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Das Antiphonar von Grandmont - SFS 23

(Alexander Zerfass)

Zu den bedeutenden spirituellen Reformströmungen des hohen Mittelalters zählt die eremitische Bewegung, die in Süd- und Westfrankreich ihren Höhepunkt im späten 11. Jahrhundert erreichte. Ausgehend von charismatischen Gründungsgestalten bildeten sich aus Einsiedeleien Mönchskommunitäten oder gar ganze Ordensgemeinschaften neuen Zuschnitts. Ihr strenger Lebensentwurf verband Elemente traditioneller monastischer Kultur mit der sich am Evangelium sowie am altkirchlichen Einsiedler­tum orientierenden Inspiration des Eremitismus.

Das spezifische Profil eremitischer Ordensgründungen konnte nicht ohne Folgen für die Gestalt der hier gefeierten Liturgie bleiben. Dies gilt auch für das Antiphonar des Ordens von Grandmont, der auf die Eremitage des Stephan von Muret (ab 1076) zurückgeht und in den ersten Jahrhunderten nach seiner Gründung eine beachtliche Ausdehnung in Frankreich erreichte. Es ist nach ähnlichen, teilweise bereits in karolingischer Zeit (Agobard von Lyon, Amalar von Metz) formulierten Reformprinzipien gestaltet wie das Antiphonar der Kartause. Durch die vorliegende, mit einer ordensgeschichtlichen und liturgiewissenschaftlichen Einleitung versehene Edition der Texte des grammontensischen Reformantiphonars wird erstmals ein Teil der Ordensliturgie von Grand­mont der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Inhaltsverzeichnis des Buches

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