Patristik und Geschichte der alten Kirche
THEOLOGISCHE FAKULTÄT DER UNIVERSITÄT FREIBURG
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Institut für Sprachen der biblischen Welt und des christlichen Ostens

bilder/armenisch.jpg Am Anfang war das Wort.
Das Wort gebar die Sprache,
die Sprache gebar die Geschichte,
und mit der Geschichte fing der Spass erst richtig an!

Bild:
Goldene Tafel zur Erinnerung an die Erfindung der armenischen Buchstaben durch den hl. Mesrop Maštoc'.

Text:
Gcina Mhlophe [*1958], südafrikanische Lyrikerin, Liedersängerin, Tänzerin und Erzählerin.

Nach Ludwig Wittgenstein sind «die Grenzen meiner Sprache die Grenzen meiner Welt». Deshalb eröffnet jede Sprache eine neue Welt. Dies gilt nicht nur für moderne, sondern genauso für alte Sprachen, die uns den wesentlichsten Zugang zu Menschen in ihrer Kultur und Zeit auftun.

Ziel des Instituts

Das Institut für Sprachen der biblischen Welt und des christlichen Ostens, das vor gut 30 Jahren von Prof. Dirk van Damme ins Leben gerufen wurde, hat sich daher zum Ziel gesetzt, Möglichkeiten zum Erlernen antiker und mittelalterlicher Sprachen zu ermöglichen und zu fördern, die für das Verständnis der Heiligen Schrift und die Erschliessung wichtiger literarischer Quellen der Kirchengeschichte notwendig und nützlich sind. Dieses Ziel soll durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Departementen innerhalb der Theologischen Fakultät, aber auch darüber hinaus mit Lehrstühlen und Fachleuten aus anderen Fakultäten und Instituten erreicht werden, unter anderem mit den Lehrstühlen für klassische Philologie, mit dem Institut für Slawistik und vielen anderen. Auch in der wissenschaftlichen Tätigkeit ist es wichtig zu versuchen, die Situation der Menschen in den verschiedenen Zeiten, lokalen Gegebenheiten und in ihrer Umwelt zu erkunden. Das hervorragendste Mittel vieler Menschen, durch das sie sich mitteilen können, ist ihre Sprache. Will man also diese Menschen wirklich aus der Nähe kennen lernen, muss man die Mühe machen, ihre Sprache zu erlernen.

Horizont des Instituts

Die Menschen des 1. Jahrtausends v. Chr., das Volk Israel und seine Nachbarn, die Zeitgenossen Jesu waren in Handelsbeziehungen und Austausch mit anderen Kulturen. Wie haben sie also gedacht, wie sah ihr Alltag aus, was haben die Gebildeten gelesen oder gekannt? Damit sind jetzt nicht nur die gut bekannten Sprachen wie Hebräisch, Aramäisch, Griechisch intendiert, in denen die Heilige Schrift verfasst worden ist. Doch die Nachbarn Israels, Einwanderer und Eroberer sprachen und dachten in Ägyptisch, Akkadisch, Sumerisch, Ugaritisch oder Hethitisch. Die Sprache Roms, das Latein, spielt ab dem 3. Jh. eine zentrale Rolle, das vor allem für die westliche Geschichte bis in die Neuzeit die Sprache ersten Ranges bleibt. Will man sich nicht nur auf die Geschichte des Christentums innerhalb des Römischen Imperiums beschränken, sondern seinen Horizont weiten und der riesigen Ausdehnung der Kirchen im 1. Jahrtausend n. Chr. nachspüren, muss man seinen Blick nach Afrika, nach Süd- und Zentralasien bis hin nach China richten. Die ersten christlichen Inschriften aus Nordchina datieren nämlich schon aus dem 8. Jahrhundert! Vor allem für viele östliche und orientalische Kirchen, die sich am Rande oder ausserhalb der Römischen und Neurömischen Welt entfaltet haben, spielen die Sprachen des «christlichen Orients» eine zentrale Rolle: Armenisch, Georgisch, Koptisch, Arabisch, Syrisch und Äthiopisch. Doch es gibt auch interessante Funde christlicher schriftlicher Quellen in den Nachbarsprachen, wie den iranischen, in Uigurisch (Alttürkisch), Chinesisch, Altnubisch, oder auch in Kirchenslawisch. In diesem grossen zeitlichen wie geographischen Horizont will das Institut einer ökumenischen Perspektive dienen: der vertieften Verständigung zwischen den verschiedenen Kirchen des Westens und des Ostens, denn überall gibt es Denkstrukturen, kulturelle Eigenheiten und religiöse Bräuche, die nicht übersetzbar sind. Mit Marie von Ebner-Eschenbach offenbart sich «der Geist einer Sprache am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten». Dies gilt nicht für die Sprache, sondern auch für die Kultur ins gesamt wie auch für die theologische Ausformung einer Religion.

Tätigkeiten des Instituts

Aufgrund dieser ökumenischen Relevanz, der interreligiösen und interkonfessionellen Perspektive will das Institut Institutionen, die mit Kulturen, Religionen und Kirchen des Ostens befasst sind, besonders in sprachlichen und exegetischen Fragen unterstützen und für Beratung zur Verfügung stehen. Am Institut wird die neu belebte Reihe «Orbis biblicus et orientalis. Series linguistica» herausgegeben, die Studiengrammatiken für möglichst viele der Sprachen der biblischen Umwelt und des christlichen Ostens auf den Markt bringen will. In Kooperation mit dem Institut bietet das Departement für Patristik und Kirchengeschichte das Spezialisierungszeugnis «Oriens christianus» an, das ein einjähriges Postgraduate-Studium darstellt und eine Vertiefung der Kenntnisse in orientalischer Patristik und Kirchengeschichte beinhaltet. Die Kunde des Evangeliums hat sich nicht nur auf Griechisch und Latein verbreitet, sondern den Menschen entsprechend in vielen weiteren Sprachen. So steht am Anfang das Wort, das Geschichte macht - und mit der Geschichte fängt der Spass erst richtig an.

Statuten des Institutes (.pdf) >>

Adresse

Prof. Franz Mali
Lehrstuhl für Patristik und Geschichte der Alten Kirche
Avenue de l'Europe 20
CH-1700 Fribourg

Tel. +41 26 300 7400
Fax: +41 26 300 9753
franz.mali [at] unifr.ch

 

Université de Fribourg - Universität Freiburg Patristik und Geschichte der alten Kirche - Avenue de l'Europe 20 - CH-1700 Fribourg. Letzte Änderung am: 19.11.2010
Patristik und Geschichte der alten Kirche / Universität Freiburg Schweiz