Entwicklung von Kompetenzprofilen betrieblicher Ausbildungsverantwortlicher - Programm 2
Dieses Forschungsprogramm untersucht die zur gelungenen praktischen Ausbildung von Lernenden notwendigen Kompetenzen von Berufsbildenden im Betrieb. Ziel ist es, ein Set von berufsübergreifenden und berufsspezifischen Kompetenzprofilen (link) zu erstellen, durch dessen gezielten Einsatz ein Beitrag zur Qualitätssicherung in der Aus- und Weiterbildung geleistet werden kann.
Die betriebliche Ausbildung der Lernenden ist das Kernelement des dualen Berufsbildungssystems. Im Gegensatz zur Berufsfachschule und den überbetrieblichen Kursen werden die Lernenden - während ihrer Ausbildung im Betrieb nicht von Lehrpersonen, sondern von diplomierten Fachleute - betreut, die eine Weiterbildung zur Berufsbildnerin/zum Berufsbildnern absolviert haben. Obwohl für das schweizerische Bildungssystem von zentraler Bedeutung, wurde das Augenmerk der wissenschaftlichen Forschung lange Zeit kaum auf diesen Bereich der Ausbildung gerichtet. Das zum Leading House ‚Qualität der beruflichen Bildung’ gehörende Forschungsprogramm ‚Qualität der betrieblichen Aus- und Weiterbildung’ (von 2007- 2009 ein Teilprojekt des Programms Professional Minds, seit September 2009 ein eigenständiges Programm) versteht sich als Beitrag zur Schliessung dieser Lücke. Untersucht wird, über welche Kompetenzprofile Berufsbildende im Betrieb verfügen müssen, um Lernende adäquat und erfolgreich auszubilden. Damit einher geht auch die Frage nach der Beschreibung und Festsetzung von Qualität in der betrieblichen Ausbildung sowie nach der Entwicklung von Kompetenzprofilen.
Geleitet von der Annahme, dass nebst berufsübergreifenden Kompetenzprofilen, die für alle Berufsbildenden Gültigkeit besitzen, auch berufsspezifische Kompetenzprofile ausgemacht werden können, wurde das Untersuchungsfeld in der ersten Projektphase auf einen Beruf beschränkt. Ausgehend von dem eigens adaptierten Ansatz der Quasi-Delphi-Technik (siehe Heinzer, Oser & Salzmann, 2009) wurden zusammen mit acht Berufsbildenden der Polymechanik in 4 Runden, basierend auf rund 115 authentischen Ausbildungssituationen, 35 Kompetenzprofile formuliert. Nach der Einschätzung dieser Kompetenzprofile (quantitative Fragebogenstudie) in Bezug auf ihre Relevanz, Umsetzungsschwierigkeit und ihre Anwendungshäufigkeit wird zurzeit ihre Übertragbarkeit auf andere Berufsfelder überprüft.
Das Ziel besteht in der Erstellung eines validierten Sets berufsspezifischer und berufsübergreifender Kompetenzprofile, das zur gezielten Aus- und Weiterbildung der Berufsbildenden eingesetzt werden kann. Zur Verdeutlichung und inhaltlichen Vertiefung wird ein Teil der Kompetenzprofile, die zur professionellen Bewältigung alltäglicher und besonderer Ausbildungssituationen benötigen werden, mittels Filmvignetten sichtbar gemacht und in ihrer Qualität bestimmt. Ins Auge gefasst wird in einem weiteren Schritt, basierend auf den erzielten Ergebnissen, mit Hilfe des advokatorischen Zugangs (link) die Kompetenz von Berufsbildenden zu messen (Diagnoseinstrument). |