedlichen Zusammenleben der Religionen und Kulturen hat die kritische Arbeit der Theologie einen wertvollen Beitrag zu leisten, um Wert- und Wahrheitsfragen im gesellschaftlichen Diskurs lebendig zu halten.

Die Theologie hat ihre Reflexion auch einzubringen, wenn es um die Grundlagen eines politisch neu zu gestaltenden Miteinanders der europäischen und globalen Gemeinschaft geht, um gesellschaftliche und ökonomische Prozesse, um die Beziehungen zu den verarmten Massen in vielen Teilen der Welt sowie um neue Entwicklungen in Wissenschaft und Technik. Dies gilt verstärkt in Zeiten kulturellen Umbruchs, gesellschaftlicher und politischer Transformationen, wie wir sie heute erleben. Dank der Sprache und der Symbolik, die dem Glauben zur Verfügung stehen, ist die Theologie in besonderem Maβe in der Lage, Erfahrungen des Leidens und der Ohnmacht artikulierbar und vernehmbar zu machen.

Theologiestudierende erschliessen sich unerwartete Berufsperspektiven durch ihre Kompetenz, ihr Engagement und ihre Kreativität!

Marie-Louise

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Warum Theologie, und warum in Fribourg? Für das Theologiestudium habe ich mich spät, aber als logische Konsequenz meines Nachdenkens über den dreifaltigen Gott und sein Wirken in der Welt entschieden. Die Bedenken, das Studium könnte ein Dasein im Elfenbeinturm bedeuten, sind längst verflogen… Die Zweisprachigkeit der Uni Fribourg, die Lebendigkeit und Offenheit der Theologischen Fakultät und nicht zuletzt auch der Charme der Stadt an der Grenze zwischen Deutschschweiz und Romandie bestätigen mir immer wieder die Richtigkeit der Wahl dieses Studienortes. Für mich gibt es einige interessante mögliche Zukunftsperspektiven, am liebsten allerdings würde ich später in der Seelsorge tätig sein.


Lukas

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Warum Theologie? Der breite Fächerkanon ermöglicht den Zugang zu den verschiedensten Berufskategorien und schärft den Blick auf die Welt und das eigene Ich. Eine Herausforderung in der heutigen Zeit, in der im Streben nach Klarheit oft Geheimnisvolles übergangen wird.

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