Kurzbeschrieb und Ziele
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Was ist Medien- und Kommunikationswissenschaft?
Medien- und Kommunikationswissenschaft ist ein sozialwissenschaftliches Fach, in dessen Zentrum die Vermittlung strukturellen Wissens und Problembewusstseins bezüglich der öffentlichen gesellschaftlichen Kommunikation steht. Zentraler Gegenstand sind die Rahmenbedingungen, Systeme, Prozesse, Inhalte und Wirkungen der Massenkommunikation. Die medienwissenschaftliche Forschung gibt u.a. Aufschluss über das Mediensystem und die Medienkonsumgewohnheiten. Ihre Erkenntnisse werden von Entscheidungsträgern in der Medienpolitik, Medienschaffenden, der Public-Relations-Branche und der Werbung genutzt.
Die Medien- und Kommunikationswissenschaft umfasst zahlreiche Teilgebiete: Medienrecht, Mediengeschichte, Kommunikatorforschung, Medien(system)forschung, Aussagenanalyse, Rezipientenforschung, Wirkungsforschung, politische Kommunikation, Medienökonomie, Organisationskommunikation und PR, Medienökologie, Medientechnik, Semiotik, Medienethik, Medienpädagogik. Zum Studium des Fachs gehören zudem Einführungen in sozialwissenschaftliche Grundlagen, in empirische Forschungsmethoden und in benachbarte sozialwissenschaftliche Disziplinen (Soziologie, Politikwissenschaft, Sozialpsychologie).
Untersuchungsobjekte der Medien- und Kommunikationswissenschaft sind in erster Linie Presse, Radio, Fernsehen und Internet aus dem In- und Ausland; aber auch die Medien Buch, Plakat, Film und Video werden systematisch erforscht. Typische Themenfelder für Abschlussarbeiten sind etwa die Kommunikationspolitik und das Kommunikationsmanagement von Unternehmen, die Mediennutzung von Migranten, Karikaturen in der Schweizer Presse, Sport im Fernsehen, Pressekonzentrationsprozesse in der Schweiz, Qualität im Journalismus, PR- und Politkampagnen usw.
Wozu dient ein Studium dieses Fachs?
Die praktischen Berufsfelder für Absolvent/innen eines kommunikations- und medienwissenschaftlichen Studiums sind traditionell Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Daneben gibt es jedoch eine Reihe anderer praktischer Berufs- und Arbeitsfelder, für die die Absolvierung eines sozialwissenschaftlichen Studiums mit kommunikationswissenschaftlichem Schwerpunkt zielführend ist: Unsere Absolventen finden Arbeitsplätze und gründen Unternehmen z.B. in Markt-, Medien- und Meinungsforschung (Mediaplanung, Reichweitenforschung), Medienproduktion und Buchverlagswesen, Kommunikationspolitik, Werbung und Marketing in öffentlichen Institutionen und Unternehmen. Sie sind in den Bereichen politische Kommunikation, Medienaufsicht, -verwaltung sowie Medienmanagement tätig. Last but not least ist natürlich aus der Sicht der Lehrenden in diesem Fachbereich die wissenschaftliche Tätigkeit in einem sozialwissenschaftlichem Fach ein wichtiges mögliches Tätigkeits- und Berufsfeld für die Absolventen des Studiengangs.
Insbesondere für journalistische Tätigkeiten werden grundlegende Kenntnisse und praktische Fertigkeiten vermittelt. Das Wissen über die Funktionsweise der Medien ist eine wichtige Grundlage für die Fachkompetenz in den journalistischen und gesellschaftlich praktischen Berufen: Das Wissen um Selektionsmechanismen und Wirkungen der Medien ist in jedem Kommunikationsberuf eine Kernkompetenz.
Die Vermittlungskompetenz (journalistisches Handwerk), die in der journalistischen Praxis ebenfalls benötigt wird, kann an der Universität Freiburg in den Kursen zur Presse-, Radio- und Videopraxis vertieft werden. Zur Aneignung von Vermittlungskompetenz empfehlen sich aber bereits während des Studiums praktische Berufserfahrungen in der Kommunikationsbranche, die über das Mindestmass der erforderlichen Praktika hinausgehen.
Die für bestimmte Journalismusgebiete erforderliche Sachkompetenz, das sog. Ressortwissen, wird durch die vielfältigen Fachkombinationen erworben. Dieses Fach kann ein weiteres sozialwissenschaftliches Fach sein (Politikwissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Soziologie, Zeitgeschichte, Ethnologie, Religionswissenschaft, Sozialarbeit, Humangeographie) oder auch aus einem anderen Bereich stammen (zum Beispiel Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschaftsinformatik, Umweltwissenschaften, Rechtswissenschaften, Sprachen). Die Verankerung der Medien- und Kommunikationswissenschaft in der ökonomischen Fakultät der Universität Freiburg bietet dabei besondere Chancen für eine Kombination mit betriebs- und volkswirtschaftlichen Nebenfächern.
Der Medien- und Kommunikationswissenschaft kommen insgesamt die folgenden Bedeutungen zu:
- Das Lehrangebot vermittelt ein grundlegendes und systematisches Verständnis der theoretischen und methodischen Grundlagen der Sozialwissenschaften – mit kommunikationswissenschaftlichem Schwerpunkt und journalistischem Praxisbezug.
- Das Studium in diesem Fach ist ein Bestandteil der Ausbildung und Fortbildung von Journalistinnen und Journalisten, in Berufen der Kommunikations- und Meinungsforschung sowie der Öffentlichkeitsarbeit, in der Verlagsbranche und in der Werbung.
- Erkenntnisse der Medien- und Kommunikationswissenschaft tragen zur öffentlichen Erhellung und Diskussion des Medienrechts sowie der Mediensysteme, Medienrollen und Medienwirkungen bei und dienen als Entscheidungshilfe für Medienunternehmen, Verbände, politische Behörden und Amtsstellen.
- Kenntnisse der Wirkungen und Funktionen von Medien können auch zu einer besseren Kommunikations- und Vermittlungskompetenz beitragen - zum Beispiel im wissenschaftlichen Betrieb der Hochschulen - und als Orientierungshilfe für Lehrkräfte, Eltern und Medienrezipierende allgemein dienen.