Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Tertullian († um 220) - Apologetikum (Apologeticum)

17. Kap. Die Christen verehren den Schöpfer der Welt als den einzig wahren Gott. Auch die Heiden huldigen ihm manchmal unwillkürlich.

Gegenstand unserer Verehrung ist der eine Gott, welcher diesen ganzen Weltenbau mit der gesamten Ausrüstung der Elemente, Körper und Geister durch das Wort, womit er befahl, und die Weisheit, womit er ordnete, und die Macht, womit er es vermochte, aus dem Nichts hervorbrachte zur Zierde seiner Herrlichkeit, woher auch die Griechen der Welt den Namen Kosmos beigelegt haben. Er ist unsichtbar, obwohl er gesehen wird, unfaßbar, obwohl er mittels seiner Huld vergegenwärtigt wird, unschätzbar, obwohl er durch die menschlichen Sinne geschätzt wird. Deshalb ist er der wahre und so groß. Was gewöhnlich gesehen, umfaßt und abgeschätzt werden kann, das ist geringer als die Augen, durch die es erfaßt, als die Hände, durch die es berührt, und als die Sinne, durch die es ermittelt wird. Was dagegen unermeßlich ist, ist nur sich selbst bekannt. So kommt es, daß Gott geschätzt werden kann, während er zugleich alle Schätzung überragt. So stellt ihn seine gewaltige Größe den Menschen dar als etwas Bekanntes und zugleich Unbekanntes. Darin beruht gerade das Hauptvergehen derer, die den nicht erkennen wollen, den sie nicht ignorieren können. Wollt ihr, daß wir aus seinen vielen und großen Werken," von denen wir umgeben sind, wodurch wir erhalten, wodurch wir ergötzt, wodurch wir auch erschreckt werden, oder wollt ihr, daß wir aus dem Zeugnis der Seele selbst sein Dasein beweisen? Obwohl durch den Kerker des Körpers beengt, obwohl von verkehrter Erziehung und Bildung umstrickt, obwohl von Lüsten und Begierden entkräftet, obwohl falschen Göttern sklavisch unterworfen, nennt sie doch, sobald sie sich gleichsam wie nach einem Rausch, nach einem Schlaf oder nach einer Krankheit auf sich selbst besinnt und ihre natürliche Gesundheit wieder erlangt, nur Gott, mit diesem Namen allein, weil er der dem wahren Gott allein zukommende ist."Der große Gott", "der gute Gott", oder "was Gott geben möge", so spricht sie allüberall. Auch daß er Richter sei, bezeugt sie: "Gott sieht es", "ich stelle es Gott an-heim" und "Gott wird es mir vergelten". O Zeugnis der Seele, die von Natur Christin ist! Endlich, wenn sie dergleichen spricht, so blickt sie nicht nach dem Kapitol, sondern zum Himmel; sie kennt nämlich den Sitz des lebendigen Gottes, von ihm und von dort ist sie ja auch herniedergestiegen.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
. . Mehr
. . 9. Kap. Bei den Heiden ...
. . 10. Kap. Warum die ...
. . 11. Kap. Logische und ...
. . 12. Kap. Die sogenannten ...
. . 13. Kap. Dafür spricht ...
. . 14. Kap. Die verschiedenen ...
. . 15. Kap. In den Theatern ...
. . 16. Kap. Die Vulgärvo...
. . 17. Kap. Die Christen ...
. . 18. Kap. Gott hat sich...
. . 19. Kap. Die Schriften ...
. . 20. Kap. Erhabenheit ...
. . 21. Kap. Der Zusammenhang ...
. . 22. Kap. Über die ...
. . 23. Kap. Die Vermutung, ...
. . 24. Kap. Da die heidni...
. . 25. Kap. Daß die Röm...
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger