ERC Grant04.09.2017

2,5 Millionen zur Erforschung des Spiels in der Antike


Für die Erforschung des Spiels in der Antike erhält Professorin Véronique Dasen den renommiertesten Forschungszuschuss des Europäischen Forschungsrates. Der ERC Advanced Grant über 2,5 Millionen Euro finanziert ein Projekt, das über die Studie der Vergangenheit auch neue Erkenntnisse zur Gegenwart verspricht. Mit Véronique Dasen erhalten die Humanwissenschaften der Universität Freiburg ihren ersten ERC Grant – und er geht zum ersten Mal an eine Forscherin.

Spielen macht Spass: Gesellschaftsspiele sind im Trend und erfreuen sich grosser Beliebtheit. Sie dienen dem Vergnügen und der Unterhaltung, spielen aber auch eine wichtige Rolle in zwischenmenschlichen Beziehungen, der Pädagogik, der Psychologie oder auch der Gleichstellung. Welchen Stellenwert hatte das Spiel in der Antike? Wo liegen dessen Wurzeln? Ein besseres Verständnis zu den Ursprüngen des Spiels und zu dessen Rolle in der Gesellschaft verspricht nicht zuletzt auch neue Einsichten zu unserer Kulturgeschichte. Mit diesem Ziel vor Augen startet die Professorin für Altertumswissenschaften Véronique Dasen diesen Herbst in das 5-jährige Forschungsprojekt «Locus Ludi: The Cultural Fabric of Play and Games in Classical Antiquity».

Spiel ohne Grenzen
Hauptziel des Forschungsprojekts ist die Analyse der sozialen, religiösen und identitätsstiftenden Rolle des Spiels in der griechischen und römischen Antike. Die erste Phase befasst sich mit der Studie schriftlicher Quellen und geht vom Zusammentragen und Publizieren noch unveröffentlichter Texte über das Aktualisieren von alten Übersetzungen, die vielfach zu Fehlinterpretationen führen können, bis hin zum Erstellen einer umfassenden Textsammlung, deren Lexikon zum Wortschatz des Spiels auch online publiziert werden soll. Im Anschluss daran folgt die archäologische Arbeit mit dem Zusammentragen und Auswerten von Spielmaterial verschiedener Herkunft. Den Abschluss macht ein ikonographischer Teil mit der Studie verschiedener Inszenierungen von Spielen und deren sinnbildlicher Bedeutung. Dafür sollen sämtliche Ressourcen eines umfangreichen internationalen Netzwerks mobilisiert und zahlreiche Archive von Museen und Bibliotheken durchforstet werden.

Die verschiedenen Etappen und Herangehensweisen des Projekts sollen nicht nur zu einem besseren Verständnis der Spielpraktiken und deren Rollen in der Gesellschaft der Antike führen, sondern überdies neue Erkenntnisse zur heutigen Fragestellung rund um das Spiel bringen. Das erforschte Material wird nach Abschluss des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, allen voran den Schulen und Museen, beispielsweise in Form eines E-Books mit interaktiven Spielen aus der Antike.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Ulrich Schädler durchgeführt, dem Direktor des Schweizer Spielmuseums und Privatdozent an der Universität Freiburg. 

  • Die Website des Projekts finden Sie hier
  • Das Projekt wird am 26. und 27. Oktober 2017 anlässlich des ersten internationalen Treffens an der Universität Freiburg gestartet
  • Am Mittwoch, 13. Dezember um 18 Uhr findet im Saal des Nouveau Monde im Restaurant Ancienne Gare ein Café Scientifique rund um das Spiel statt. Véronique Dasen wird der populär-wissenschaftlichen Diskussionsrunde beiwohnen und sich mit dem Publikum sowie verschiedenen Expertinnen und Experten aus dem Bereich des Spiels unterhalten
  • Website des European Research Council