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Thomas von Aquin - Summe der Theologie
Prima Pars

Quaestio 51

Prooemium

Iª q. 51 pr.
Deinde quaeritur de Angelis per comparationem ad corporalia. Et primo, de comparatione Angelorum ad corpora; secundo, de comparatione Angelorum ad loca corporalia; tertio, de comparatione Angelorum ad motum localem. Circa primum quaeruntur tria. Primo, utrum Angeli habeant corpora naturaliter sibi unita. Secundo, utrum assumant corpora. Tertio, utrum in corporibus assumptis exerceant opera vitae.

 

Einundfünfstigstes Kapitel.
Verhältnis der Engel zum Körperlichen.

Überleitung.

„Sehet an die Lilien des Feldes wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht und der himmlische Vater erhält sie.“ (Matth. 6, 28.)

Die heiligen Engel sind diese Lilien auf dem Felde der Welt; schneeweiß in ihrer Reinheit; lieblich schön in ihrer Weisheit; herrlich duftend in ihrer Wirksamkeit und die Liebe und Macht ihres Gottes weithin über die Geschöpflichkeit tragend.

Einem Engel im Fleische war es vorbehalten, das Tiefste und Schönste über die Engelwelt zu schreiben. Mit solcher Sicherheit zeichnet uns der Engel der Schule das makellose Bild der Engelnatur, daß man meinen sollte, er wäre bereits, da er dies schrieb, zum Anschauen der heiligen Engel und zum Anhören ihres glorreichen Lobgesanges zugelassen worden.

Fürwahr ein Engel im Fleische war Thomas selber; denn er lebte im Fleische als ob er nicht im Fleische wäre, nachdem durch eine besondere Gnade Gottes er, durch Engelhand gegürtet, von allen fleischlichen Regungen befreit worden war. Ein Engel im Fleische; denn hätte Gott einen Engel auf Erden gesandt, auf daß er in menschlicher Weise mit Hilfe der Sinne verstehe, er hätte nicht schärfer auffassen, nicht treffender urteilen, nicht tiefer denken, nicht zuverlässiger festhalten, nicht einladender und keuscher darlegen können wie Thomas. Ein Engel im Fleische war der heilige Lehrer; denn während er noch auf Erden pilgerte, war sein Geist schon mehr in der Gesellschaft der Engel als in jener der Menschen, mehr im Himmel wie auf Erden, mehr in der Heimat wie in der Fremde. [S. 78]

Eine dreifache Bewegung oder Thätigkeit erkennt Dionysius den Engeln zu. Vermittelst der ersten bewegen sie sich um Gott herum, erkennen und lieben Ihn in stets schließendem Kreise. Vermittelst der zweiten tragen sie, ohne sich von Gott zu entfernen, seinen Willen in geradester Richtung zu den Kreaturen. Vermittelst der dritten geben sie Gott die Ehre für all ihr Wirken und bilden für alles Sichtbare die erhabene Vermittlung, daß es Gott finde und Gott für alles danke. Diese engelhafte Regel hat Thomas befolgt in seiner Summa. Zuerst bewegt sich sein Forschen um Gott herum, um die göttliche Natur, die göttlichen Vollkommenheiten, die göttliche Dreieinigkeit; und in stets schließendem Kreise ist es immer das Sein Gottes, worum alles Sein wie um seinen Mittelpunkt sich dreht, was von allem Sein verkündet wird und in allem Sein nur Sich selbst schaut und liebt. Dann leitet der Engel der Schule die Lichtstrahlen von Gott hinaus zu den Geschöpfen; und er leitet sie geraden Weges, ohne Umschweife, ohne andere abstrakte Mitteldinge, ins geschöpliche Nichts hinein, was er im geschaffenen Geiste, im Stoffe, im Menschen vor die Augen des Geistes hält. Und endlich wendet er aus dem Nichts des Ursprunges, aus dem Nichts der Sünde alles zu Gott zurück im hochheiligen Erlöser, „der da selbst Gott ist gebenedeit in Ewigkeit.“

Ein Engel im Fleische ist Thomas; denn wie die Engel fest sind im Guten und nie darin wanken, so ist sein Blick und sein Herz ohne Wanken aufs Gute gerichtet und geht vom Guten aus. Das Gute in ihm zeigt ihm das Gute außer ihm. Und weil keine Kraft so groß ist wie das Gute, so dringt sein Blick mit unerschütterlicher Festigkeit durch alle Dunkel und Zweifel hindurch zur Feststellung der Wahrheit. Wo für andere nur Mutmaßen, nur Wahrscheinlichkeit übrig bleibt; da führt er fest mit den zuverlässigsten Beweisen zur Gewißheit. Wie überwältigend ist bereits sein Beweis für das Dasein der Engel! „Notwendig ist es zu sagen, daß sie sind!“ Und fürwahr mit absoluter Notwendigkeit ist sein Beweis ausgestattet.

Was will der Maler in seinem Malen? Die Ähnlichkeit, möglichst große Ähnlichkeit mit dem in ihm lebenden Ideal! Ist es möglich, daß er, nachdem er einige Grundstriche am Gemälde gemacht, nun erkläre, das sei genug, das sei, was er gewollt! Nein; er will, daß das glänzende Ideal, welches er in sich trägt, zum Ausdrucke komme; und er ruht nicht, bis jeder dieses Ideal erkennen, bis er selber sagen kann: Ja, es ist ähnlich dem inneren Bilde, das mich treibt. Läßt er vorher die Arbeit liegen, so ist sie zwecklos; äußere Hindernisse sind hinzugekommen.

Was will der Allmächtige da oben, wenn Er schafft? Die Ähnlichkeit mit dem ewigen Ideale, die Ähnlichkeit mit Ihm selbst, mit seiner Weisheit. „Er will,“ wie der Engel der Schule sagt, „das Gute, und dieses Gute besteht in der Ähnlichkeit mit Ihm,“ dem Wesensguten. Anders kann es gar nicht sein! Gott ist die Güte selber. Er kann nichts wollen als Sich; denn außer Ihm besteht nichts. Erschafft Er also, so kann Er nur das Gute, d. h. die Ähnlichkeit mit Ihm selber beabsichtigen. Worin besteht aber in Gott jenes treibende Moment, dem gemäß Er wirkt. Was bedeutet in Gott jenes Ideal, welches den Maler zur Thätigkeit treibt und dessen Ähnlichkeit der Künstler außen sehen will? Gott wirkt allein kraft seines reinsten Wissens und seines bestimmtesten Wollens. Sein Wissen und Wollen soll Ähnlichkeit draußen im Nichts finden. Seine Weisheit und seine Güte ist das treibende Ideal in Gott. Erschafft also Gott, so müssen, [S. 79] soll anders das Werk nicht zwecklos sein oder Hindernisse angenommen werden, Kreaturen existieren, die da wissen und wollen und die somit dem Ganzen die Ähnlichkeit mit Gott aufdrücken; die der Quell dann sind für die Ehre Gottes in der Kreatur, da Ehre ja nur der Glanz der Anerkennung, im Grunde genommen nur freies Erkennen ist. Gottes Substanz ist Wissen und Wollen. Also müssen Kreaturen da sein, die, wie auch dies nur immer Geschaffenen möglich ist, kraft ihrer Substanz wissend und wollend sind, die da immer thatsächlich wollen und immer wirklich erkennen; die somit immer Gottes Ähnlichkeit den Geschöpfen aufdrücken, aus denen ohne Fehl seine eigene Ähnlichkeit dem Schöpfer entgegenstrahlt. Wir erkennen heute und morgen nicht mehr. Bloß ein einfaches Vermögen ist unsere Seele; und sie macht deshalb den Körper auch bloß vermögend, am Erkennen und Wollen in seiner Art teilzunehmen. Bloß ein Vermögen ist deshalb auch unsere Vernunft; und längere Zeit entbehrt sie des thatsächlichen Erkennens, als sie desselben sich erfreut. Der Engel allein ist auf Grund seiner Substanz, also soweit er wirkliches Dasein hat, immer thatsächlich Gott erkennend. Sein Wollen leidet nie. Er ist das ausgeprägte Ideal für Gott; in ihm ist die Schöpfung vollendet; in ihm erkennt und preist sie fortwährend Gott; in ihm trägt sie das wundervolle Abbild der Idee des Ewigen.

„Schauet an die Lilien des Feldes: sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht.“ Welcher Trost für uns! Haben wir nicht denselben Gott? Er, der da seinen Himmelslilien kraft ihrer Natur unberührte Reinheit, strahlende Schönheit und lieblich in der ganzen Schöpfung duftende Kraft giebt; — Er hat die Macht, auch uns trotz unserer Stoffnatur in seiner Gnade zu reinigen, zu schmücken, zu kräftigen. „Sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht.“ Murre nie gegen Gott, wenn du im Schweiße deines Angesichts, in Müh' und Trübsal das Brot der Thränen essen mußt. „Gott hat den Tod nicht gemacht.“ „Er hat vielmehr den Menschen aufrecht gemacht: und der Mensch selber hat sich in endlose Qualen gestürzt.“ „Daß der Körper die Seele drückt und der Sinn, der vieles denkt, die Vernunft, die nur Gott und was Gott angeht, denken möchte, verwirrt;“ dies kommt von uns, von unserer Sünde, von unseren Notwendigkeiten. Vermittelst tausend Fäden ist unsere Natur mit dem Stoffe verwachsen; für tausend Bedürfnisse sucht der Mensch im Stoffe nach Befriedigung; das Leben selber hat sein Körper nur vermittelst der Seele. Und doch hatte der gütige Gott, als Er den Menschen gründete, ihn so zu bilden gewußt, daß auch er „nicht arbeitete und nicht spann und trotzdem wuchs“. Friede und Glück erfüllte seine Seele, Gerechtigkeit war sein glanzvoller Schild, Unsterblichkeit schmückte ihn. Er war im Stoffe als ob er nicht darin wäre; er freute sich an der Welt, als ob sie nicht seine Freude wäre. Er gebrauchte sie als ob er sie nicht brauchte. „Was Gottes war, daran dachte er; wie er sich heiligen könne im Geiste und im Körper.“ „Im Paradiese der Wonne,“ war der Mensch, weil Gott sein Gut war. Weil er noch Gott nahe stand; weil er den Stoff wohl in seiner Natur hatte, dessen Herr aber und nicht dessen Sklave war; weil er von Gott unmittelbar geformt worden und noch nichts ihn von Gott trennte; — deshalb durfte auch er gleich den heiligen Lilien des Himmels wachsen; er durfte Gott betrachten und sich vervollkommend Gott immer ähnlicher werden und doch „arbeitete er nicht und spann nicht“.

Nicht Gott klage an, wenn Arbeit und Mühsal, wenn die Last der Vergänglichkeit dich drückt. Nein; Er, unser gütiger Gott, macht, soweit es auf Ihn ankommt, alles sich ähnlich, macht alles gut, schafft alles, damit [S. 80] an Ihm es sich freue. Er hat ausgegossen die Schätze seiner Güte in jene Kreaturen, die Ihm am nächsten stehen. Sie sind durchaus von Natur jungfräulich, die heiligen Engel; nach ihnen nennt man die Perle der Tugenden die engelreine Tugend. Mit keinem Körper ist ihre Natur behaftet und sie ist deshalb allen jenen Bedürfnissen, die zum Staube niederbeugen, nicht unterworfen. Nie hat dieselbe gehört: „Vom Staube bist du und zum Staube wirst du wieder zurückkehren.“ Aber auch durchaus stofflos ist diese wunderbare Natur der Engel. In keiner Weise hat nämlich Stoffliches Einfluß auf sie. Ihre Erkenntnis vollzieht sich in aller Ruhe und in aller Seligkeit, ohne daß irgend welche stoffliche Veränderungen dieselbe in ihrer Lebendigkeit und Thatkraft störten. Der Engel beherrscht den Stoff, er wirkt auf selben ein; aber niemals hat er eine solch notwendige Beziehung zu ihm, daß der Stoff ihn irgendwie zu bestimmen oder zu stören vermöchte. Völlig rein, völlig frei, völlig unabhängig ist er in seiner Natur.

Der Engel ist dermaßen rein und frei von allem Stoffe, daß der Einfluß des Stoffes nicht einmal der Grund für die Vielheit in einer Engelsgattung sein kann. Auf Grund seiner Reinheit — siehe da, wozu die Reinheit führt — hält der Engel für seine Person allein alle Schönheit seiner Gattung zusammen. Wir Menschen sind aufeinander angewiesen in unsrer Wirksamkeit. Der eine hat Kraft, der andere Weisheit, der dritte Beständigkeit u. s. w., so daß die wahre Schönheit der Menschennatur erst zu Tage tritt, wenn alle Menschen zusammengenommen werden. Der einzelne Engel aber ist gleich schön in seiner Macht wie in seiner Weisheit. Die Schönheit der Gerechtigkeit fehlt ihm nicht und nicht die Anmut der Milde. Glanz strahlt ebenso in seiner Natur wie ihn Stärke erfüllt. In welch erhabener Schönheit muß der Engel thronen! Prachtvoll dehnt sich der Blumenteppich in der Natur zu unseren Füßen aus. Da prangt die Rose, da duftet das Veilchen, da strahlt der Sonne sich erschließend die Nelke und wie ein Band um alle schlingt sich der frische Rasen. Jede dieser Blumen hat ihre eigene Schönheit. Was würde dies aber für eine herrliche Blume sein, welche die Farbenglut der Rose mit der Bescheidenheit des Veilchens, mit der heiteren Munterkeit der Nelke und der Frische des saftigen Grün verbände! So eine Blume ist in seiner Schönheit der Engel!

Könnte doch der Maler die Vollkommenheit der Wand mit der des Holzes und der Leinwand verbinden; um wie viel schöner würde sein Bild sich darstellen! Aber nun bietet ihm die Wand Schwierigkeiten, welche das Holz nicht hat; und das Holz bietet Schwierigkeiten, welche die Leinwand nicht hat und umgekehrt. Immer wird die Schönheit seiner Darstellung durch das Ungeeignete im Stoffe in ihrer Erscheinung gehindert. Oder könnte er gar sein Urbild so vor die Welt zaubern, wie es in seinem Innern lebt, ohne daß irgend ein Stoff es verunschönte; könnte er es hinzaubern mit der Liebe, die ihn zu diesem Ideal beseelt; mit dem Leben, mit dem er es durchdringt; mit der geistigen Zartheit, welche er ihm verleiht und mit der er es hütet! Welche Schönheit würde er dann selber vor sich sehen! Eine Schönheit, die von keiner Härte getrübt, von keiner Vergänglichkeit erreicht, von keinem Mißverhältnisse vermindert würde!

So etwa ist die Schönheit der himmlischen Geister. Sie sind nur Schönheit. Was ist Schönheit? Form und wieder Form. Stoff ist Unschönheit. Die Engel haben nur Form, ungetrübte Form. „Endlos sind sie,“ sagte oben Thomas treffend, „nach unten hin, nach dem Sichtbaren hin; weil nichts Sichtbares sie in sich aufnimmt und begrenzt.“ Gott [S. 81] allein ist ihre Grenze. Von Gott allein fließt ihnen das Sein, die Schönheit zu. „Sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht.“ In ewigem Frieden empfangen sie von ihrem geliebten Urgründe her, vom All jeglicher Schönheit, beständig von neuem ihre Kraft, ihren Glanz, ihre Seligkeit.

Ahme sie nach; und du wirst ebenfalls zu jenen gehören, die „nicht arbeiten und nicht spinnen“, die im Frieden Gottes ihren eigenen Frieden finden. Wie aber sollst du diese hohen Geister nachahmen? „Endlos sei nach unten!“ Du hast wie sie unsterblichen Geist, eine unsterbliche Seele in dir. Fasse nicht festen Grund in dem, was unter dir ist, was vergänglich ist. Siehe nicht das Ende, den Endzweck deines Wirkens hier unten! Endlos sei für dich die Kreatur! Es gehe für dich vorüber die Figur dieser Welt! Sei Jungfrau im Geiste, so, wie der Apostel ermahnt, „die da in Gott betrachtet, an Göttliches nur denkt, alles unter dem Gesichtspunkte des göttlichen Willens sieht; damit sie heilig sei im Geiste und im Körper.“

Von Gott her allein müssen wir annehmen wollen, wie die heiligen Engel von Gott allein ihr Sein und ihr Wirken empfangen.

Gott hat die Engel geschaffen, damit seine Güte hell strahle in der Schöpfung, damit ein jeder voll Vertrauen Ihm nahe und von Ihm Ruhe und Frieden, Macht und Licht empfange.

Welch trostvolle Worte noch, wie da Thomas erzählt, daß in übermäßig großer Zahl die Engel bestehen müssen! „Was am schönsten, was am vollkommensten in der Schöpfung ist, das ist auch am meisten alles Maß überschreitend.“ Es ist als ob uns der heilige Lehrer mit Gewalt zur ewigen Güte ziehen wollte; daß wir nur ja nicht Angst hätten, es könnte am Ende Gottes Macht an etwas mangeln.

Schaust du diese große Welt vor dir mit ihren unermeßlichen Sternenwelten, mit ihren unermeßlichen Meeren, mit ihrem unermeßlichen Reichtum im Innern der Erde? Eine einzige unsterbliche Seele ist mehr wert und erfordert mehr Macht, um geschaffen zu werden wie dies alles. Wie viele Weise haben auf Erden gelebt; wie viele Mächtige haben da gewaltet als Herren gleichsam des Erdbodens; wie viele gewaltige Künstler haben ihr zur Zierde gereicht. Nimm all dieses Wissen, diese Macht, diese Kunst zusammen von Adam bis zum Ende der Welt; — der geringste Engel kann seiner Natur nach mehr, weiß mehr, ist gewaltiger! Und dieser geringste Engel teilt mit niemandem seine Vorzüge; er hat alle Schönheit seiner Gattung. Über diesem Engel, dem geringsten, steht wieder ein anderer, der sich von dem ersten unterscheidet, wie der Löwe vom Wurm, wie der niedrigste reine Geist von der Menschenseele. Und darüber stehen dann wieder andere im selben Verhältnisse, in derselben Rangordnung. Über der tiefsten Rangordnung noch dazu steht eine andere, wieder bei weitem zahlreichere. Und über dieser von neuem eine andere und eine dritte und eine vierte bis zur neunten; die eine mächtiger wie die andere, die eine reicher wie die andere, die eine viel zahlreicher wie die andere. Und all die einzelnen Engel sind ganze Gattungen an Seinswürde und Seinsstufe. Wo endet da die Macht; wo findet da der Geist ein Ende für den Glanz; wo besteht da eine Grenze? „Wie ein Wassertropfen, der am Eimer hängt, so ist der Erdkreis vor dem Allmächtigen.“ „In drei Fingern trägt Er das Weltall und seine Fülle,“ d. h. wie wenn jemand etwas Staub mit drei Fingern zusammenhält. Wie ein Nichts steht alle diese Seinsfülle vor dem Ewigen; „wie der Tag von gestern, der vorübergegangen.“ [S. 82]

O wahrlich; hier ist das Wort am Platze: „Die Ehre des Königs in der Menge seiner Völker.“ (Prov. 14.) „Wer wollte seine Soldaten zählen,“ ruft Job bei dieser Betrachtung bewundernd aus! „Dein Reich, das Reich aller Zeiten und Deine Herrschaft von Geschlecht und Geschlecht. Dich mögen preisen, Herr, Deine Werke: und Deine Heiligen mögen Dir bekennen. Die Herrlichkeit Deines Reiches sollen sie verkünden: und Deine Macht sollen sie aussprechen. Die Kraft Deiner Schrecken sollen sie erzählen: und die Größe Deiner Majestät berichten. Ausströmen soll von ihnen überfließendes Lob Deiner Lieblichkeit: und in Deiner Gerechtigkeit werden sie frohlocken“ (Ps. 144).

Das ist die Majestät der Güte Gottes, welche die Kräfte der Engel miteinander verbindet. Wozu? „Sie sind alle, diese heiligen Gewalten, dienende Geister,“ wenn es unser Heil gilt. Ihre Reinheit, ihre Schönheit, ihre liebliche, überallhin duftende Kraft schöpfen diese sanften Himmelslilien aus der Güte Gottes, damit sie auch uns zu dieser Reinheit, Schönheit, zu dieser Kraft und vor allem zu jener Seligkeit und Herzensruhe erheben, der gemäß auch von uns es einst als ähnlichen Himmelslilien gelte:

„Schauet an die Lilien des Feldes wie sie wachsen und gedeihen: sie arbeiten nicht und sie spinnen nicht; — wahrlich ich sage euch: Salomon in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen.“

 

 

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Letzte Änderung am 1. August 2012.
Gregor Emmenegger