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Jugendliche: Verhaltensprobleme zu Beginn der Sekundarstufe


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Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie des Heilpädagogischen Instituts der Universität Freiburg zeigt: Jugendliche entwickeln im Verlauf der 7. Klasse zunehmend mehr Problemverhalten. Dies gilt besonders für Schülerinnen und Schüler der Realschule. Unterschiede bestehen aber nicht nur zwischen den Schultypen - auch Mädchen und Jungen berichten von jeweils anderen Schwierigkeiten. Das Projekt wurde im deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg realisiert.


(Bild: Thinkstock)

Der Schulanfang nach den Sommerferien bedeutete für viele Schülerinnen und Schüler auch einen Wechsel von der Primar- auf die Sekundarstufe. Dieser Wechsel gelingt nicht immer reibungslos: Eine neue Klasse, neue Lehrpersonen und das mitten in der Pubertät - für Jugendliche kann das erste Schuljahr auf der Sekundarstufe eine Herausforderung sein. Die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie unter der Leitung von Christoph Müller, Lehr- und Forschungsrat am Heilpädagogischen Institut der Universität Freiburg, zeigt, dass diese Schulphase mit zunehmenden Verhaltensproblemen einhergeht: Jugendliche entwickeln im Verlauf der 7. Klasse mehr Aggression und Delinquenz, aber auch mehr Selbstwertprobleme und ängstlich-depressives Verhalten.

Aggression, Delinquenz und Cybermobbing

Die jetzt veröffentlichten Teilergebnisse des Forschungsprojekts „FRI-PEERS“ (Freiburger Studie zum Peereinfluss In Schulen) beruhen auf Befragungen eines beinahe kompletten Schülerjahrgangs von 825 Jugendlichen aller Bildungsgänge. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren gaben im Verlauf des 7. Schuljahrs mit einem Abstand von jeweils ca. drei Monaten vier Mal anonym Auskunft zu ihrem Verhalten. Im Durchschnitt der vier Befragungen berichteten 12% aller Jugendlichen, an mindestens einem der letzten 14 Tage anderen körperlich wehgetan zu haben. Etwa 5% begingen in dieser Zeit nach eigenen Angaben einen Diebstahl. Bezüglich Cybermobbing gaben rund 17% der befragten Jugendlichen an, mindestens einmal in den letzten zwei Monaten Belästigungen per Internet, Handy oder Chat erlebt zu haben.

Unterschiede bei Schultypen und Geschlechtern


Als kritisch erachtet der Leiter der Studie, Christoph Müller, dass der Besuch der Realschule mit einem deutlich stärkeren Anstieg an Problemverhalten über das Schuljahr einherging als der Besuch anderer Schultypen. Für die besondere Situation der Realschule kann es laut Müller verschiedene Erklärungen geben. Denkbar sind beispielsweise negative Einflussprozesse unter den Jugendlichen, bei denen Schülerinnen und Schüler Verhaltensprobleme voneinander imitieren.

Weiter wurde deutlich, dass sich Mädchen und Jungen in der Entwicklung ihrer Verhaltensprobleme unterscheiden. Während die Mädchen eher einen Anstieg an ängstlich-depressivem Verhalten zeigten, deuteten die Berichte der Jungen auf eine stärkere Zunahme von Aggression und Delinquenz in der 7. Klasse hin. Die Gründe für diese Geschlechterunterschiede können vielfältig sein und konnten in dieser Studie nicht abschliessend geklärt werden.

Noch beziehen sich diese Ergebnisse nur auf die 7. Klasse. Im Rahmen der Fortführung des Nationalfondsprojekts „FRI-PEERS“ untersucht das Forschungsteam nun die weitere Entwicklung der Jugendlichen bis in die 9. Klasse.

Link zum vollständigen Forschungsbericht

Kontakt:
Dr. Christoph Müller (Lehr- und Forschungsrat), Heilpädagogisches Institut, Universität Freiburg, 026 300 77 25, christoph.mueller2@unifr.ch, www.unifr.academia.edu/ChristophMüller


Infos & Anhänge

Publiziert am 04.09.2013


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