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Thomas von Aquin - Summe der Theologie
Prima Pars
Quaestio 40

Articulus 4

Iª q. 40 a. 4 arg. 1
Ad quartum sic proceditur. Videtur quod actus notionales praeintelligantur proprietatibus. Dicit enim Magister, XXVII dist. I Sent., quod semper pater est, quia genuit semper filium. Et ita videtur quod generatio, secundum intellectum, praecedat paternitatem.

Iª q. 40 a. 4 arg. 2
Praeterea, omnis relatio praesupponit, in intellectu, id supra quod fundatur; sicut aequalitas quantitatem. Sed paternitas est relatio fundata super actione quae est generatio. Ergo paternitas praesupponit generationem.

Iª q. 40 a. 4 arg. 3
Praeterea, sicut se habet generatio activa ad paternitatem, ita se habet nativitas ad filiationem. Sed filiatio praesupponit nativitatem, ideo enim filius est, quia natus est. Ergo et paternitas praesupponit generationem.

Iª q. 40 a. 4 s. c.
Sed contra, generatio est operatio personae patris. Sed paternitas constituit personam patris. Ergo prius est, secundum intellectum, paternitas quam generatio.

Iª q. 40 a. 4 co.
Respondeo dicendum quod, secundum illos qui dicunt quod proprietates non distinguunt et constituunt hypostases, sed manifestant hypostases distinctas et constitutas, absolute dicendum est quod relationes, secundum modum intelligendi, consequuntur actus notionales; ut dici possit simpliciter quod quia generat, est pater. Sed supponendo quod relationes distinguant et constituant hypostases in divinis, oportet distinctione uti. Quia origo significatur in divinis active et passive, active quidem, sicut generatio attribuitur patri, et spiratio, sumpta pro actu notionali, attribuitur patri et filio; passive autem, sicut nativitas attribuitur filio, et processio spiritui sancto. Origines enim passive significatae, simpliciter praecedunt, secundum intellectum, proprietates personarum procedentium, etiam personales, quia origo passive significata, significatur ut via ad personam proprietate constitutam. Similiter et origo active significata, prior est, secundum intellectum, quam relatio personae originantis quae non est personalis, sicut actus notionalis spirationis, secundum intellectum, praecedit proprietatem relativam innominatam communem patri et filio. Sed proprietas personalis patris potest considerari dupliciter. Uno modo, ut est relatio, et sic iterum, secundum intellectum, praesupponit actum notionalem; quia relatio, inquantum huiusmodi, fundatur super actum. Alio modo, secundum quod est constitutiva personae, et sic oportet quod praeintelligatur relatio actui notionali, sicut persona agens praeintelligitur actioni.

Iª q. 40 a. 4 ad 1
Ad primum ergo dicendum quod, cum Magister dicit quod quia generat est pater, accipit nomen patris secundum quod designat relationem tantum, non autem secundum quod significat personam subsistentem. Sic enim oporteret e converso dicere quod quia pater est, generat.

Iª q. 40 a. 4 ad 2
Ad secundum dicendum quod obiectio illa procedit de paternitate, secundum quod est relatio, et non secundum quod est constitutiva personae.

Iª q. 40 a. 4 ad 3
Ad tertium dicendum quod nativitas est via ad personam filii, et ideo, secundum intellectum, praecedit filiationem, etiam secundum quod est constitutiva personae filii. Sed generatio activa significatur ut progrediens a persona patris, et ideo praesupponit proprietatem personalem patris.

 

Vierter Artikel.
Das Verständnis der Eigenheiten im Verhältnisse zu den entsprechenden notionalen Thätigkeiten.

a) Es scheint, daß die Auffassung der Eigenheiten, proprietates, die Auffassung der notionalen Thätigkeiten voraussetzt; daß also diese letzteren vorher verstanden werden müssen. Denn:

I. Der Magister (27. dist. 1. sent.) sagt: „Der Vater ist immer, weil Er immer den Sohn zeugt.“ Zeugen aber ist eine notionale Thätigkeit. Also geht die Auffassung dieser notionalen Thätigkeit der der Eigenheit „Vater“ voraus.

II. Alle Relationen setzen die Thätigkeit voraus, auf welche sie sich gründen; wie die Gleichheit voraussetzt, daß etwas Umfang hat. Die Relation der Vaterschaft aber ist gegründet auf die Thätigkeit, welche „zeugen“ heißt.

III. Wie sich das Zeugen verhält zur Vaterschaft, so die Geburt oder das Gezeugtwerden zur Sohnschaft. Die Sohnschaft hat nun im Verständnisse zur Voraussetzung die Geburt; denn erst deshalb ist jemand „Sohn“, weil er geboren worden. Also geht im Verständnisse die Zeugung als notionale Thätigkeit voraus der Vaterschaft.

Auf der anderen Seite ist die Zeugung eine Thätigkeit des Vaters. Die Vaterschaft aber bildet den „Vater“ als Person. Also geht die Auffassung der Vaterschaft, der Eigenheit nämlich, voraus der Auffassung der Zeugung, nämlich der notionalen Thätigkeit. 112.

b) Ich antworte; jene, welche nicht wollen, daß durch die Eigenheiten die Personen unterschieden und gebildet werden, sondern daß diese Eigenheiten nur dazu dienen, die Personen, respektive die Hypostasen als einfache Für-sich-bestehende offenbar zu machen in ihrer Würde; diese Autoren müssen ohne alles Weitere zugestehen, daß die Relationen oder Eigenheiten nur im Verständnisse sind oder aufgefaßt werden auf Grund und unter Voraussetzung der Auffassung der notionalen Thätigkeit. Sie müssen ohne weiteres sagen: Weil der Vater zeugt, ist er Vater.

Sollen aber die Relationen in Gott der Grund sein für den Unterschied und für die Bildung der Personen, so muß man in der Ausdrucksweise einen Unterschied machen. Der Ursprung nämlich wird im thätigen Sinne und im leidenden oder empfangenden, aktiv oder passiv aufgefaßt. Im thätigen Sinne oder aktiv geschieht dies; wie das „Zeugen“ als notionale Thätigkeit dem Vater zukommt, das „Hauchen“ dem Vater und dem Sohne. Im empfangenden Sinne oder passiv ist diese Auffassung; wie die Geburt dem Sohne und das „Ausgehen“ oder „Gehauchtwerden“ dem heiligen Geiste zugeschrieben wird. Die Arten des Ursprungs, also die notionale Thätigkeit, im passiven Sinne gehen nun im Verständnisse oder in der Auffassung ohne weiteres voraus der Auffassung und dem Verständnisse der Eigenheiten der hervorgehenden Personen, auch der rein persönlichen Eigenheiten; denn der Ursprung im passiven Sinne, ist wie der Weg zu jener Person, welche durch die Eigenheit gebildet wird. Ähnlich ist auch der Ursprung als ein aktiv bezeichneter früher dem Verständnisse nach wie die Relation der Person, insoweit diese Relation nicht der Grund für die Person selber ist; wie die 115. [S. 171] notionale Thätigkeit des „Hauchens“ der Auffassung nach vorhergeht der relativen Eigenheit, welche keinen besonderen Namen hat und dem Vater und Sohn gemeinsam ist.

Die persönliche Eigenheit des Vaters aber kann in doppelter Weise betrachtet werden: Einmal, insofern sie eine Relation ist; und so setzt sie wieder gemäß der Auffassung der Vernunft die entsprechende notionale Thätigkeit voraus. Denn die Relation als solche ist in der Thätigkeit begründet. Dann; insoweit sie der Grund für die Herstellung der Person ist. Und so muß die Auffassung der Relation vorhergehen der Auffassung der notionalen Thätigkeit, der „Vater“ dem „Zeugen“, wie die wirkende Person vor ihrer Thätigkeit aufgefaßt werden muß. 118.

c) I. Der Ausdruck, „weil Er zeugt, ist Er Vater,“ versteht unter dem Namen „Vater“ nur die einfache Relation; nicht insoweit sie die Person herstellt. Im letzteren Falle muß es heißen: „Weil Er die Person des Vaters ist, zeugt Er.“

II. Auch der zweite Einwurf nimmt den Ausdruck „Vater“ für die reine Relation; nicht als das die Person bildende Moment. Und so wird er zugestanden.

III. Die Geburt ist der Weg zur Person des Sohnes; und deshalb geht sie dem Verständnisse nach der Relation der Sohnschaft vorher, auch soweit diese Relation die Person des Sohnes bildet. Die aktive Zeugung aber wird erfaßt als ausgehend von der Person des Vaters; und deshalb setzt sie die persönliche Eigenheit, Vater zu sein, voraus. 122. 123. 124.

 

 

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Letzte Änderung am 1. August 2012.
Gregor Emmenegger