Der CUJM wurde im Herbst 1978 von Pascal Mayer gegründet und seit 2000 von Jean-Claude Fasel geleitet. Der Chor steht allen Studierenden der Universität sowie anderen Musikbegeisterten offen. Jedes Jahr versammeln sich etwa hundert Sängerinnen und Sänger, um ein Konzertprogramm vorzubereiten.

Geschichte des Chors der Universität von Fribourg

Laut Christine Fracheboud (2007) war es am 19. Dezember 1947, dass Studenten die Gründung eines Chors der Universität unter der Leitung von Herrn Flechtner, Professor an der Hauptschule von St. Michel, beschlossen haben. Die Statuten wurden dem Senat vorgelegt, welcher aber eine Namensänderung beantragte; der Titel “Universität“ sollte für die Musikfachgruppe vom Musikfachwissenschaftsinstitut reserviert bleiben. Scheinbar wurde dieses Projekt jedoch nicht weiterverfolgt.

Im Rahmen des Musikwissenschaftsinstituts hatte Professor Fellerer (1932-1939) das “Collegium musicum vocale“ (gemischter Chor) und das “Collegium musicum instrumentale“ (Kammerorchester) gegründet. Beide Kollegien waren allen Studenten der Universität zugänglich. Sein Nachfolger, Professor Brenn, hat die Aktivitäten des “Collegium musicum vocale“ bis 1947/48 und jene des “Collegium musicum instrumentale“ bis 1951 fortgeführt.

Eine Kritik in der Zeitung “La Liberté“ vom 18. Februar 1974 erwähnte ein am Mittwoch den 13. Februar 1974 gegebenes “Konzert zum 10. Geburtstag des Chors der Universität“. Man könnte damit die Gründung des Studentenchors der Universität von Fribourg auf das Jahr 1964 datieren. Unter der Leitung von Henri Fontana, der später Pater von der Kongregation des “Heiligen Franz von Sales“ in Annecy wurde, trat damals der Chor von ungefähr 20 Sängern mit einem Repertoire aus der Renaissance und der französischen Liturgie in der Eingangshalle der Universität auf.

Am 20. Juni 1968 singt ein ad hoc zusammengestellter Chor unter der mitreißenden Leitung von Max Hassler, Kanoniker von Saint-Maurice, die “Carmina Burana“ von C. Orff in der Aula Magna vor einem begeisterten und zahlreichen Publikum.

Am 25. Februar 1971 präsentiert der Universitätschor unter der Leitung von Jean-Claude Charrez, die kürzlich rekonstruierte Markus-Passion von J.-S. Bach. Der Universitätschor besteht nun aus mehreren Dutzend Mitgliedern; viele aus dem Wallis dazu kommende Studenten helfen, eine gewisse Kohäsion des Chors zu gewährleisten - ein häufiges Problem derartiger Universitätsensembles.

Die Proben für ein im Februar vorgesehenes Konzert fangen Ende Oktober an. Der Chor und andere Studenten kommen in der Eingangshalle der Universität für ein kleines Weihnachtsfest und ein fröhliches “offenes Singen“ zusammen. Während des Sommersemesters ist die Chorbesetzung wegen Examen stark reduziert. Werke aus der Renaissance und Volkslieder werden dann im Krankenhaus, im Gefängnis und auf den Straßen vorgeführt.

Am 28. Februar 1973 gibt der Chor ein Konzert und leistet sich danach eine LP Aufnahme mit Werken von Sutil und Laar, von J. Wittenbach und der Chorfantasie von L. van Beethoven. Dies war auch die erste Zusammenarbeit mit dem akademischen Orchester der Universität, dirigiert von Fritz Voegelin. Für die Ausführung der “Chorfantasie“ von L. van Beethoven wurde das Ensemble des kürzlich gegründeten “Chors der Jeunesses Musicales“ hinzugezogen.

Im Jahre 1978 übernimmt der junge Pascal Meyer die Leitung des “Chors der Universität“ und gründet durch Zusammenschluss mit dem “Chor der Jeunesses Musicales“ das Ensemble “CUJM“. Unter seiner anspruchs-vollen und begeisterten Leitung packt er ein breites Repertoire an: Von Haendel bis zu zeitgenössischen Kompositionen (René Oberson, Henri Baeriswyl, Josef Haselbach, mit Texten von Jean-Dominique Humbert, Fritz Voegelin, Laurent Mettraux). Die Zusammenarbeit mit Orchestern und Solisten ermöglicht es dem Chor, Hauptwerke wie “Ein deutsches Requiem“ von Brahms und die “Messe Glagolithique“ von Janacek vorzuführen.

Eine eher gleichbleibende Mitgliederzahl ermöglicht es nun jedes Sommersemester und zuweilen auch anfangs Jahr ein Konzert zu planen. Zwei jährlich in der Jaun-Gegend stattfindende Wochenenden erlauben es, die wöchentliche Arbeit und nicht zuletzt auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Studierenden zu vertiefen.

Im Jahre 2000 wendet sich der “CUJM“, der inzwischen für das freiburgische Publikum familiär wurde, für die Leitung des Chors an Jean-Claude Fasel. Der anerkannte Chor wird von der Universität finanziell unterstützt. Programme wie “A British Spirit“ oder “Mozart en Méditerranée“ ermöglichen es dem Chor dank der Zusammenarbeit mit Orchestern und Berufssolisten, eine großartige Erarbeitung des Stils und die Zusammenführung der Stimmen vorzunehmen.

Mit viel Sensibilität und stets die Möglichkeiten jedes Einzelnen respektierend, will Jean-Claude Fasel bei seinen Sängern – einige sogar noch ohne Konzerterfahrungen- die wahren Emotionen für die Musik wachrufen. Eine Arbeitshaltung, die aus dem Chor der Universität nach wie vor einen Ort der Menschlichkeit und Geselligkeit macht.

Laut den Worten von Bernard Sansonnens, Musikkritiker (1989): „Der “Chor der Universität und der Jeunesses Musicales“ von Fribourg hat sich nie dem Elitedenken oder der Ästhetik unterworfen. Es geht nicht um Ruhm, Konsekration oder kommerziellen Erfolg. Es geht darum, das Interesse zu wecken und mit mehr Authentizität zu kommunizieren.“


Jean-Claude Charrez

Choeur de l'Université et des Jeunesses Musicales   -   Email: cujm@unifr.ch   -   aktualisiert: 15.04.2011