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Wo in Europa werden sich Schadinsekten als nächstes ansiedeln?


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Der Klimawandel wird in Zukunft die Invasion von Schadinsekten in Europa intensivieren. Wissenschaftler des Departements für Biologie an der Universität Freiburg haben in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope ART und der Universität Neuenburg Faktoren ermittelt, welche die Wahrscheinlichkeit, dass sich Schadinsekten in Europa ansiedeln können, beeinflussen.


Der Maiswurzelbohrer (Diabrotica barberi) am Werk (Foto: Wikimedia).

In dieser Studie, die in der Online-Fachzeitschrift Diversity & Distributions publiziert wurde, haben Forschende des Departements für Biologie an der Universität Freiburg den Einfluss von globalem Handel mit Agrarprodukten, dem Anbau von Wirtspflanzen und dem Klima auf die Wahrscheinlichkeit, dass sich Schadinsekten in Europa ansiedeln können, ermittelt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass zwar alle drei Faktoren einen starken Einfluss darauf ausüben, wo sich die Schadinsekten in Europa ansiedeln werden, aber dennoch die Grösse der Anbaufläche von Wirtspflanzen ausschlaggebend ist.

Das Forschungsteam hat eine Liste von europäischen Ländern erstellt, die nach ihren Berechnungen die grösste Wahrscheinlichkeit aufweisen ein nächstes «Opfer» einer Invasion von Schadinsekten zu werden. Italien, Frankreich, Spanien, Ungarn und Deutschland befinden sich auf dieser Liste. Die Wissenschaftler erarbeiteten ebenfalls eine Liste der wahrscheinlichsten Kandidaten von Insekten. Darin befinden sich unter anderem der asiatische Baumwollwurm (Spodoptera litura), der nördliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica barberi) und der Schnellkäfer (Pheletes californicus).

Den Forschungsergebnissen zufolge werden im Zuge des Klimawandels bis Ende des Jahrhunderts besonders Staaten im nordöstlichen Europa stärker einem Risiko neuer Invasionen von Schadinsekten ausgesetzt sein als zentraleuropäische Staaten, deren Risiko gar sinken wird. Diese Resultate können den nationalen Pflanzenschutzbehörden dienen, um beispielsweise spezifische Kontrollstrategien, die dem Risiko der betroffenen Länder angepasst sind, zu entwerfen.

Die Studie mit dem Titel «Quarantine arthropod invasions in Europe: the role of climate, hosts and propagule pressure» ist eine Folgestudie des Forschungsprojekts «Gaps in Border Controls Are Related to Quarantine Alien Insect Invasions in Europe», das zeigen konnte, dass mangelhafte Grenzkontrollen von Agrarprodukten zu Invasionen von Schadinsekten in Europa führen kann.

Link zur Studie: «Quarantine arthropod invasions in Europe: the role of climate, hosts and propagule pressure»

Kontakt: Sven Bacher, Departement für Biologie, + 41 26 300 88 22, sven.bacher@unifr.ch


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Publiziert am 20.11.2013


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