Günther Schneider: Wozu ein Sprachenportfolio?

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10. Tipps zum Einsteigen

Wer das Europäische Sprachenportfolio näher kennen lernen will, um beispielsweise als Lehrerin oder Lehrer Lernende zu beraten, macht sich am besten mit dem Sprachenportfolio vertraut, indem er/sie etwas tut und damit beginnt, die Instrumente für sich selbst zu nutzen.

Verschiedene Einstiegsmöglichkeiten: Fragen Sie sich, womit Sie selbst am liebsten einsteigen würden: Ihre eigenen Sprachenkenntnisse einschätzen und den Sprachenpass ausfüllen. Oder: Ihre Sprachlernbiografie zusammenstellen und dann mit Kolleginnen und Kollegen (und später mit Lernenden) über gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen beim Sprachenlernen und beim Umgang mit Mehrsprachigkeit sprechen. Oder: Überlegen Sie, ob Sie (noch) Arbeiten besitzen, die Sie als Beispiele für Ihr sprachliches Können (in verschiedenen Sprachen) ins Dossier geben könnten. Was für Texte oder Aufnahmen würden Sie für diesen Zweck gerne besitzen oder produzieren?

Sich mit Kompetenzbeschreibungen und Skalen vertraut machen: In Weiterbildungsveranstaltungen ebenso wie im Klassenzimmer hat sich folgendes Vorgehen bewährt, mit den Kompetenzbeschreibungen vertraut zu werden: Die Globalskala in Streifen schneiden und anschliessend, am besten zu zweit, nach Niveaus sortieren. Dieses Verfahren lässt sich auch mit dem Raster zur Selbstbeurteilung oder Teilen dieses Rasters durchführen.

Sich selbst einschätzen: Versuchen Sie Ihre Sprachkenntnisse einzuschätzen. Beginnen Sie z. B.. mit derjenigen Fremdsprache, die Sie zuletzt gelernt haben oder die Sie am wenigsten können. Lesen Sie im Raster zur Selbstbeurteilung die Kompetenzbeschreibungen ausgehend vom untersten Niveau A1. Überprüfen Sie Ihre erste Einschätzung anhand der detaillierten Checkliste für das entsprechende Niveau. Wenn Sie feststellen, dass Sie sich zu hoch oder zu tief eingestuft haben, wählen Sie die Checkliste des nächsttieferen bzw. des nächsthöheren Niveaus.

Interpretationen vergleichen: Oft macht es mehr Spass, mit anderen zusammenzuarbeiten. Vergleichen Sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der gleichen Stufe, wie Sie die Niveaubeschreibungen interpretieren. Gehen Sie von den Niveaubeschreibungen im Raster zur Selbstbeurteilung aus. Welches Niveau entspricht den Kenntnissen, mit denen die Lernenden nach Ihrer Erfahrung in Ihre Stufe kommen, welches Niveau können/sollen sie am Ende der Stufe erreichen? Wenn Sie zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen, können Sie Ihre Interpretation anhand der detaillierteren Beschreibungen in den entsprechenden Checklisten kontrollieren. Wenn Sie auch dann nicht zu übereinstimmenden Einschätzungen kommen, überlegen und planen Sie zusammen, wie Sie Ihre Einschätzung überprüfen wollen, z. B.: am Anfang und am Ende der Stufe Videoaufzeichnungen von Lernenden machen, Lernerarbeiten fürs Dossier planen und typische Arbeiten später zusammen vergleichen.

Videoaufzeichungen verwenden: Sehen Sie sich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen Videoaufzeichnungen von Ihren eigenen oder anderen Lernern an. Verwenden Sie die Kompetenzbeschreibungen im Portfolio, um die beobachteten Leistungen zu beschreiben und das Niveau zu bestimmen. Diskutieren sie, ob sie gemeinsam eine Videodokumentation erstellen wollen, die zusammen mit den Kompetenzskalen dazu verwendet werden kann, Niveaus oder Anforderungen für verschiedene Zwecke zu illustrieren, z. B. um im Unterricht Ziele zu verdeutlichen, um für Lernende oder Lehrpersonen die Anforderungen beim Übertritt in eine nächste Stufe zu klären oder um an Elternabenden über angestrebte oder normalerweise erreichte Niveaus zu informieren.

Erfahrungen notieren: Notieren Sie, welche Erfahrungen Sie bei Ihrem Einstieg ins Portfolio und bei der ersten Verwendung im Unterricht gemacht haben, und geben Sie Ihre Tipps zum Einsteigen weiter, zum Beispiel auf Internet im Forum zum Europäischen Sprachenportfolio.

 

11. Bibliografie und Links

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Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren - EDK (ed.) (1998d): Forschung und Praxis im Fremdsprachenunterricht - Begegnung, Austausch, Umsetzung. Tagungsbericht Yverdon 1997. Bern: EDK (= Dossier 52), Online, http://edkwww.unibe.ch/dossiers/d52.pdf

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© Institut für deutsche Sprache, Universität Freiburg/Schweiz

 

zuletzt aktualisiert am 16. Februar 1999

 

Anhang

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A1 Raster zur Selbstbeurteilung

A2 Globalskala

A3 Modellformular für die Beschreibung von Sprachprüfungen

A4 Checkliste zur Selbsteinschätzung, Niveau B1

 

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